10.09.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Fördermittel für die Sanierung der Kirche Bützer

Sein zehn Jahren kämpfen Hilge und Christoph Seydich darum, die Sanierung der Kirche in Bützer fortzusetzen. Nun ist es ihnen gelungen 115.000 Euro Fördermittel zu akquirieren, um das besondere Bauwerk zu retten.

Pfarrer Christoph Seydich, Pfarrerin Hilge Seydich und Lothar Wolters bewundern die Deckenmalerei, die die Kirche so besonders macht. Quelle: Christin Schmidt

Wer durch Bützer fährt, wird zunächst vergeblich nach einer Kirche Ausschau halten. Das Gotteshaus befindet sich etwas versteckt in einer kleinen Gasse.

Dennoch lohnt sich der Weg dorthin, denn diese Kirche ist „ein übersehenes Schmuckstück“. So beschreibt Pfarrer Christoph Seydich das Kleinod. Was die Kirche so besonders macht? Die umfangreiche Deckenmalerei und ihr Standort.

Malereien durchziehen den Chorraum

Davon zeugen die verblassten Bilder im Chorraum. Noch recht gut zu erkennen ist unter anderem der Engel, der den Gläubigen den Weg in die Kirche weist sowie Christus auf zwei Regenbögen.

Auch die Dämonen in den Ecken und das Paradies mit den Engeln in der Mitte sind noch gut erhalten. Über die gesamte Decke des Chorraumsziehen sich die Malereien.

Wann genau diese entstanden, ist schwer zu sagen. Christoph Seydichgeht davon aus, dass die Kirche mehrfach bemalt wurde. Die Bilder ziehen sich sogar durch das Kirchenschiff entlang der Säulen und der Empore.

Die Deckenmalerei macht die Kirche zu einer Besonderheit. Quelle: Christin Schmidt

Nicht zu übersehen ist auch, dass an vielen Stellen die Farbe verblast, der Putz bröckelt und ein Stück Geschichte allmählich verschwindet.

Genau das wollen Christoph Seydich und seine Frau, Pfarrerin Hilke Seydich verhindern. Seit zehn Jahren kämpfen sie darum, die Sanierungder Kirche, die 2009 begann, fortzusetzen.

Damals drohte der Chorraum einzustürzen. Die Risse in der Decke, die im Zuge der Arbeiten geschlossen wurden, sind noch deutlich zu erkennen.

Zweiter Bauabschnitt für 2020 geplant

Nun soll das Haus in einem weiteren Bauabschnitt saniert werden. Im Außenbereich muss das Mauerwerk ausgebessert werden. Zum Teil fehlen im Sockelbereich Steine und Feuchtigkeit dringt ins Bauwerk ein.

Auch Arbeiten im Kirchenschiff sind vorgesehen. Zudem sollen der Dachstuhl und die Fenster erneuert werden.

Die Kirche Bützer soll saniert werden. Der Bund und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellen dafür Fördermittel bereit. Quelle: Christin Schmidt

Rund 250.000 Euro sind für diese Maßnahmen eingeplant. Davon sind 115 000 Euro durch Fördermittel abgedeckt. 100 000 Euro bekommt die Kirchengemeinde aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes.

„Die kleine Bützer Kirche ist nun also ganz offiziell ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung“, betont Christoph Seydich.

Weitere 15 000 Euro steuert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei. „Damit rückt ein weiterer Bauabschnitt im nächsten Jahr in greifbare Nähe“, freut sich Hilge Seydich. Mit dem Anteil der Kirche bleibt derzeit noch eine finanzielle Lücke in Höhe von rund 24 000 Euro.

Kirchengemeinde sammelt Spenden

Christoph und Hilge Seydich wollen versuchen, diese mit Spenden zu schließen. Denn nur wenn genügend Geld zusammen kommt, können alle geplanten Maßnahmen umgesetzt werden. Ist das nicht möglich, wird es am Ende teurer.

„Unser Ziel ist es, das Besondere dieser Kirche, die Deckenmalerei, die über die Jahrhunderte und durch das Übermalen zur Reformationszeit stark gelitten hat, zu bewahren. Wir hoffen, dass wir diese in einem dritten Bauabschnitt restaurieren können“, erklärt Hilge Seydich.

Wer die Sanierung der Kirche Bützer unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto eine Spende überweisen:

Empfänger: Kirchenkreis RathenowIBAN: DE72 1605 0000 3861 008890Kreditinstitut: MBS PotsdamVerwendungszweck: Gemeinde Milow, Kirche von Bützer

Ein Blick ins Kirchenschiff des Gotteshauses. Etwa 1220 ist die Kirche in der Nähe des Havelufers gebaut worden.Quelle: Christin Schmidt
Märkische Allgemeine Zeitung, 10.09.2019