13.09.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Dorfkirche Steffenshagen feierlich wiedereröffnet

Die vielen Besucher waren tief beeindruckt: Bei ihrer Wiedereröffnung erstrahlte die Dorfkirche von Steffenshagen in einem Farben- und Lichtrausch. Der Dank ging an die vielen Menschen, die das ermöglicht haben.

Blick in die gut gefüllte Kirche, die wie neu wirkt. Quelle: Bernd Atzenroth

Es muss für Pritz­walksPfarrerin Susanne Michels ein erhebendes Erlebnis gewesen sein, als sie zusammen mit den Mitgliedern des Gemeindekirchenrats Schönhagen-Steffenshagen vor nicht allzu langer Zeit begutachtete, was in der Steffenshagener Kirche passiert ist.

„Alle erfasste ein großes Staunen“, sagte sie, „wir waren beeindruckt und konnten kaum den Blick von der Decke abwenden. Dass sie so schön ist, das hat mich und auch andere überwältigt, als ich in die Kirche kam.“ Angesichts der Blüten und Ranken sei sie sich wie im Paradies vorgekommen.

Pfarrerin Susanne Michels hält die Kirche in Steffenshagen für ein kleines Paradies. Quelle: Bernd Atzenroth

Dem ein oder anderen mag dies genauso gegangen sein, als er oder sie am Freitagnachmittag erstmals die fertig sanierte Kirche zum Wiedereröffnungsgottesdienst betrat: Die wunderbaren Dachausmalungen des Berliner Malers Robert Sandfort leuchteten wie noch nie, dazu jetzt auch passend die Fensterrahmen. Vorher ist das noch nie aufgefallen. Aber jetzt, nach der Überarbeitung, schon: Die Rahmen passen nun sichtbar farblich zum Rest, „und das war alles schon da“, sagt Margit Vogel, Vorsitzende des Heimatvereins Steffenshagen.

„Letztendlich hat es doch alles funktioniert“

Margit Vogel war einfach nur glücklich. Für sie endet an dieser Stelle ein Kampf um die Kirche, der ein Jahrzehnt gedauert hat, seit sie 2009 der Kunsthistoriker Udo Piekarek motivierte, sich für die Sanierung des Gotteshauses einzusetzen. Sie und alle ihre Mitstreiter haben viele Schleifen drehen müssen und nach jahrelangen Vorbereitungen im dritten Anlauf Leader-Förderung bekommen.

Und selbst dann mussten noch viele Komplikationen überwunden werden. „Letztendlich hat es doch alles funktioniert“, schloss sie ihre Ausführungen, nicht ohne anzumerken, dass sie bereits vor einem Jahr den Termin der Wiedereröffnung verkündet habe, „und ich habe Wort gehalten“.

Viele waren gekommen, die Kirche war voll auch mit Besuchern aus den Nachbarorten. Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel war genauso da wie der Architekt Ingo Dreger mit Frau und viele derjenigen, die als Handwerker oder in anderer Funktion zum Gelingen beigetragen haben. Sie erlebten eine mitunter ergreifende kleine Feierstunde, wozu Diana und Matthias mit ihren musikalischen Darbietungen beitrugen.

Margit Vogels Wunsch an Ingo Dreger in Sachen Kirchenrestaurierung war einfach: „Ich möchte einen schönen Innenraum.“ Doch im Oktober 2018 war daran nicht zu denken. Die Kirche musste aufwendig gesichert werden, zentimeterbreite Risse waren zu schließen.„Wir haben genau das Gegenteil gemacht“, sagte Ingo Dreger, „im Frühjahr 19 sind wir endlich rangegangen.“

17 Bauberatungen und 52 von den Damen des Heimatvereins geschmierte Brötchen weiter erkennt selbst der Architekt die Kirche nicht mehr wieder. Es war aber nicht nur die Herzlichkeit und die damit verbundene gute Versorgung aller Beteiligten, sondern vor allem das Zusammenspiel der Handwerker und ihre unglaubliche Leistung, die dieses tolle Resultat ermöglicht haben.

So war dieser Tag ein Tag des Dankes. Margit Vogel nannte alle beteiligten Baufirmen und Mitarbeiter. Auch Ingo Dreger hob einige von ihnen heraus, ob nun die Firma Geyer aus Blumenthal, den Dachdecker Marcel Lublow, den Restaurator Konrad Dazr oder aber insbesondere Jürgen Kuhnt, der, so Margit Vogel, „mit seinen Kollegen alles gegeben hat, um unseren Traum wahr werden zu lassen“.

Susanne Michels wandte sich schließlich an Margit Vogel selbst: „Dankeschön, liebe Margit, wie Du das hier in die Hand genommen hast“, sagte sie, „wie Du für alle dagewesen bist und alles zusammengehalten hast.“ Dafür gab es ein kleines Päckchen mit schönen Dingen aus dem Pritzwalker Weltladen. Das gab es auch für Ute Malorny, neben Margit Vogel die zweite gute Seele bei den Steffenshagener Streitern für ihre Dorfkirche.

Von Bernd Atzenroth

Märkische Allgemeine Zeitung, 13.09.2019
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