27.11.2019  –  Märkische Oderzeitung

Elvira Kübler ist die neue Pfarrerin von Falkenberg

Elvira Kübler ist die neue Pfarrerin von Falkenberg. Auch Dörfer im Barnim gehören zu ihrem Sprengel.

Alles fließt: Falkenbergs neue Pfarrerin Elvira Kübler genießt die ländliche Idylle und ist gern am Bach, der durch den Pfarrhausgarten verläuft. Sie ist ein Naturmensch, sagt die 61-jährige gebürtige Greifswalderin von sich. © Foto: Marco Marschall
Wieder jemand zuhause: Nach dem Auszug von Ulf-Winfried Radtke ist das Pfarrhaus wieder bewohnt. © Foto: Marco Marschall

Oben auf dem Hang, auf dem Falkenbergs Dorfkirche steht, blickt Elvira Kübler in die Ferne und gerät ins Schwärmen. „Erst neulich habe ich gesehen, wie sich Wildgänse zum Flug formiert haben“, erzählt sie. Kurz darauf ist sie Kühen auf der Weide begegnet und dann war da auch noch ein Bussardpärchen. Daran könne sie sich erfreuen. In ihrem Beruf hat sie nur im übertragenen Sinne mit Tieren zu tun. Als neue Gemeindepfarrerin ist sie zuständig für rund 700 Schäfchen.

Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde verteilen sich auf Falkenberg, Hohenfinow, Cöthen, Niederfinow, Dannenberg und Liepe. Es handelt sich um eine halbe Pfarrstelle. Die zweite halbe Stelle widmet sich der Region Barnim Süd und umfasst unter anderem Biesenthal und Werneuchen. Dort will die Pfarrerin vor allem mit Kindern arbeiten, an Kitas gehen, Kindergottesdienste und Martinsumzüge vorbereiten. Das verspricht viele Fahrten durch die ländliche Region, die ihr gerade ans Herz wächst.

Arbeit in Ost und West

Eigentlich hat die heute 61-Jährige viele Jahre in der Großstadt verbracht. Geboren in Greifswald studierte sie in Ost-Berlin Theologie und machte dort ihr erstes Examen. Das zweite legte sie im Westen der Hauptstadt ab und war dort viele Jahre unter anderem als Krankenhauspfarrerin tätig. Nach Tod ihres Mannes 2008 nahm sie sich 2011 eine vier Jahre dauernde Auszeit und ging dafür nach Bayern. Ende 2013 kam sie wieder zurück nach Berlin und begann in der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Berlin Lichtenberg zu arbeiten.

Nun ist Elvira Kübler weg von U-Bahnen und Straßenlärm. An dem kleinen namenlosen Bächlein, das hinter dem Falkenberger Pfarrhaus entlangläuft, atmet sie die kühle Novemberluft und strahlt. „Eine Quelle der Seele. Wie das Leben, alles im Fluss“, sagt sie. Die Idylle im Hinterhof ihres neuen Arbeitsplatzes sei nicht ganz unschuldig gewesen an ihrer Entscheidung hier rauszugehen und nochmal als Pfarrerin zu arbeiten.

Die Ex-Großstädterin ist eingezogen ins dreistöckige Pfarrhaus. Alle Kartons sind noch nicht ausgepackt. Bis vor kurzem war die Eichholzstraße 3 das Domizil von Pfarrer Ulf-Winfried Radtke, der im Sommer in Hohenfinow seinen Abschiedsgottesdienst hatte. Er und seine Frau sind nach mehr als 30 Jahren in Falkenberg zurück nach Berlin gegangen. Dass der Ersatz nun ausgerechnet aus der Hauptstadt kommt, ist ein kurioser Zufall. Nun ist es an Elvira Kübler, die drei Etagen mit Leben zu füllen. „Ich habe schon überlegt, mir einen Hund anzuschaffen“, sagt sie, die sich selbst als Naturmensch bezeichnet. Ihre beiden Eltern kämen vom Land. Das sei in ihren Genen.

Musik im Gepäck

Die Mutter zweier erwachsener Töchter ist begeistert vom Pfarrhaus und von der Falkenberger Kirche. Auch in den anderen Gotteshäusern war sie bereits, hatte am 17. November ihren Einführungsgottesdienst. Sehr warmherzig sei sie von den Menschen empfangen worden. Alle hätten sich froh darüber gezeigt, dass es wieder eine Pfarrerin in der Gemeinde gibt. Dass ausgerechnet sie diesen Job machen würde, hätte Elvira Kübler bis vor kurzem selbst nicht gedacht. Ausschlaggebend war eine Trauung, die sie in Werneuchen abhielt. Die Pfarrerin dort lud sie ein, sich auf die freie Stelle im Pfarrsprengel Falkenberg zu bewerben.

Nun ist sie da, im großen Haus zwischen Bach und Kirchenhang und bringt ihre Leidenschaft, die Musik mit in die Gemeinde. Mit ihrem Ehemann, dem Organisten und Komponisten Malte Rühmann, hatte sie früher klassische Stücke gesungen und schon vorher Konzerte gegeben. Klavier spiele sie mehr für „den Eigenbedarf“ sagt sie. Gut möglich aber, dass die Pfarrerin zum Gottesdienst die Gitarre auspackt.

Märkische Oderzeitung, 27.11.2019
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