21.02.2020  –  Märkische Oderzeitung

Falkenthal feiert den 750. Geburtstag

Dass die Falkenthaler gut feiern können, haben sie schon oft bei ihren Erntedankfesten bewiesen.© Foto: Volkmar Ernst

Daran, dass am 20. Juni in Falkenthal der 750. Geburtstag  der Gemeinde gefeiert wird, hätten die Verantwortlichen der UEFA bei der Ansetzung der Spiele für die Fußball-Europameisterschaft nun wirklich denken können. Immerhin treffen dann Deutschland und Portugal aufeinander, und das bringt im fußballbegeisterten Falkenthal die Planungen der Geburtstagsfeier doch erheblich durcheinander.

Die spannende Frage ist, wie kann das Public Viewing in den Programmablauf eingearbeitet werden? Dass es das geben wird, steht außer Frage. Doch wann und wie, daran scheiden sich durchaus die Geister, wie am Donnerstagabend bei der Ortsbeiratssitzung festzustellen war. Die Kommunalpolitiker hatten zur Sitzung eingeladen, um die ersten Planungen vorzustellen und auch zur Diskussion zu stellen.

Tausende Gäste

Immerhin soll die Geburtstagsfeier doch zu einem ganz besonderen Fest für die Falkenthaler werden, und eigentlich nicht nur für sie, denn ausgelegt sind die Planungen so, dass bei nur mäßigem Wetter zwischen 1 500 und 2 000 Gäste erwartet werden, bei gutem sogar zwischen 2 000 bis 4 000, wie Ortsvorsteher Karsten Kiesewetter berichtete.  Immerhin soll der Papst kommen. Verzeihung, die falsche Konfession! Also dann eben Bundeskanzlerin Angela Merkel, falls sie nicht mit dem Regionalexpress direkt nach Templin durchfährt. Doch Brandenburgs Landesvater Dietmar Woidke könnte tatsächlich zu den Ehrengästen gehören, obwohl seine Zusage noch aussteht. „Aber wir haben ihn eingeladen und bislang noch keinen Absage vorliegen. Das ist doch immerhin schon einmal was“, so der Ortsvorsteher weiter. Gelockt haben ihn die Organisatoren übrigens mit dem Angebot, dass er im Falle einer Zusage wie zur 725-Jahrfeier damals Sozialministerin Regine Hildebrandt im ersten Umzugswagen Platz nehmen darf.

Viel Arbeit haben die Organisatoren bereits geleistet, um die Grobplanungen abzustimmen. Denn bis zu 4 000 Gäste, da muss einiges bedacht werden. Da reicht es nicht, nur ein Festzelt aufzustellen und einen DJ zu engagieren. Gefeiert werden soll im historischen Dorfzentrum auf dem Platz zwischen Kirche und dem ehemaligen Schulhaus. Eine durchaus gute Wahl, wenn die Straße auch eben wäre. Weil sie das aber nicht ist, muss extra ein Unterbau errichtet werden, um darauf das Festzelt mit dem umlaufenden Biergarten aufstellen zu können. Das Zelt soll sein, um die Gäste sowohl vor Regen als auch prallem Sonnenschein schützen zu können. Beides ist im Juni durchaus möglich.

Drei Portale sollen den Zugang zum zentralen Festplatz anzeigen und sichern. Das wiederum heißt, dass eine Zufahrt zu diesem nicht möglich sein wird. Deshalb werden Parkflächen gebraucht, auf denen die Gäste ihre Autos abstellen können. Wenn wirklich bis zu 4 000 Gäste kommen, dann werden, grob geschätzt, 1 000 Stellflächen gebraucht und natürlich auch Einweiser.

Programmvorschläge

Dass das Fest um 10 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet wird, gebietet allein die Nähe zur Kirche. Dort im Anschluss die „Bauernkantate“ aufzuführen, macht schon allein wegen der hervorragenden Akustik im Kirchenschiff Sinn. Währenddessen können draußen die Stände, die bereits am Vorabend aufgebaut werden, öffnen. Die Wagen für den historischen Umzug formieren sich am „RK2“ und starten Richtung Festplatz gegen 13.30 Uhr. Was gerade zu sehen ist, wird Alexander Dieck, Moderator bei Antenne Brandenburg, von einem erhöhten Sitz vor der alten Feuerwache erklären. Wenn der letzte Wagen am Horizont verschwunden ist, schlägt des Ortsvorstehers Karten Kiesewetter große Stunde. Entweder wird er gemeinsam mit Landesvater Dietmar Woidke oder eben allein das Fest offiziell mit dem Anschnitt der 750-Jahre-Geburtstage eröffnen. Danach starten des große Essen und das Bühnenprogramm mit Leierkasten-Lutz, den Kindern der Kita „Kinderland“ und dem Auftritt des Schmachtenhagener Chores „Gute Freunde“. Weitere Auftritte, beispielsweise des Karneval-Klubs, sind möglich, denn festgezurrt ist längst noch nichts, wie ausdrücklich gesagt wurde.

Von 17.40 bis 20 Uhr steht dann das Public Viewing für die Fußballfans auf dem Programm, das durch die Gästeschar sogar zum großen öffentlichen Event im Landkreis während der EM werden könnte. Extra dafür haben die Organisatoren einen Laster geordert, um eine 2,50 mal 2,50 Meter große Bildschirmfläche anbieten zu können. Ob es dazu parallel ein Alternativprogramm für Nicht-Fußball-Fans geben wird, soll im Detail noch geklärt werden. Als Ablenkung und Spaßaktion in der Halbzeitpause schlagen die Organisatoren ein Tauziehen vor, bei dem Grüneberger gegen Falkenthaler antreten oder aber Karnevalisten gegen Angler.

Ab 20 Uhr geht es mit einem Wunschkonzert, der Versteigerung für die Sanierung des Kirchenturms, „Best of Schlager“ mit Bernd Kroll und dem Auftritt des Karnevalsvereins unter dem Motto „Falkenthal, wie es singt und lacht“ weiter. Während das Tageslicht immer weiter schwindet, werden rund um den Festplatz die Gebäude und Bäume illuminiert und damit langsam auf das große Jubiläumsfeuerwerk als Finale hinweisen. So weit die vorliegenden Planungen, die nun weiter konkretisiert werden.

HISTORISCHER ABRISS

Das Kolonistendorf aus askanischer Frühzeit wurde 1270 erstmals urkundlich als „Valkendale“ erwähnt und bekam bereits 1299 seinen richtigen Namen Falkenthal.Es gehörte bis 1541 zum Kloster Zehdenick.Heute ist es Ortsteil der Großgemeinde Löwenberger Land und liegt an den Grenzen des Gemeindegebietes zu den Städten Zehdenick und Liebenwalde.Die evangelische Dorfkirche ist ein gotischer Feldsteinbau aus dem 14. Jahrhundert und eines der ältesten Baudenkmale im Ort.Das Besondere daran ist der laternenartige Aufsatz mit Holzverkleidung auf dem Turm. Er wurde 1702 anlässlich der Krönung Friedrichs I. im Jahre 1701 errichtet.

Märkische Oderzeitung, 21.02.2020
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