05.09.2019  –  Märkische Oderzeitung

Denkwürdige Einblicke in Birkholz

Auf Spurensuche in der Kirchenruine: In Birkholz werden am Tag des offenen Denkmals mehrere Führungen zur Geschichte des Dorfes und seines Gotteshauses angeboten.© Foto: Sergej Scheibe
Blaublütig: Im Jagdschloss Groß Schönebeck sind viele jagdliche Reliquien der Hohenzollern-Dynastie zu sehen.© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt

Zum 26. Mal stehen am Sonntag die Denkmäler als Zeugen der deutschen Geschichte in ganz Deutschland im Mittelpunkt. Auch im Barnim gibt es einiges zu sehen, das Geschichtsinteressierten sonst verschlossen bleibt.

Die ehemalige Bundesschule des ADGB ist nach ihrer Ernennung zum Weltkulturerbe 2017 mittlerweile vielen Menschen ein Begriff. Dass auch die Erweiterungsbauten, die direkt an die Schule angrenzen und Anfang der 1950er Jahre entstanden, ein echter Höhepunkt der Kunst- und DDR-Geschichte sind, weiß bisher kaum jemand.

Am Sonntag bietet der Verein baudenkmal bundesschule bernau erstmalig Führungen durch die heute als Oberstufenzentrum genutzten Gebäudeteile an. Teilnehmer melden sich bitte direkt vor Ort am Veranstaltungstag um 11 Uhr an; Voranmeldungen werden nicht entgegengenommen. Natürlich ist auch die Bundesschule für Besucher von 10 bis 14 Uhr geöffnet – Experten geben an exponierten Punkten sachkundige Auskünfte.

Das blaue Wunder Bernaus, der Gasometer an der Heinersdorfer Straße, wurde 1928/29 als Scheibengasbehälter konstruiert und gebaut. Der 20 Meter hohe genietete Stahlkessel mit einem Durchmesser von 12 Metern lagert auf einem Ringfundament aus Beton und war bis 1966 in Funktion. Normalerweise ist er nicht geöffnet. Am Sonntag bietet das Kulturamt der Stadt von 10 bis 15 Uhr Führungen mit Informationen zum Gelände und zur Gasgewinnung an. Kontakt über Kulturamt Bernau unter Tel. 03338 365310 oder per E-Mail an: kulturamt@bernau-bei-berlin.de:kulturamt@bernau-bei-berlin.de:kulturamt@bernau-bei-berlin.de)$.

Die Region Birkholz als Siedlungsort wurde schon in der Jungsteinzeit bewirtschaftet. Ulrich Buhrow vom Förderverein Dorfkirche Birkholz bietet am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr Dorfführungen mit Erläuterungen und Anekdoten zur Birkholzer Geschichte an. Kontakt unter Tel. 03338 756153 oder per E-Mail an pagemaster-ub@web.de.

Auch auf „Spurensuche in der Kirchenruine“ können Interessierte in Birkholz gehen. Die Führung mit Pfarrer Ralf Wenzel beginnt um 14 Uhr und dauert ungefähr 45 Minuten. Ab 16 Uhr bittet das Trio Giocoso zum Flötenkonzert. „Tanzen und swingen“ heißt dabei das Motto.

Natürlich ist die Dorfkirche Ladeburg am Sonntag ebenfalls geöffnet. Die Mitglieder des Fördervereins sorgen ab 10 Uhr für Führungen und Turmbesteigungen bis zu den Glocken. Ab 16 Uhr wird der Tag mit einem Konzert ausklingen. Das Kammermusikensemble Karow unter Leitung von Thomas Posselt spielt bekannte Filmmusik und klassische Titel. Der Eintritt ist frei. Allerdings freut sich der Förderverein über Spenden, die der Finanzierung einer Baumaßnahme in der Kirche dienen sollen.

Militärisch Interessierte kommen beim Tag des offenen Denkmals ebenfalls auf ihre Kosten. Der Gefechtsstand der 41. Fla-Raketenbrigade der ehemaligen NVA am Biesenthaler Weg 32 in Ladeburg ist zur Besichtigung offen. Führungen finden um 10, 13 und 16 Uhr statt. Kontakt über das Bernauer Kulturamt, Tel.: 03338 365310, E-Mail: kulturamt@bernau-bei-berlin.de:kulturamt@bernau-bei-berlin.de:kulturamt@bernau-bei-berlin.de)$.

Überreste aus der Renaissance

Einen wahrlich historischen Moment können die Besucher allerdings im Jagdschloss Schorfheide in Groß Schönebeck erleben. Bei Bauarbeiten wurden vor einigen Wochen zufällig Überreste aus der Renaissance-Zeit (15. Jahrhundert) entdeckt. Bislang glaubte man, dass das einstige Jagdschloss im Dreißigjährigen Krieg Anfang des 16. Jahrhunderts vollständig niederbrannte und erst später neu errichtet wurde.  Die Bausubstanz scheint deutlich älter. Am Sonntag wird nun diese original Bauelement aus der Renaissance-Zeit erstmalig dem Publikum zugänglich gemacht. Damit treffen die Veranstalter genau das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals: „Moderne: Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Renaissance war schließlich genau dies: Sie hat den mittelalterlichen Menschen in die Neuzeit katapultiert, indem Grundlagen der Naturwissenschaften (wieder)entdeckt wurden. Um 14 wird Kunsthistorikerin Beatrice Szameitat im Jagdschloss einen Vortrag über  das Tafeln und Trinken in der Renaissance-Zeit geben. Das Schloss mit seinen Ausstellungen ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 4,50 Euro.

Weitere Informationen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

Märkische Oderzeitung, 05.09.2019
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