09.07.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Damelacks Lütkemüller-Orgel glänzt mit Klang

In der Damelacker Kirche erklang die „Lütkemüller-Orgel des Jahres 2019“ am Sonnabend zusammen mit einer Klarinette. Das Konzert bot ungewöhnliche Harmonien aus der über 160-jährigen Geschichte des Instruments.

Organistin Christiane Drese und Klarinettistin Kathleen Reetz aus Waren musizierten in der Damelacker Kirche. Deren Orgel ist Lütkemüller-Orgel des Jahres 2019. Quelle: Alexander Beckmann

Ein kleiner Besucherkreis erlebte am Sonnabend in der DamelackerKirche ein ungewöhnliches Konzert: Christiane Drese an der Orgel und Kathleen Reetz an der Klarinette spielten Werke französischer Komponisten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Die beiden Musikerinnen hatten sich im Vorfeld recht intensiv mit der DamelackerOrgel beschäftigt. Schließlich bot das Instrument den Anlass für das Konzert: Die Friedrich-Hermann-Lütkemüller-Gesellschaft wählte es zur „Lütkemüller-Orgel des Jahres 2019“. In der Kirche geht eine kleine Ausstellung auf Leben und Werk des Instrumentenbauers ein. 

Reihenweise Orgeln für Dorfkirchen

Friedrich Hermann Lütkemüller wurde 1815 in Papenbruch geboren. Seine Lehr- und Gesellenjahre führten ihn bis nach Schwaben und ins heutige Tallinn, bevor er 1844 eine eigene Werkstatt in Wittstockgründete. Bis zu seinem Tod 1897 war Lütkemüller in Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, vereinzelt auch in Pommern tätig und produzierte rund 200 neue Orgeln – 1852 auch die in Damelack. Zwar waren es selten die ganz großen Exemplare ihrer Art, jedoch zählen Experten sie alle zu den qualitativ hochwertigsten ihrer Zeit. Viele blieben bis heute erhalten.

Organistin Christiane Drese spielt in Waren ebenfalls eine Lütkemüller-Orgel, zeigte sich vom Damelacker Instrument aber trotzdem beeindruckt. Anders als viele ihrer Geschwister sei sie noch weitgehend original erhalten.

Historisch authentisch, aber mit Tücken

Eben dieser Umstand stellte Klarinettistin Kathleen Reetz allerdings vor eine technische Herausforderung: Die Damelacker Orgel ist auf einen hörbar höheren Grundton gestimmt als moderne Instrumente wie beispielsweise die Klarinette. Die musste ein Instrumentenbauer eigens für das Konzert anpassen. „Ich habe noch nie so hoch gespielt“, bekannte die Musikerin am Sonnabend. „Die Proben haben uns trotzdem sehr viel Spaß gemacht.“

Die Besucher der Damelacker Kirche hörten Melodien französischer Komponisten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Quelle: Alexander Beckmann

uch die Zuhörer hatten an der Musik Spaß. Die beiden Musikerinnen hatten gezielt Werke aus der Entstehungszeit der Damelacker Orgel und aus späteren Epochen ausgewählt. Romantische bis fast schon jazzige Klänge waren das Ergebnis. Als Besonderheit schwebte über allem ein französisches Flair: vertraut und zugleich ein klein wenig exotisch.

Damelack bleibt Konzertort

Die Besucher dankten mit Spenden. „Wir sammeln auch heute für die Orgel“, erklärte Pfarrer Henning Utpatel auf Nachfrage. „Die haben wir ja erst im Frühjahr reinigen und reparieren lassen. Das war aufwändig.“

Am 20. Oktober wird es in Damelack ein weiteres Konzert in Zusammenarbeit mit der Lütkemüller-Gesellschaft geben. Hinzu kommen noch zwei Veranstaltungen der Konzertreihe „DamelackerSommer“, die schon seit 2005 die Sanierung und Erhaltung der Dorfkirche dient. Nächstes Projekt ist dort die Umzäunung des Kirchhofes. Zur „Langen Nacht der Dorfkirchen“ am 17. August erklingt in Damelack zudem Harfenmusik.

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine Zeitung, 09.07.2019
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