28.01.2020  –  Märkische Oderzeitung

Für die Kirchensanierung in Prädikow fehlt nur noch der Eigenanteil

Harrt der Sanierung: Die Arbeiten an der Dorfkirche Prädikow sollen nun, wenn weitere Spenden und Drittmittel gesichert werden können, möglichst bald starten.© Foto: Thomas Berger

 Es war an sich eine höchst erfreuliche Mitteilung, die der Kirchengemeinde mit Sitz des Pfarramtes in Buckow und umgehend weitergeleitet auch dem Förderverein Dorfkirche Prädikow vergangene Woche ins Haus flatterte.

Der zuständige Mitarbeiter im Potsdamer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur teilt darin mit, das nach einer positiv erfolgten Vorprüfung des Ende September 2019 beim Land eingereichten Antrags nun eine Förderung von Bauabschnitt 1 der Kirchensanierung in Höhe von knapp 130 000 Euro in Aussicht stehe. Der einzige Haken: „Die Förderung steht unter dem Vorbehalt einer zuwendungsrechtlichen Prüfung gemäß Landeshaushaltsordnung.“ Konkret muss dazu bis 20. Februar der Nachweis über den Eigenmittelanteil in Höhe von 43 250 Euro beim Ministerium vorliegen.

Kurzfristige Zusatzkampagne

Nie zuvor in den zurückliegenden Jahren standen Kirchengemeinde und Förderverein damit so dicht vor einem Beginn der dringend notwendigen Sanierungsarbeiten wie jetzt. Vereinschefin Simona Koß macht aber auch deutlich, dass alles nun tatsächlich am leidigen Thema Geld hängt. Zwar hat der Förderverein gerade erst im Dezember 4500 Euro an gesammelten Spenden überweisen können. Insgesamt klaffe im Moment aber immer noch eine gewisse Finanzierungslücke, die man nun durch eine zusätzliche kurzfristige Spendenkampagne unabhängig vom Erlös der alljährlichen Kulturveranstaltungen sowie die Beantragung von Drittmitteln rechtzeitig zu schließen hoffe.

Mit annähernd 202 000 Euro Gesamtkosten ist der erste Bauabschnitt laut den Unterlagen des beauftragten Planungsbüros Krekeler Architekten aus der Havelstadt Brandenburg veranschlagt. Die unmittelbaren baulichen Maßnahmen schlagen mit reichlich 80 000 Euro zu Buche, die Baunebenkosten werden zunächst mit 109 000 Euro angesetzt. Angesichts dieser beiden Teilsummen fallen weitere 8000 Euro im Bereich Außenanlagen kaum mehr ins Gewicht.

Wie der zuständige Mitarbeiter des Architektenbüros schreibt, steht das größte Fragezeichen bislang hinter den archäologischen Untersuchungen, die unter die Baunebenkosten fallen. Gut 17 000 Euro stehen da momentan in der Liste, basierend auf einem Angebot. „… genauer Umfang erst nach Erteilung der Baugenehmigung“, ist in Klammern schon extra bei den Erläuterungen zur Position vermerkt.

Knapp 4000 Euro für das Bauaufmaß, 1400 Euro für die Gebühren der Baugenehmigung sowie verschiedene vorbereitende oder baubegleitende Untersuchungen und Dokumentationen in der Größenordnung jeweils zwischen 2000 und knapp 4000 Euro machen insgesamt jene 42 000 Euro aus, die unter „Gutachten und Beratung“ einen der Unterpunkte der Baunebenkosten ausmachen. Objektplanung und Fachplanung sind mit 38 000 und 30 000 Euro veranschlagt.

Bauabschnitt eins, das hatten Simona Koß und andere Beteiligte schon in der jüngeren Vergangenheit immer wieder verdeutlicht, betreffen die wichtigsten Sicherungsmaßnahmen bei den massiven Schäden an der Gebäudehülle, im Bereich Kirchenschiff mit seinen teils weithin sichtbaren Rissen ebenso wie am Turm. Allein Verfüllungsmaßnahmen im Mauerwerk des Schiffs werden als einer der Schwerpunkte bei den Kosten rund 8000 Euro ausmachen. Hinzu kommen Bohrungen am Ost- sowie am Westgiebel (Turm) in Größenordnung von 5500 und 4000 Euro.

Umfangreiche Fugenerneuerung

Auskratzen und Neuverfugen von Mauerwerk macht beim Kirchenschiff laut der Aufstellung knapp 3000, im Turmbereich nahezu 2000 Euro aus. Insgesamt dürften an die 43 000 Euro allein auf Maßnahmen an den tragenden Außenwänden entfallen. Bei den 31 000 Euro für sonstige Baukonstruktionen sind Kosten der Baustelleneinrichtung (über 8000) und Gerüste (5800) die größten Brocken.

Simona Koß appelliert nun an weitere bereitwillige Spender. Zugleich werde man größte Anstrengungen für ergänzende Drittmittel entfalten.

Spendenkonto: Förderverein Dorf­kirche Prädikow, Sparkasse MOL, IBAN: DE67 1705 4040 3000 0888 30, BIC: WELADED1MOL

EINE EHEMALIGE DÖRFLICHE BASILIKA

Das Prädikower Gotteshaus im alten Ortskern ist mehr als eine normale Dorfkirche, wie sie in Brandenburg vielhundertfach zwischen Uckermark und Lausitz zu finden ist. Die Besonderheit liegt darin, dass es sich um eine ehemalige dörfliche Basilika handelt, die später auf den heutigen Gebäudeumfang zurückgebaut wurde. Noch immer ist sowohl außen als auch vor allem beim Rundgang im Innenraum erkennbar, wo sich dereinst die beiden Seitenschiffe befunden haben.

Erbaut wurde die Kirche mutmaßlich zwischen 1255 und 1270, also in einer Zeit des Übergangs zwischen den Stilen der Romanik und der Gotik. Wann genau die Seitenschiffe verschwanden, ist nicht überliefert – die Vermutungen legen allerdings massive Schäden in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges nah, die einen Abriss nach sich zogen. Unter dem ebenfalls ausgedehnten Chorraum liegt noch die Familiengruft derer von Barfus, die bereits bei Fontane in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Erwähnung fand

Märkische Oderzeitung, 28.01.2020
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