08.10.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Förderverein Rehfelder Kirchberg feiert zehnjähriges Bestehen

Seit zehn Jahren macht sich der Förderverein Rehfelder Kirchberg für die Kirche im Dorf stark. Seit Abschluss der Sanierung 2013 stellt er die kulturelle Nutzung des Gebäudes in den Mittelpunkt.

Der Förderverein Rehfelder Kirchberg wird zehn Jahre alt. Quelle: Alexander Beckmann

In Rehfeld gibt es etwas zu feiern. Der Förderverein Rehfelder Kirchberg wird zehn Jahre alt. Er leistete einen maßgeblichen Anteil dazu, dass die Dorfkirche saniert werden konnte.

„Wir hatten schon vorher, ab 2006, einen Kirchenverein“, erinnert die Vorsitzende des Fördervereins Monika Cornely. „Weil die Kirche nach rund 400 Jahre doch schon recht marode war.“ Vor allem Dach und Turm seien betroffen gewesen. Man wollte etwas tun.

Versicherungsgeld machte den Anfang

„Dann kam Anfang 2007 der Sturm Kyrill. Der hat dem Turm den Rest gegeben.“ Das Gebäude musste zwischenzeitlich sogar ganz gesperrt werden. „Wir hatten das Glück, dass wir für das Turmdach keine Spenden brauchten, weil das die Versicherung übernommen hat“, berichtet Pfarrer Henning Utpatel.

Doch am Rest des Gebäudes blieb viel zu tun. Am 28. Oktober 2009 gründeten engagierte Rehfelder daher den Förderverein Rehfelder Kirchberg. Den Vorsitz übernahm Horst Rath. Vereinsziel war es, Fördermittel zu beantragen und Eigenmittel bereitzustellen, um die Kirchensanierung voranzubringen.

Fünfstelliger Spendenbetrag

Vor allem wollte man Spenden sammeln. Kulturelle Veranstaltungen und manche originelle Aktion trugen dazu ihren Teil bei. Unter anderem ließ man 2011 aus den Äpfeln der Obstwiese an der Kirche einen eigenen Saft pressen. Der Erlös der 428 Flaschen „Rehfelder Kirchberg“ diente dem Sanierungsvorhaben. Alles in allem kamen über die Jahre mehrere zehntausend Euro zusammen.

„Die große Sanierung fand 1012 bis 2013 statt. Ich finde, das ging ganz schön schnell“, sagt Monika Cornely. „Hier in der kleinen Kirche wurden 315.000 Euro verbaut. Das ist schon beeindruckend.“

Verzicht aufs Pilgerquartier

Doch nicht alle Ideen konnten umgesetzt werden. Vom eigenen Pilgerquartier neben der Kirche nahmen die Rehfelder beispielsweise wieder Abstand. „Die Eigenmittel hätten wir nicht mehr zusammenbekommen“, schätzt Henning Utpatel ein. Und wirklich dringender Bedarf an solch einer Unterkunft bestehe angesichts der Angebote in der Region auch nicht.

Vor fünf Jahren hatte der Verein seine Ziele im Grunde erreicht. Sogar die Auflösung war schon im Gespräch. Dass es dazu dann doch nicht kam, hatte mehrere Gründe. Einen nennt Pfarrer Henning Utpatel: „Die Sanierung ist beendet, aber die Erhaltung steht an.“

Außerdem waren die Rehfelder nach all ihren Aktivitäten auf den Geschmack gekommen. Der Förderverein nahm sich vor, das Dorfleben weiter zu fördern, und wollte die Kirche als eine Art kulturelles Zentrum im Dorf etablieren.

Lesungen und Konzerte

2014 rief man daher in Kooperation mit der Kirchengemeinde und der Kommune die Veranstaltungsreihe „Wortspiele“ ins Leben: Drei-, viermal im Jahr finden Konzerte oder Lesungen statt, deren Erlös ebenfalls dem Baudenkmal zugute kommen soll. Im Juni beteiligten sich die Rehfelder an der Vereinsmeile des Kyritzer Stadtfestes, verkauften fast 30 selbstgebackene Kuchen und nahmen rund 500 Euro ein.

Das nächste Vorhaben ist längst gesetzt: der barrierefreie Zugang zur Kirche, die auf einer kleinen Anhöhe liegt. Der erste Antrag vom März auf einen Zuschuss aus dem Leader-Programm der EU scheiterte. „Jetzt rechnen wir uns aber aus, dass wir das Geld doch noch bekommen“, sagt Henning Utpatel.

Am Sonnabend wird gefeiert

18 Mitglieder zählt der Förderverein Rehfelder Kirchberg aktuell. „Aber wir wollen vor allem noch junge Leute gewinnen“, kündigt Monika Cornely an. Werbung erhofft man sich auch von der Teilnahme am Kreiswettbewerb „Unser Dorf lebt durch uns“. „Da sind wir mal auf das Ergebnis gespannt.“

Am kommenden Sonnabend, dem 12. Oktober, wird aber erst einmal die Gründung vor zehn Jahren gefeiert. Ab 15 Uhr wird in der Kirche der Liedermachers Ingo Barz aus Mecklenburg auftreten. Wie immer ist der Eintritt frei, während Spenden höchst willkommen sind. „Anschließend gibt’s wieder eine Kaffeetafel.“

Den Jahresabschluss bildet demnächst dann das Weihnachtsbasteln. Auch für 2020 stehen schon drei oder vier Veranstaltungen auf dem Programm.

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine Zeitung, 08.10.2019
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