09.08.2020  –  Märkische Oderzeitung

Einst und Jetzt – Trebitz brannte 1894 ab

Historisch Ansicht der Trebitzer Kirche. Sammlung/Foto/Text: B.Kraemer© Foto: Sammlung/Foto/Text: B.Kraemer
Das Gotteshaus in heutiger Zeit. Sammlung/Foto/Text: B.Kraemer© Foto: Sammlung/Foto/Text: B.Kraemer

Bärbel Krämer / 09.08.2020, 07:44 UhrTrebitz  

Am 22. Juli des Jahres 1894 wurde Trebitz von einem verheerenden Großfeuer heimgesucht. Die Flammen griffen in großer Schnelligkeit um sich. 13 Besitzungen, die Kirche und das Spritzenhaus, fielen dem Feuer anheim. Die 15 aus den umliegenden Orten zur Brandstelle geeilten Wasserspritzen vermochten kaum etwas auszurichten. Der Wiederaufbau des Dorfes ging zügig voran. Die in der historischen Ansicht abgebildete Dorfkirche wurde in den Jahren 1897/98 erbaut. Ein fast baugleicher und architektonischer Zwilling der Trebitzer Kirche steht in Lühnsdorf. Die innere Ausmalung in beiden Gotteshäusern führte der königliche Hofzimmermaler Andree aus Potsdam aus. Die Baukosten für die Trebitzer Kirche bezifferten sich auf rund 20.000 Mark. Die Fotografie für den Postkartendruck entstand wiederum Ende der 1920er Jahre. Die Glocken für die neue Kirche gab der Rottstocker Pfarrer Johanning am 19. Oktober 1897 beim Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation in Auftrag. Noch 1897 wurde die kleinere, im Jahr darauf die größere Glocke aus Gussstahl hergestellt und mit der Eisenbahn nach Brück befördert. Von Brück aus wurden die Glocken per Pferdewagen nach Trebitz transportiert. Zur Lieferung gehörte ferner das Läutezubehör, zwei Läuteseile á sieben Meter Länge, zwei Zylinder für die Seilführung, drei Unterlegplatten mit dazugehörigen Schraubenbolzen, zwei Winkeleisen und die nötige Vergurtung. Für die Bahnfracht von Bochum nach Brück wurden, auch das ist eine Erwähnung wert, den Trebitzern 24 Mark berechnet.

Märkische Oderzeitung, 09.08.2020