04.03.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Das Harmonium in der Patronatskirche Schulzendorf ist restauriert

Ein Geschenk für die Patronatskirche: Dorothea und Johannes Seifert haben das alte Harmonium restaurieren lassen.

Der Verein zur Wiederherstellung der Patronatskircheund des Dorfangers Schulzendorf freut sich über ein wunderschönes Geschenk. Die Schulzendorfer Dorothea und Johannes Seifert hatten auf ihre Kosten das alte Harmonium reparieren lassen. Seit 21. Dezember steht es nun wieder in der Patronatskirche. Um die Freude mit allen Schulzendorfern zu teilen, gibt es am 12. März um 19.30 Uhr ein Konzert. Johannes Seifert und Burkhard Fritz entführen die Zuhörer in Klangwelt des historischen Instrumentes.

„Wir freuen uns, dass man das Harmonium wieder spielen kann, das ist unser Beitrag für die Patronatskirche, gerade auch, weil der Verein ja schon so viel geschaffen hat“, erklärt Johannes Seifert.

In der elterlichen Wohnung stand ein Harmonium

Zu Hause in Öderan, in der elterlichen Wohnung von Johannes Seifert, stand ein Harmonium. „Ich bin mit dem Harmonium groß geworden, erzählt er mit leuchtenden Augen. Für ihn habe es kein schöneres Spielzeug gegeben. „Eines Tages, als ich so interessiert in der Patronatskirche herumgelaufen bin, habe ich hinter dem Altar das Harmonium entdeckt“, erzählt Johannes Seifert. Natürlich habe er spontan versucht den Deckel zu öffnen. Das war nicht so einfach, der Deckel klemmte und als es dann endlich offen war, stellte er zu seinem Bedauern fest, dass sich die Tasteen auch nicht mehr bewegen ließen. „Mein Gedanke war, dass man hier wohl kaum noch etwas reparieren kann“, so Seifert. Die Tastatur war kaputt, der Blasebalg funktionierte nicht mehr, die Rückschlagventile waren verhärtet, der Holzwurm und andere kleine Tierchen lebten in dem Instrument. Nichts desto Trotz nahm er Verbindung zur Eberswalder Orgelbauwerkstatt Sander & Mähnert auf. Julian Sander machte Mut und erklärte sich bereit in seiner Freizeit das Harmonium zu reparieren

Gebaut wurde das Saugwindharmonium in der Harmoniumbau-Werkstätte von Fritz Bendzko in Königsberg, der von 1923 bis 1941 dort Harmoniums produzierte. Die Seriennummer 24855 lässt vermuten, dass es in den letzten Jahren seines Wirkens entstand.

Wann das Harmonium nach Schulzendorf kam, ist unklar

Wie und wann das Instrument nach Schulzendorf gekommen ist, dazu gibt es im Kirchenarchiv keinen Hinweis, wahrscheinlich ist, dass es im Zusammenhang mit dem Einbau der Winterkirche 1970 geschah. In Erinnerung der Schulzendorfer ist, dass damals Martha Grothewährend der Gottesdienste auf dem Harmonium gespielte. „Ob es ein Geschenk war oder gekauft wurde, ist fraglich, doch wir hoffen, dass wir durch weiter Nachforschungen das Geheimnis lüften können“, sagt Heidi Burmeister, Pressesprecherin des Vereins.

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Von Gerlinde Irmscher

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