03.06.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Ausstellung zeigt kirchliche Vielfalt im Kirchenkreis Falkensee

Feldsteinmauern, Barockputten, Betontürme – die bauliche Palette der Kirchen im Kirchenkreis Falkensee ist groß. Eine Fotoausstellung stellt alle 23 Kirchen zwischen Fahrland und Schönwalde vor.

23 Kirchen gehören zum Evangelischen Kirchenkreis Falkensee. Ursula Grünwald hat sie alle fotografiert. In den Räumen des Kirchenkreises in der Falkenseer Bahnhofstraße sind die Arbeiten seit Dienstag in einer Ausstellung zu sehen.

Der große Kirchenschatz

Es ist die dritte Ausstellung in den Räumen, die von der Superintendentur 2016 bezogen worden waren. „Unsere 23 Dorfkirchen sind ein großer Schatz im Kirchenkreis“, sagte Bernhard Schmidt, der Vorsitzender der Kollegialen Leitung des Kirchenkreises, zur Eröffnung. Das unterstreicht die Ausstellung anschaulich. Sie zeigt die bauhistorische Vielfalt der Kirchen: Die Seeburger Kirche ist der älteste Bau in der Reihe, er geht auf Anfang des 13. Jahrhunderts zurück und die Feldsteinmauern künden noch davon, der jüngste Kirchenbau stammt aus dem 21. Jahrhundert – die Heilig-Geist-Kirche in Falkensee. In der künstlerischen Ausstattung besonders wertvoll ist in Groß Glienicke die einstige Partronatskirche der von Ribbecks.

Debatte über Zuschnitt der Kirchenkreise

Von Fahrland bis Schönwalde, von Bredow bis Seeburg reicht der Kirchenkreis, zu dem vier evangelische Gemeinden in Falkensee gehören. „Die Ausstellung zeigt die Vielfalt unserer Kirchen“, sagte Bernhard Schmidt, „sie steht aber daneben für das Zusammenwachsen in unserem Kirchenkreis.“ Die Fotos sagen eben auch dies: „Wir gehören zusammen.“ Denn die Debatten um den künftigen Zuschnitt der Kirchenkreise ist in vollem Gange. „Wir werden uns als selbstständiger Kirchenkreis Falkensee in den nächsten Jahren nicht behaupten können“, schätzte Bernhard Schmidt ein.

Die Bilder von Ursula Grünwald legen Zeugnis von der Vielfalt der Kirchenbauten ab, sie zeigen aber auch, mit wie viel Kraft und Geld die meisten dieser Kirchenbauten am Leben erhalten werden. Nicht nur bei der Zeestower Autobahnkirche, deren Einrichtung eine Bauruine vor weiterem Verfall und drohendem Abriss bewahrte.

Die Wustermarker Kirche 1962. Quelle: privat

Ursula Grünwald selbst lebt in Wustermark, in der Ausstellung ist ein Foto der Wustermarker Kirche zu sehen, das ihr Vater 1962 aufgenommen hat. „Er hat mir wohl die Freude am Fotografieren und den Blick für Detail vererbt“, erzählte sie. Beruflich hat sie mehr mit der Buchhaltung einer Kirchenbehörde zu tun, das Fotografieren war schon lange ihr Hobby. Sie fotografierte und fertigte Postkarten von Wustermark an, sie fotografierte ihren Garten und brachte ein Gartenbuch heraus. Dazu hatte sie im vergangenen Jahr beim Wustermarker Pfarrhoffest eine kleine Ausstellung gestaltet. Dabei entstand eigentlich auch die Idee für diese aktuelle Ausstellung zu allen Kirchen des Kirchenkreises. Ursula Grünwald ging noch einmal auf Fotorundreise, machte Aufnahmen von außen und innen.

Ursula Grünwald zeigt Fotos von den 23 Kirchen des Kirchenkreises Falkensee Quelle: Marlies Schnaibel

Der Kirchenkreis Falkensee

Der Kirchenkreis Falkensee hieß ursprünglich Superintendentur Pots-dam II, er war 1835 zweiter Sprengel der Diözese Potsdam gebildet worden. Im Jahr 1959 hatte die Kreissynode beschlossen, den Namen „Falkensee“ zu führen.

Nach der Wende gab der Kirchenkreis einige Gemeinden ab: Die Kirchengemeinden Uetz und Marquardt kamen 1995 zum damaligen Kirchenkreis Lehnin-Belzig, Alt-Staaken kam 1999 wieder zum Kirchenkreis Spandau.

Der Falkenseer Kirchenkreis wurde um Bornstedt und Schönwalde erweitert.

Gezählt werden heute etwa 15000 Gemeindeglieder.

Der Sitz der Superintendentur hat oft gewechselt: Wustermark, Fahrland, Dallgow, Falkensee-Falkenhagen, Brieselang, Falkensee-Seegefeld. Seit 2016 hat die Superintendentur ihren Platz in der Bahnhofstraße 61 von Falkensee.

Eine Kollegiale Leitung führt den Kirchenkreis seit 1993, ihr gehören zwei Geistliche und zwei Laien an. Den Vorsitz hat Bernhard Schmidt inne.

Für die Ausstellung hat Ursula Grünwald mehr als 200 Fotos zu Collagen vereint. Gebäudeaufnahmen stehen neben Details. Wie das Bild von der Turmuhr von Wustermark. Die Uhr zeigt auf fünf vor zwölf. Aber das soll kein schlechtes Omen sein, sondern eine freundlich-heitere Aufforderung, sich selbst auf die Reise zu begeben und dabei die großen und die kleinen Dinge im Blick zu haben.

Die Ausstellung in den Räumen der Superintendentur, Bahnhofstraße 61 von Falkensee (hinter dem geöffneten Weltladen), kann montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 bis 13 Uhr besucht werden.

Von Marlies Schnaibel

Märkische Allgemeine Zeitung, 03.06.2020
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Ausstellung zeigt kirchliche Vielfalt im Kirchenkreis Falkensee 03.06.2020 · Märkische Allgemeine Zeitung