06.12.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Erster Teil der Kirchensanierung in Kötzlin ist vollendet

Der erste Bauabschnitt zur Sanierung der Kötzliner Dorfkirche ist abgeschlossen. Viele Gemeindemitglieder packten vor allem im Innern selbst mit an. Ihren Erfolg wollen sie am Sonntag feiern.

Die Kirche von Kötzlin (Stadt Kyritz) riecht wie nagelneu. Dabei ist das Haus schon fast 250 Jahre alt. Bis vor kurzem war ihm das auch deutlich anzusehen. Ab April machten sich jedoch Handwerker an dem Bau zu schaffen. Den ersten Abschnitt ihrer Arbeit konnten sie nun beenden.

Das Dach ist neu eingedeckt, der Dachstuhl repariert. Der Putz am Kirchenschiff wurde ausgebessert und erhielt einen neuen Anstrich – statt grau ist er nun hell sandfarben. Das gilt auch für den deutlich jüngeren Anbau. Fachleute arbeiteten sämtliche Fenster auf und ersetzten Glas, das im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen war.

Drinnen verschwand endlich der alte Wasserschaden an der Decke. Decke und Wände sind frisch gestrichen. Sogar der Ziegelfußboden ist nun wieder eben. „Die alte Linde an der Außenwand hatte ihn um bis zu 15 Zentimeter angehoben“, berichtet Pfarrer Henning Utpatel aus Breddin.

Perfekt dank Kötzliner Engagement

Die Kosten von etwa 200.000 Euro teilen sich das Land Brandenburg, die Landeskirche und der Kirchenkreis. Grundlage bildet der brandenburgische Staatskirchenvertrag.

Doch allein auf dieser Basis wäre die Kötzliner Kirche bei weitem nicht so weit, wie sie es jetzt ist. Über viele, viele Stunden machten sich in den vergangenen Wochen Kötzliner daran, die noch aus der Bauzeit stammenden Kirchenbänke aufzuarbeiten. „250 Jahre Feuchtigkeit hatten ganze Arbeit geleistet“, sagt der Kirchenälteste Hans-Joachim Müller. Der 85-jährige packte bei der Reparatur und dem Neuanstrich selbst kräftig mit an, lobt aber vor allem den Tischler Mario Kirste aus Kötzlin: „Der hat den Löwenanteil geleistet.“

Die Handwerker kommen wieder

„Das war eine ganz tolle Eigenleistung der Kötzliner“, schätzt Pfarrer Henning Utpatel ein. „Für das Mobiliar hätten wir nämlich keine Förderung bekommen. Viele Gemeindemitglieder haben sich hier engagiert. Ohne das geht so ein Projekt einfach nicht.“

Der erste Bauabschnitt zur Kirchensanierung in Kötzlin ist abgeschlossen. Voraussichtlich im Frühjahr wird weiter gebaut. Quelle: Alexander Beckmann

Zwar sind die Handwerker jetzt erst einmal wieder abgezogen, doch ihre Rückkehr wird schon erwartet. Nächste Aufgabe ist die Isolierung der Nordwand gegen aufsteigende Nässe. „Es ist nicht ganz so schlimm wie damals in Schönermark, aber die Feuchtigkeit hat eben doch einigen Schaden angerichtet.“

Nächste Aufgabe: der Kirchturm

Unbedingt mit auf der Aufgabenliste steht der Kirchturm. Er besteht aus einer Holzkonstruktion, die mit Mauerwerk verkleidet ist. Beidem hat die Zeit so erheblich zugesetzt, dass schon seit Jahren Stahlträger für Stabilität sorgen müssen. Nächstes Jahr will man sich der Sache noch einmal annehmen.

„Die Förderanträge sind gestellt, so dass wir zuversichtlich sind, im April beginnen zu können“, sagt der Pfarrer und blickt schon weiter in die Zukunft. „Das i-Tüpfelchen muss irgendwann die Restaurierung des Kanzelaltars sein. Aber das hat noch Zeit.“

Das findet auch Hans-Joachim Müller. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt er schon jetzt. Dieser Tage beschäftigt ihn vor allem die Vorbereitung des Fest- und Dankgottesdienst, den die Kötzliner zum Abschluss des ersten Bauabschnittes am kommenden Sonntag, dem 8. Dezember, um 14 Uhr feiern wollen. „Und danach werden wir uns zum fröhlichen Kaffeetrinken in der Gaststätte treffen“, kündigt der Kirchenälteste an.

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine Zeitung, 06.12.2019
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