11.05.2020  –  Lausitzer Rundschau

Endlich wieder Gottesdienste – Calauer Christen atmen auf

Nach wochenlanger Pause haben sich die Türen zu den Kirchen wieder geöffnet. Gemeinsame Gottesdienste sind auch in der Calauer Stadtkirhce herbeigesehnt worden. Sie verlaufen jetzt unter besonderen Bedingungen.

11. Mai 2020, 12:08 Uhr•Calau
Von Uwe Hegewald

In der Calauer Stadtkirche ließen es sich Besucher, Pfarrerin Kathrin Schubert und Organistin Brigitte Sommer nicht nehmen, sich zu Kantate auch dem gemeinsamen Gesang hinzugeben.

Sonnenstrahlen dringen am Sonntagvormittag durch das Kirchenfenster der Calauer Stadtkirche und erhellen den Altartisch, der mit sechs Kerzenleuchtern, Bibel und einem zweifarbigen Fliederstrauch geschmückt ist. Frauen, Männer und Kinder drängen in das Gotteshaus, wo sie von Michael Grogorick empfangen werden. „Guten Tag. Nehmen Sie sich ein Gesangsbuch und beachten Sie bitte die Abstandsregel“, begrüßt das Mitglied des Gemeindekirchenrates die Ankömmlinge.

Diese haben kein Problem damit, dass er sich von allen Besuchern des Gottesdienstes die Telefonnummern notiert. Es ist noch immer Corona-Zeit. Aus Bronkow (Amt Altdöbern) hat sich Kerstin Lehmann auf den Weg nach Calau gemacht. „Pfingstsonntag findet bei uns der erste Gottesdienst nach langer Pause statt. So lange wollte ich aber nicht mehr warten“, begründet sie ihren Besuch. Ostern ohne Kirche sei schon schlimm gewesen. „Getröstet haben wir uns Gründonnerstag mit einem Abendmahl in Familie“, so die Bronkowerin, die letztmals am 10. Januar einen Gottesdienst besuchte. „In Zwickau, bei der Vereidigung unserer Tochter, die den Dienst in den Reihen der Polizei Sachsen angetreten hat.

Wegen Kontaktbeschränkungen: Singen mit Abstand in Calauer Stadtkirche

Kathrin Schubert ist die Freude geradezu von den Augen abzulesen. „Schön, dass wir nach so langer Zeit wieder gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen“, sagt die Pfarrerin und überrascht mit einer Ankündigung. „Singet dem Herrn ein neues Lied“, appelliert sie und verweist auf den Kantate-Sonntag. Zentraler Inhalt des Gottesdienstes an Kantate ist in den evangelischen Kirchen der Gesang zum Gotteslob und die Wertschätzung des Gesangs und der Kirchenmusik. „Wer zum Singen einen größeren Abstand benötigt, suche sich diesen“, bittet Kathrin Schubert an diesem denkwürdigen Sonntag.

Karsta Haase begrüßt die „mutige, aber richtige Entscheidung“ des Calauer Gemeindekirchenrates, an Kantate nicht auf das Singen zu verzichten. Dabei stützt sich die Calauerin auf die Acht-Punkte-Regel zu Gottesdiensten im Kirchenkreis Niederlausitz, in der nicht verboten, aber empfohlen wird, vorerst auf das Singen zu verzichten. Karsta Haase ist Mitglied im Lübbenauer Kirchenchor und hat sich für die Teilnahme am Gottesdienst in ihrer Heimatstadt Calau entschieden – wegen des Gesangs.

Auf der Empore nimmt sie gebührenden Abstand zu Organistin Brigitte Sommer Platz, die der Orgel vertraute Melodien entlockt. Von den Tönen des Königsinstrumentes fühlt sich ein Wildtauben-Pärchen angezogen, dass bis zum Schluss des Gottesdienstes auf einem Außen-Fenstersims verharrt. Tauben gelten im Christentum als Zeichen der Hoffnung aber auch als Symbol des Friedens. Dass Pfarrerin Schubert in ihrer Predigt ausführlich an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert, lässt Vermutungen zu, sie habe das Taubenpärchen extra für den Gottesdienst zur Calauer Stadtkirche gebeten

Lausitzer Rundschau, 11.05.2020
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