18.06.2002  –  Nordkurier / Templiner Zeitung

Fenster wirken weit über das Gotteshaus hinaus

Fenster wirken weit über das Gotteshaus hinaus
Annenwalder Künstler Werner Kothe hat in Gollmitz Spuren hinterlassen

Von unserem Redaktionsmitglied Matthias Bruck

Gollmitz/Annenwalde. „Diese Fenster wirken auch weit außerhalb der Gottesdienste“, bekannte Matthias Hoffmann-Tauschwitz. „Sie stehen für ein leider noch zu seltenes Nebeneinander von einem weltlichen Impuls und dem kirchlichen Anspruch an diesen Impuls“, erklärte der Referatsleiter für Denkmalfragen bei der Landeskirche Berlin-Brandenburg bei der feierlichen Einweihung der neuen Fenster in der Gollmitzer Wehrkirche.

Der in Annenwalde wohnende Künstler Werner Kothe ist bei der Gestaltung der Fenster an der Altarseite der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wehrkirche in der Tat unkonventionelle Wege gegangen. Die neuen Fensterscheiben in der Gollmitzer Kirche vermitteln keine vordergründig kirchliche Botschaft, vielmehr ließ Kothe sich von Erscheinungen aus dem Weltall inspirieren, von Fotos, die von Satellitenkameras geschossen wurden. Eine Art Flusslauf, aus tausenden Kilometer Entfernung gesehen, ein Sternennebel und ein Blick aus dem All auf die Erde, im Hintergrund leuchtet der Mond, liegen dem Kunstwerk als Ursprung zu Grunde.

Für und Wider

Diese unkonventionelle Herangehensweise, so berichtet Jürgen von Chamier vom Freundeskreis Gollmitzer Wehrkirche, hatte im Vorfeld durchaus Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Fenstergestaltung ausgelöst. „Wir haben uns jedoch lange Zeit gelassen, das Für und Wider abzuwägen. Letztendlich setzte sich die Erkenntnis durch, dass diese moderne Gestaltung unserer Kirche ein würdiges Gesicht gibt“, erklärte Chamier. Für Hoffmann-Tauschwitz eröffnet diese Fenstergestaltung der Kirche sogar die Möglichkeit, weit über die eigentliche Kirchengemeinde hinaus Anziehungspunkt zu sein. Für Pfarrer Christian Fischer ändern die Fenster die Atmosphäre des gesamten Kirchenraumes. Das zumindest war auch vom Freundeskreis gewollt, als er Kothe für den Auftrag gewann. „Wir hatten uns zu entscheiden, ob wir für unsere schlichte Kirche einen Altar aus einer fremden Kirche besorgen oder aber ob wir diesem Gotteshaus durch die Gestaltung der Fenster eine feierlichere Atmosphäre verleihen können“, berichtet Chamier.

Für den Freundeskreis, der sich seit Jahren für die Sanierung der Wehrkirche einsetzt, die aufgrund ihres Alters landesweit als Besonderheit gilt, ist die feierliche Fenstereinweihung so etwas wie eine Art Halbzeit bei der Rekonstruktion des Gebäudes. Etwa 130 000 Euro wurden bislang eingesetzt. Etwa noch einmal so viel Euro werden es sein müssen, ehe wirklich von einem sanierten Gotteshaus gesprochen werden kann.

 

 

Nordkurier / Templiner Zeitung, 18.06.2002
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