22.03.2020  –  Märkische Oderzeitung

Freienthal – einst & jetzt

Historische Ansicht des Freienthaler Gotteshauses.© Foto: B. Kraemer
Aktuelle Ansicht des Freienthaler Gotteshauses.© Foto: Text/Foto/Sammlung: B. Kraemer

Bärbel Kraemer / 22.03.2020, 08:11 UhrFreienthal  Im Jahre 1754 gründete König Friedrich II. das Dorf Freienthal und siedelte Kolonisten aus dem benachbarten Sachsen an. Gottesdienste mussten in Ermangelung einer Kirche damals jedoch in einer Stube des Schulzen gehalten werden, der zugleich Gastwirt war.

So kam es, dass Oberamtmann Steinert aus Lehnin im Jahr 1764 ein Schreiben an den König aufsetzte, und die Situation im Dorf schilderte. Es heißt: „In diesem jämmerlichen und beklagenswerten Zustande haben nun die 50 Familien 10 Jahre zugebracht … Gegenwärtig nun wird der Gottesdienst im Krug in der ordinären Bierstube gehalten, worinnen vorher oder hinterher getrunken, geraucht und auch wohl getanzt wurde. Wenn das Heilige Abendmahl gereicht wird, so haben die Communikanten nicht Platz in der Stube und auf dem Flur, sondern müssen auf der Straße stehen“.

Weitere 20 Jahre vergingen, bis die Freienthaler 1784 endlich eine eigene Kirche bekamen – der König schenkte ihnen ein Bethaus. Damals noch ohne Turm, glich es äußerlich der vorhandenen Wohnbebauung. Den Turm ließ die Gemeinde 1792 auf eigene Kosten errichten.

Um 1800 entstand weiterhin, als Anbau an die Kirche, die Dorfschule. Beide Gebäude wurden um 1900 massiv ausgebaut.

In unveränderter Gestalt präsentiert sich das Freienthaler Bethaus noch heute. Damit es auch  für nachfolgende Generationen erhalten bleibt, erfuhr es im vergangenen Jahr eine Sanierung.

Märkische Oderzeitung, 22.03.2020