05.03.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Bauarbeiten in der Kirche Döberitz sollen vor Ostern weitergehen

Der Denkmalschutz hat im November für die Sanierung der Kirche einen Baustopp ausgesprochen, weil die Heizkörper abgelehnt wurden. Jetzt endlich ist eine Firma gefunden, die Heizkörper zum bezahlbaren Preis herstellt.

Die frohe Botschaft zuerst: Noch vor Ostern sollen die neuen Heizkörper geliefert werden, dann können die Sanierungsarbeiten in der Döberitzer Kirche wieder Fahrt aufnehmen. Der unschöne Rückblick jetzt: Nach einer Begehung am 12. November hatte der Denkmalschutzeinen Baustopp ausgesprochen, weil die Fachleute mit einem zur Probe installierten Musterheizkörper nicht einverstanden waren. Wie Pfarrer Hans-Dieter Kübler berichtet, wurde dieser als etwas zu hoch und etwas zu breit befunden. Reinweiß lackiert, hatte er außerdem nicht die richtige Farbe.

Der Denkmalschutz wünscht für Heizkörper und Wände das gleiche, genau definierte helle Beige. Das hat eine Analyse der in der Kirche vorhandenen sieben Schichten von Wandfarben ergeben.

Pfarrer Hans-Dieter Kübler zeigt es: Nach Ansicht des Denkmalschutzes sind die vorgeschlagenen Heizkörper etwas zu hoch, etwas zu breit und haben die falsche Farbe. Quelle: Bernd Geske

Die Evangelische Kirchengemeinde stand lange vor einem Dilemma. Ihr Geld reichte nicht. Während der laufenden Arbeiten hatte sich bereits herausgestellt, dass das Dach des Turmes samt hölzernem Unterbau und Schieferdeckung aufwendiger als geplant erneuert werden muss. Das erforderte 30 000 Euro mehr. Bei Erdarbeiten für neue Anschlüsse von Gas, Wasser und Strom waren zudem Knochen von früheren Bestattungen gefunden worden. Die archäologische Untersuchung hat weitere 10 000 Euro zusätzlich gekostet.

Für die neuen Heizkörper, insgesamt 20 an der Zahl, hatte die Gemeinde ursprünglich 7000 Euro eingeplant. Das günstigste Angebot für die nun gewünschten Teile hatte bei einer neuerlichen Abfrage bei 22 000 Euro gelegen. Pfarrer Kübler sagt: „Das war zu teuer, das konnten wir nicht bezahlen.“ In Deutschland schien nichts möglich zu sein.

Innen ist noch einiges zu tun. Quelle: Bernd Geske

Fortan sei im Internet außerhalb der Republik gesucht worden. Schließlich konnte vor Kurzem eine in Österreich ansässige Firma gefunden werden, die anbot, die Heizkörper für 9000 Euro herzustellen. Das war die Rettung. Die Lieferung soll noch vor Osternerfolgen.

Die Bausumme insgesamt wird nun am Ende wohl im Bereich von 400 000 Euro liegen. Bei 375 000 Euro, die ursprünglich vorgesehen waren, ist das ein Betrag, den die Gemeinde gerade noch schultern kann. Die ausstehenden Arbeiten werden fast ausschließlich im Innern der Kirche stattfinden. Neben dem Anbau der neuen Heizkörper fehlt auch noch die neue Elektroinstallation. Die barrierefreie Toilette und die Küchenzeile müssen noch eingebaut werden.

Unter die Empore kommt eine barrierefreie Toilette, eine kleine Bibliothek und eine Küchenzeile. Quelle: Bernd Geske

Die Einweihung, die nach erster Planung schon im September 2019 stattfinden sollte, ist nun für den 19. und 20. September dieses Jahres vorgesehen. Nach all den Komplikationen kann die Sanierung nun aber in die letzte Phase gehen.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine Zeitung, 05.03.2020
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