18.10.2005  –  Märkische Allgemeine

Die Gortzer Orgel spielt wieder

BACH UND GELBE ROSEN

Die Gortzer Orgel spielt wieder / Dank an Sponsoren und Förderverein

FRANK BÜRSTENBINDER

 Dorfkirche Gortz

GORTZ Ohne sie wäre eine Rekonstruktion noch nicht möglichgewesen: 12 500 Euro spendeten Hannelore und Helmut Schmidt aus Berlin für dieSanierung der Gortzer Kirchenorgel. An ihre hochherzige Stiftung erinnern dieNamen der Eheleute, die zwei der 36 neuen Prospektpfeifen zieren. HelmutSchmidt war es leider nicht mehr vergönnt, die Wiederinbetriebnahme derhundertjährigen Eifert-Orgel mitzuerleben. Für ihren inzwischen verstorbenenGatten nahm Hannelore Schmidt am Sonntag das große Dankeschön des Fördervereinsund der Kirchengemeinde Butzow/Ketzür/Gortz entgegen. In Zeiten knapper Kassensei das private Engagement unersetzlich, würdigte Klaus Jacob vomGemeindekirchenrat die Sponsoren und die unermüdliche Arbeit des Fördervereins.Pfarrer Martin Gestrich überreichte jedem anwesenden Vereinsmitglied zur Feierdes Tages eine gelbe Rose. Dabei blieb nicht aus, dass es „eine Rose für FrauRose“ gab. Claudia Rose steht an der Spitze des Vereins, der vor vier Jahrendie Rettung des maroden Kirchengebäudes einleitete.

Das erste Konzert der rund um erneuerten Orgel war denn auchdie vorläufige Krönung der Vereinsbemühungen. Beim Herbstfest blieb kein Platzin dem spätgotischen Gotteshaus frei, während Orgelbaumeister Jörg Stegmüllerdas Publikum in die Geheimnisse des Instrumentes mit seinen zwei Manualen undneuen Registern einweihte. Was Stegmüller unten im Kirchenschiff an Tönen erklärte,war prompt darauf zu hören. Oben auf der Empore saß Elke Pilz an der Orgel. DieKantorin aus Michendorf und Freundin von Stegmüller hatte dem Instrumentbereits zur Andacht die ersten Musikstücke entlockt.

Doch ihre erste große Stunde erlebte die Gortzer Orgel beimfolgenden Konzert, zu dem sich der Förderverein Manfred Maibauer eingeladenhatte. Der Kirchenmusiker an der St. Thomas-Kirche in Berlin-Mitte hatte sichmit Bachs Toccata mit Fuge d-moll einen würdigen Auftakt ausgewählt. DieBesucher waren begeistert und Maibaumer lobte gegenüber der MAZ: „Die Orgel istwieder bestens bespielbar.“

Orgelbaumeister Jörg Stegmüller und sein Geselle MartinSchröder restaurierten sie in diesem Sommer. Zunächst sagten sie denholzfressenden Anobien den Kampf an, 36 neue Prospektpfeifen wurden angefertigtund ein elektrisches Windgebläse eingebaut.

 

Märkische Allgemeine, 18.10.2005
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