03.01.2020  –  Märkische Oderzeitung

Baustopp an Döberitzer Dorfkirche

Derzeit finden keine Arbeiten zur Sanierung der Dorfkirche Döberitz statt.© Foto: Manuela Bohm

War die Planung noch von einer Sanierung im Wert von rund 200.000 Euro ausgegangen, wird das Projekt in der Dorfkirche Döberitz wohl 400.000 Euro kosten. Die Gemeinde erhielt dafür LEADER-Förderungen von 75 Prozent. Derzeit passiert nichts auf der Baustelle.

„Wir hatten gehofft, zu Heiligabend die sanierte Kirche einweihen zu können“, sagt Pfarrer Hans-Dieter Kübler. Doch auf den ersten Gottesdienst in der Dorfkirche muss er wohl bis zum zweiten Quartal 2020 warten. „Wenn wir die zu bewältigen Arbeitsschritte bis Mai schaffen, bin ich froh.“

Hauptgrund für den Baustopp und Verzögerungen liegen darin begründet, dass die Kirche künftig einer erweiterten Nutzung offenstehen soll. „Wir möchten die Kirche als Kultur- und Musikzentrum entwickeln. Dazu  bedarf es neben dem Sanitärbereich, einer kleinen Küche auch einer Heizung“, so der Pfarrer. Diesbezüglich finden derzeit Klärungsgespräche mit der Denkmalschutzbehörde statt.

Wenig auffällige Flächenheizungen würde die Kirchengemeinde gern im Schiff verbauen. Die Innenwände der Kirche sind in einem hellen Beige gehalten, was durchaus gefällt. Bliebe es dabei, seien die Heizkörper, nach Auskunft des Denkmalschutzes, noch zu auffällig. Sie sollen farblich angepasst und verkleinert werden. „Die Heizkörper müssten extra angefertigt und die Farbe in die Keramik gebrannt werden. Aber diese angepassten Heizkörper liegen dann über dem Budget. Vielleicht reicht die Denkmalschutzbehörde dafür eine Förderung aus“, wünscht sich Kübler.

Generationenübergreifende Angebote soll es in der Kirche geben. Unter anderem soll es eine Kooperation mit der Musik- und Kunstschule Ton-Art geben, die in der Kirche mit Kindern arbeiten möchte und dazu auch die Empore nutzen will. Auf dieser müssten aber die Kinder vor möglichen Gefahren in den Fensterbereichen geschützt werden. Die Kirchengemeinde hätte die Nischen gern mit Scheiben gesichert, die bis zum Boden der Empore reichen. Die Denkmalschutzbehöre verweist auf eine Leiste im Bereich der Fensterstrebe.

Teurer wurde die Sanierung aber nicht nur durch Kompromisse im Innenausbau, sondern aus mehrerlei unterschiedlicher Gründe. Für die Toiletten wurde eine biologische Kläranlage vorgesehen, die neben der Kirche in den Boden eingebracht wurde. Dabei fanden sich gut erhaltene Skelette. Mit Archäologen wurden diese geborgen. Ein komplettes Frauenskelett, wohl älter als 200 Jahre, wurde in der sehr trockenen Erde im gut erhaltenen Zustand gefunden.

Zusätzliche Gelder waren auch bei im Außenbereich von Nöten. Waren nur die Erneuerung des Kirchendachs und teilweise des Dachstuhls vorgesehen, musste auch das Schieferdach des Turms samt Stuhl erneuert werden. Zudem drohte der Glockenstuhl in Kirchenschiff zu stürzen. Die Mauern an Turm und Schiff mussten gesichert werden. Dazu war eine großflächige Neuverfugung notwendig geworden.

Klärungsbedarf gibt es noch zur farblichen Ausgestaltung der Kirche. Die Gemeinde möchte das helle Beige gern behalten. Doch eine Restauratorin hat sieben verschiedene Farbschichten gefunden. Ein helles Graublau sei dabei, das weniger gefalle. Die Restauratorin gibt letztlich eine Empfehlung ab, die von der Behörde genehmigt werden muss. „Die verschiedenen Farb-Fassungen geben uns das Potenzial, mit dem Denkmalschutz zu sprechen“, hofft Hans-Dieter Kübler. Die Apsis könne aber wohl in ihrem Blauton erhalten bleiben.

Märkische Oderzeitung, 03.01.2020
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