14.04.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Großes Glück für die Kirchen in Kunow und Barenthin

Noch blättert die Farbe der Kriegergedenktafeln in der Kunower Kirche. Und der Eingangstür fehlt ein Vordach. Beides wird nun bald erledigt. Dass die Sanierung damit auch im Detail vollendet wird, erfreut selbst Brandenburgs Ministerpräsident und die Kulturministerin. Sie kommt mit einem weiteren Fördergeldbescheid demnächst auch noch persönlich die Region.

Kunow/Barenthin

Was für ein Ostergeschenk! Nach bangem Warten gibt es für die Kirche im Gumtower Dorf Kunow jetzt auch noch Geld für die letzten zwei kleinen Projekte, mit denen die Sanierung des Gotteshauses am Ende auch als wirklich abgeschlossen gelten darf. „Wenn es nicht so gekommen wäre, hätten wir das so hinnehmen müssen. Aber so ist das natürlich überaus erfreulich“, sagt Sven Hampel vom Gemeindekirchenrat mit Blick auf die 12 000 Euro Lottomittel, die das Land jetzt gibt.

Der Betrag kommt je zur Hälfte aus den Lottomitteln des Ministerpräsidenten und der Kulturministerin. Beide äußern sich dazu sogar persönlich.

Woidke: Mal andere Nachrichten als immer nur Corona

„Es ist gut, dass in diesen Zeiten, in denen alle vom Coronavirussprechen, auch mal andere Nachrichten kommen. Und in der Osterzeit ist das besonders schön“, teilt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke mit: „Der Gemeindekirchenrat Kunow und allen voran Sven Hampel haben sich um die sorgsame Sanierung verdient gemacht. Dafür mein Dank.“

Woidke und Hampel als Forcierer der Sanierung in Kunow kennen sich seit 2014. Damals wurde Hampel von der Staatskanzlei als „Ehrenamtler des Monats“ ausgezeichnet. „Ich hatte anschließend mit Herrn Woidke geredet und ihm zuletzt nun auch einen Brief geschrieben“, erklärt Hampel. Laut ihm ist es „immer ein enormer Aufwand, an Fördergelder zu kommen“. Er sei ja mit seiner „Energie schon am Ende gewesen“ nach all dem, was in den Jahren zuvor geschafft wurde. 

Ob 1813/14, 1864 oder der Erste und Zweite Weltkrieg: In der Kunower Kirche wird an die Gefallenen aus dem Dorf erinnert. Quelle: Matthias Anke

Aufträge für Arbeiten in Kunower Kirche schon ausgelöst

Vor acht Jahren begann die Sanierung der Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Das Land förderte 2013 die Erneuerung des Schiffes mit 60 000 Euro, 2014 die Innenraumsanierung mit 5 000 Euro, 2015 die Dachentwässerung mit 3 000 Euro und 2017 die Turmsanierung mit 55 000 Euro. Auch die Glockenanlage und die Orgel wurden erneuert. 

Allerdings blieben zwei Posten offen: die Kriegergedenktafeln zu restaurieren und ein Schutzdach am Eingang der Kirche zu bauen. Dafür gibt es jetzt das Lottogeld. „Ich habe die Aufträge schon ausgelöst“, sagt Hampel. Von der Zuwendung erfuhr er in der Woche vor Ostern. Vor allem das Vordach sei wichtig. Ohne dem würde die Tür in sechs bis zehn Jahren wieder Regenschäden erleiden.

Ein kulturhistorisches Denkmal der Prignitz

Die Orgel erwischte es zwischenzeitlich schon: Der Windkasten zeigte plötzlich Trocknungsrisse im Holz. Auch hierfür gab es in diesem Jahr aber bereits eine erfreuliche Nachricht. So erfuhren die Kunower im Januar, dass die Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz diese Reparatur übernimmt. 

„Es ist schön, wenn von mehreren Seiten erkannt wird, wie wichtig uns unsere Kirche ist“, sagt Hampel: „Ich habe das alles ja nicht für mich gemacht. Es geht um den Erhalt dieses kulturhistorischen Denkmals der Prignitz für die Nachwelt.“ Ministerpräsident Woidke dazu: „Die Kirche ist ein Ort der Begegnung für Jung und für Alt geworden.“

Kulturministerin will Barenthin besuchen 

Auch Kulturministerin Manja Schüle äußerte sich: „Denkmale schaffen Identität. Sie sind die Grundlage für ein stabiles Gemeinwesen. Deshalb ist die Bewahrung des baukulturellen Erbes unserer vielen Kirchen im Land eine gemeinsame Aufgabe von Kirche, Land und Zivilgesellschaft“, teilt sie mit: „Sowohl die großen Stadtkirchen als auch die kleinen ländlichen Dorfkirchen haben prägende Wirkung für Christen und Nicht-Christen. Deshalb unterstützen wir seit Jahren Sanierungsarbeiten an Kirchengebäuden. Ich freue mich, dass die Gemeinde Kunow nun wieder eine umfassend sanierte Kirche als Glanzstück vorweisen kann.“

Ganz unter diesem Vorzeichen steht auch ein Besuch der Kulturministerin demnächst in der Region. Wie Pfarrer Henning Utpatel mitteilt, werde Manja Schüle einen weiteren Fördermittelbescheid persönlich überreichen, und zwar am 29.  April für die Kirche in Barenthin. Der Kirchengemeinde dort wurden kürzlich 50 000 Euro aus dem Landeshaushalt für die Restaurierung der Emporenbilder sowie der Kanzel zugesagt.

Von Matthias Anke

Märkische Allgemeine Zeitung, 14.04.2020
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