23.11.2019  –  Märkische Oderzeitung

Ausstellung in Niemegker Kirche

Bernd Koltzenburg bei der Aufstellung der Figuren, die die Weihnachtsgeschichte darstellen.© Foto: B. Kraemer

Wie viele Motive Bernd Koltzenburg aus Haseloff in seinem Leben schon aus festem Karton und Sperrholz ausgesägt hat, vermag er nicht zu sagen. Nur soviel: Es sind viele, sehr viele.

Die Kirche in seinem Heimatdorf ist dauerhaft über den gesamten Jahreslauf mit Laubsägeschmuck dekoriert, den der 61-Jährige in seiner kleinen Werkstatt hergestellt hat.

Im vergangenen Jahr hatte Bernd Koltzenburg zusätzlich Figuren und Formen für eine Ausstellung in der Niemegker Kirche gefertigt, die pünktlich zum Beginn der Adventszeit eröffnet wurde und viel Beachtung erfuhr. Sie stand unter dem Thema „Süßer die Glocken nie klingen“. Daran wird angeknüpft. Und so stand der Haseloffer in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder an der Werkbank in der Garage. Der 61-Jährige sägte, schnitt und malerte.

„In der letzten Novemberwoche wird die Ausstellung aufgebaut. Zum Adventsmarkt in Niemegk muss alles fertig sein“, sagt er und gewährt einen Blick auf die neu geschaffenen Arbeiten. Da sind Posaunen, Trompeten, Zimbeln, Gitarren und jede Menge Sterne – kleine und große. Koltzenburg erzählt, dass er die diesjährige Ausstellung dem Thema Musik widmet und er sich damit einen lang gehegten Herzenswunsch erfüllt.

2018 hatte er seine Arbeiten unter das Thema „Stille Nacht, Heilige Nacht“ gestellt und sägte dafür Engel & Co aus. Jetzt widmet er sich den Instrumenten. Doch irgendwie blieb es nicht dabei. Seinen hölzernen Trompeten und Posaunen, die nach und nach entstanden waren, fehlte etwas. Schnell wurde Bernd Koltzenburg klar, woran es mangelte: An Sternen. Das Defizit ist mittlerweile aufgefüllt. „Eigentlich sollten es gar nicht so viele werden“, bemerkt er und lässt seine Gedanken schweifen. Ein Stern für jeden Menschen – das ist sein Traum. In seiner Vorstellung sitzen auf ihnen Engel. Musizierend natürlich – für die Menschen.

„In der Heiligen Nacht, da hört man die Engel singen“, ist der 61-Jährige überzeugt. Wer sie hören will, muss es nur zulassen. Vielleicht können seine Holzarbeiten ja symbolische Brückenbauer dafür sein. „Das wäre schön“, ergänzt er und widmet sich wieder seinen Arbeiten.

An der kleinen Werkbank, an der der Haseloffer mit Laub- oder Stichsäge hantiert, rieseln bald darauf wieder Späne. Mit jedem Stern, mit jeder Figur die neu dazu kommt, wächst seine Vorfreude auf das Fest der Feste. Wie viele Stunden er bereits in der Werkstatt zugebracht hat, ist ihm vollkommen unwichtig. Es ist ihm eine Herzensangelegenheit.

Vor 20 Jahren entdeckte der gelernte Kunstschmied, der nach einer Krankheit in den Ruhestand wechseln musste, seine Leidenschaft für die Arbeit mit Holz. Seitdem sind in seinem Heimatdorf vor der Haseloffer Kirche immer wieder teils auch großformatige Holzfiguren zu den verschiedensten Themen ausgestellt. Genauso lange engagiert sich die 61-Jährige aber auch schon im Seniorenheim in Treuenbrietzen. Dort schenkt er den alten Menschen Zeit. Zeit zum zuhören, für Gespräche, für Spaziergänge.

In der Woche vor dem ersten Advent wird Bernd Koltzenburg seine Arbeiten in der Niemegker Kirche aufbauen. In diesem Zusammenhang rührt er gleich noch die Werbetrommel für den traditionellen Niemegker Adventsmarkt am 30. November. Wenn sich das Markttreiben dem Ende nähert, wird es in der Kirche besinnlich. Mit einem Weihnachtskonzert (18.30 Uhr), gestaltet vom Niemegker Johannis-Chor, dem Gemischten Chor Bad Belzig, Schülern der Musikschule und dem Fläming Quartett, kann man sich auf die Advents- und Weihnachtszeit einstimmen lassen. Die Holzarbeiten des Haseloffers werden dabei zur passenden Kulisse.

Märkische Oderzeitung, 23.11.2019
Zur Kirche
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