15.02.2021  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Förderkreis der Kirche Rathenow hat so viel Geld wie nie zuvor

So viel Geld wie nie zuvor hat der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Über 515.000 Euro. Das Geld wird auch gebraucht, weil jetzt die letzte große Phase der Sanierung beginnt.

Die Sanierung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow soll bis 2025 vollendet werden.

Die Sanierung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow soll bis 2025 vollendet werden. Quelle: Bernd Geske

Kein anderer Verein im Westhavelland hat so viel Geld für einen guten Zweck eingesammelt wie der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. In den fast 25 Jahren seines Bestehens hat der Förderkreis rund 1,4 Millionen Euro an Spenden und Mitgliedsbeiträgen eingenommen, berichtet Heidi Maria Binder, die Schatzmeisterin.

Der größere Teil der Summe ist ausgegeben worden für Baumaßnahmen wie die Wiederrichtung des Turmes, die Erneuerung des Daches oder den Einbau neuer Kreuzgewölbe ins Kirchenschiff. Gegenwärtig verfügt der Förderkreis über 515 216 Euro, sagt die Schatzmeisterin. „Das ist relativ viel Geld“, stellt sie fest, „der Förderkreis ist damit sehr gut aufgestellt.“ Die Spendenbereitschaft sei enorm.

So ist für den Verein die nie zuvor erlebte Situation eingetreten, dass seine zwei Konten bei unterschiedlichen örtlichen Geldinstituten „voll“ geworden sind. Ab 250.000 Euro je Konto hätte der Verein Minuszinsen zahlen müssen. Damit das nicht passiert, ist im Dezember ein Konto bei einem dritten örtlichen Geldinstitut eröffnet worden.

„Es läuft sehr gut“, resümiert Heidi Maria Binder, „fast jeden Tag gehen Spenden ein.“ Bis 31. März läuft die Frist, in der die Mitglieder des Förderkreises ihren Jahresbeitrag abbuchen lassen oder überweisen. Manche zahlen monatsweise. Rund 15 000 Euro werden dieses Jahr über Beiträge eingenommen. Bis Ende März wird der große Schwung angekommen sein.

7,5 Millionen von Bund und Land

All dieses Geld wird jetzt aber auch gebraucht. Denn der Sankt-Marien-Andreas-Kirche, ihren Förderern und Freunden steht die letzte große Phase der Sanierung und Restaurierung bevor. Nachdem der Landtag im Dezember seinen Haushalt für 2021 beschlossen hat, steht endgültig fest, dass in den Jahren 2021 bis 2025 Fördermittel in Höhe von 7,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen, um den Wiederaufbau der Kirche zu vollenden. Jeweils 3,75 Millionen kommen vom Bund und vom Land.

Für diese große Summe muss die Kirchengemeinde natürlich einen Eigenanteil aufbringen. Zuerst muss ein Architektenbüro eine Vorplanung erarbeiten, die als Basis für die Ausschreibung der richtigen Planung dient. Weil die Kirchengemeinde aber nicht mal eben die dafür erforderlichen 250 000 Euro in der Kasse hat, stellt der Förderkreis ihr diese Summe zur Verfügung, damit der erste Schritt getan werden kann.

Der Förderkreisvorsitzende Heinz-Walter Knackmuß.

Der Förderkreisvorsitzende Heinz-Walter Knackmuß. Quelle: Bernd Geske

Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Kirchengemeinde dem Förderkreis das Geld wieder zurück erstatten.„Wir haben viel Geld gesammelt“, bestätigt der Förderkreisvorsitzende Heinz-Walter Knackmuß, „das Geld brauchen wir aber auch, sogar noch viel mehr.“ Die 7,5 Millionen Euro von Bund und Land sollen verwendet werden für eine Heizung in der Kirche, für neue Emporen und neue Kreuzgewölbe im Chorraum.

Es habe sich heraus gestellt, sagt der Förderkreisvorsitzende, dass die Fördermittel nicht reichen werden für eine neue Orgel in der Kirche und für eine denkmalgerechte Neuanfertigung der alten barocken Kanzel. Der Förderkreis wolle die Finanzierung dieser beiden Teilvorhaben übernehmen, erklärt er. Jedes soll rund eine Million Euro kosten, so dass für beide zwei Millionen Euro gebraucht werden.

Gegründet vor 25 Jahren

Heinz-Walter Knackmuß weist darauf hin, dass der 1996 gegründete Förderkreis in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen haben wird. Er selbst ist von Anfang an der Vereinsvorsitzende. Gegenwärtig hat der Förderkreis 270 Mitglieder. Das sind so viele wie niemals zuvor. Die meisten Mitglieder sind natürlich in Deutschland, der Verein hat aber auch welche in Finnland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich und Schweden. Bei seiner Gründung hat der Förderkreis 47 Mitglieder gehabt.

Ob zum Jubiläum eine Festveranstaltung stattfindet, ist wegen Corona noch nicht klar. Für den 19. Juni ist erst einmal eine festliche Mitgliederversammlung geplant. Am 24. Juni soll der frühere Ministerpräsident Matthias Platzeck einen Vortrag halten. Er ist seit vielen Jahren Mitglied des Förderkreises.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine Zeitung, 15.02.2021
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