02.08.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Fest zum Abschluss der Kirchensanierung in Ferchesar

Hingucker: Die frisch sanierte Kirche in der Dorfmitte von Ferchesar. Quelle: Norbert Stein

Die Ferchesarer Kirche ist wieder der strahlende Mittelpunkt des Dorfes. Rund 570000 Euro wurden in den vergangenen fünf Jahren in die Sanierung des Gotteshauses gesteckt. Das wird am kommenden Freitag gefeiert.

Matthes Mustroph kann sich noch genau erinnern. Im letzten Jahr, an einem Abend im Frühsommer, hatte ihn der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, Andreas Tutzschke, mit einer Flasche Sekt überrascht. 

„Den Sekt hab ihr euch redlich verdient. Trinkt ihn bei eurer nächsten Zusammenkunft“, sagte Tutzschke zu Mustroph, dem Vorsitzenden des Fördervereins zur Erhaltung der Dorfkirche Ferchesar. 

Freude über Förderung

Den Grund für das Geschenk hielt der Vorsitzende der Kirchengemeinde in der anderen Hand. Es war der Fördermittelbescheid des Landes für den 2. Bauabschnitt zur Sanierung der Kirche Ferchesar. 

Der Förderverein hatte die Kirchengemeinde ermutigt, den Antrag bei der LAG Havelland zu stellen und dafür auch die Vorbereitungen übernommen. Die Kirchengemeinde allein hätte wohl den Antrag nicht gestellt, weil das Land zuvor erst erhebliche Mittel für den 1.Bauabschnitt gegebene hatte, erklärt Andreas Tutzschke die damalige Bedenken. 

Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, Andreas Tutzschke, im schmucken Inneren der Kirche. Quelle: Norbert Stein

Um so erfreuter war er – und zugegeben auch etwas überrascht – über die Bewilligung von 77 600 Euro als Zweidrittelförderung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler-Förderung) für den 2. Bauabschnitt in Ferchesar. Die Kirchengemeinde gab die notwendigen Eigenmittel, und so standen insgesamt 120 000 Euro zu Verfügung. 

Geld für die Fertigstellung

So konnten im zweiten Bauschnitt die Mauerwerksflächen unterhalb der Gesimse überarbeitet werden. Der Stuckputz an den Fensternischen wurde überarbeitet und das Mauerwerk neu verfugt. Zudem konnten weitere Renovierungsarbeiten realisiert werden. 

Außerdem bekam das Kircheninnere zum Abschluss des zweiten Bauabschnitts einen neuen Farbanstrich. Reformationsgemeinde und Förderverein entschieden sich für ein freundliches Grau, das bei Lichteinfall in einen rötlichen Farbton übergeht.

Unterstüzung vom Land

Den ersten Bauabschnitt hatte das Land mit 300 000 Euro gefördert. Marode Balken wurden ausgetauscht, das Kirchenschiff und die Turmspitze neu eingedeckt, die Turmkugel wurde restauriert, am Fachwerkputz Hand angelegt und die Kirche oberhalb vom Gesimse saniert. 

Der Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert ist eine Kostbarkeit in der Dorfkirche. Quelle: Norbert Stein

Die Reformationsgemeinde gab zudem Geld für Einzelmaßnahmen, die nicht gefördert wurden, wie Küche und Toiletten. „Kirchengemeinde und Förderverein haben sehr gut zusammengearbeitet“, sagt Matthes Mustroph zum Abschluss des 2.Bauabschnitts. 

Insgesamt wurden mit Beginn der ersten Arbeiten vor fünf Jahren rund 570 000 Euro investiert in die Dorfkirche. „Nun sind alle wesentlichen Arbeiten erledigt, die Sanierung der Kirche ist abgeschlossen“, sagt Andreas Tutzschke zufrieden. 

Festgottesdienst am Freitag

Der Abschluss wird nun gefeiert, am Freitag, den 9. August, um 17 Uhr mit einem Festgottesdienst und anschließendem Beisammensein in und vor der Kirche.

Thomas Tutzschke, Superintendent des Kirchenkreises Nauen – Rathenow, hält die Festpredigt, und der Heimatchor Ferchesar begleitet den Gottesdienst musikalisch. 

Der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2006 für das Gotteshaus. Die Mitglieder haben bei den Sanierungsarbeiten geholfen und organisieren regelmäßig kulturelle Veranstaltungen in der Dorfkirche.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine Zeitung, 02.08.2019
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