11.08.2019  –  Märkische Oderzeitung

Beharrlich zum neuen Trebuser Kirchturm

Kirchturm Kirchturm an Trebuser Kirche fertiggestellt: Archtektin Regina Bolck, Petra Kobalz, Baubeauftragte des Kirchenkreises, Pfarrer Jörg Hemmerling und Susanne Rabe, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates© Foto: Annette Herold/MOZ

Was der Geheime Rat von Risselmann die die Landrätin von Selchow konnten, können die Trebuser schon lange. Im 18. Jahrhundert ließen die beiden Adligen die Dorfkirche renovieren, wie auf einer Schautafel im Inneren des Gotteshauses dokumentiert ist. Um die 200 Jahre später ging es um mehr als eine Renovierung. Der Blitz hatte in den Kirchturm eingeschlagen. Dank des Einsatzes vieler, vieler Menschen ist der Turm jetzt wieder komplett.

Kraft und Glaube

Pfarrer Jörg Hemmerling erinnerte beim Festgottesdienst zum Abschluss der Bauarbeiten daran, wie viel Kraft und auch Glaube nötig waren, das umfangreiche, gut 190 000 Euro teure Vorhaben zu realisieren. „Immer wieder dranbleiben und immer wieder beten“ seien nötig geworden, wenn das Projekt ins Stocken zu geraten schien. Und sich auf die eigenen Kräfte besinnen: Rund 28 000 Euro Spenden kamen zusammen, gesammelt in Gottesdiensten, beim Weihnachtsmarkt oder auch von einstigen Fürstenwaldern. Petra Kobalz, Baubeauftragte des Kirchenkreises, möchte eigentlich niemanden hervorheben. Jeder Beitrag sei wichtig, kleine Spenden wie das Entgegenkommen von Baufirmen, die sich einen Teil ihrer Leistungen nicht vergüten ließen, sondern als Spende erbrachten. Der Pfarrer dankte im Gottesdienst stellvertretend Menschen persönlich, die sich um den Bau besonders verdient gemacht haben.

Auch Superintendent Frank Schürer-Behrmann, der im Festgottesdienst predigte, ist die Wiedererrichtung des Turms Anlass zur Freude. Kirchtürme seien wichtig zur räumlichen und zur Orientierung im Leben, sagte er. Kirche und Glaube böten Orientierung im Zusammenleben der Menschen. Der nach oben zeigende Kirchturm sei wie Ausrufezeichen. „Habe Respekt vor dem, das größer ist als Du!“, könnte die Aussage lauten. Respekt, Liebe und Solidarität seien Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens, sagte der Superintendent. Er spielte in seiner Predigt auch auf die Wahlen am 1. September an und mahnte, das auch „bei anstehenden wichtigen politischen Entscheidungen“ zu bedenken. Über Pfarrer Hemmerling sagte der Geistliche, er habe das Bauvorhaben mit „freundlicher, manchmal subtiler Beharrlichkeit“ vorangetrieben.

In die Finanzierung des Turms sind neben Spenden Fördermittel von Stiftungen geflossen. Die Landeskirche hat sich beteiligt, die Domgemeinde brachte Eigenmittel auf und auch der Förderverein Alte Kirchen steuerte Geld bei. Indes planen die Trebuser schon ihr nächstes großes Projekt. Im wiedererrichteten Turm, in dem jetzt eine Glocke geläutet werden kann, sollen eines Ta-ges wieder drei Glocken schla-gen.

UMFRAGE

Doris Naehring aus Trebus: „Es ist schön, dass unsere Kirche wieder einen Turm hat. Ohne sah sie fast aus wie eine Scheune. Jetzt sind wir froh, dass alles geschafft ist. Aber ich habe wie viele andere immer daran geglaubt, dass wir das schaffen. Deshalb haben wir den Mut nicht verloren und sind dran geblieben.“

Oskar Wald mit seiner Frau Käthe aus Trebus: „Es ist für uns wie ein Wunder dass der Kirchturm wieder steht. Zu einer Kirche gehört doch ein Turm! Wir haben die Bauarbeiten von weitem verfolgt, wollten natürlich wissen, wie es um unsere Trebuser Kirche steht. Ich bin Tischler von Beruf. Früher habe ich viel in der Kirche geholfen, wenn dort etwas zu reparieren gewesen ist. Dafür reichen heute die Kräfte nicht mehr. Wir können aber auch wirklich froh sein über den Pastor. Er hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Kirche jetzt wieder komplett ist.“

Fotos (2): Annette Herold

Märkische Oderzeitung, 11.08.2019
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