22.04.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Grünes Licht für die Kirchturmsanierung in Blandikow

Das sind gute Nachrichten. Der Kirchturm in Blandikow kann nun mit Fördermitteln saniert werden. Seit 2011 war das Vorhaben geplant. Ganz außergewöhnlich kommt die Kirchengemeinde zu den Eigenmitteln.

Das sind gute Nachrichten für die Kirchengemeinde in Blandikow. Der Fördermittelbescheid für die Sanierung des Kirchturms ist eingetroffen. Damit kann die seit 2011 anvisierte Planung in diesem Jahr Realität werden.

Die Gesamtkosten für das Vorhaben umfassen 180 000 Euro. Die Sanierung läuft über den Staatskirchenvertrag. Das bedeutet, dass jeweils die Hälfte der Finanzmittel aus dem Kulturministerium des Landes Brandenburg sowie von der Kirche kommt. Neben 90 000 Euro des Landes stellt das Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) 20 000 Euro, der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin 38 000 Euro und die Kirchengemeinde Blandikow 32 000 Euro bereit.

Seit 2013 sammelten Ina Schwarz und Monika Pehlgrim Spendenmittel

Der Eigenanteil der Kirchengemeinde Blandikow kommt auf ungewöhnliche Weise zustande. Seit 2013 sammelten Ina Schwarz und Monika Pehlgrim aus Blandikow als Gesangsduo „Die Zwei von nebenan“ bei ihren jährlichen Benefizkonzerten am ersten Advent in ihrer Dorfkirche Spenden. Dabei erhielten sie immer auch Unterstützung von Gesangsgästen aus der Region.

Die Benefizkonzerte sind ein Erfolgsschlager

Bei den Konzerten kamen bis einschließlich Dezember vergangenen Jahres mehr als 31 000 Euro zusammen. Unzählige Konzertbesucher trugen mit ihren Spenden dazu bei, dass das Vorhaben immer mehr Konturen annahm. „Ohne Ina Schwarz und Monika Pehlgrim wäre es gar nicht möglich gewesen, dass die Kirchengemeinde den Eigenanteil für das Bauvorhaben tragen kann“, sagt Pfarrer Berthold Schirge.

Auch bei den beiden Sängerinnen ist die Freude groß: „Das sind doch in den Zeiten von Corona einmal gute Nachrichten. Wir freuen uns, dass es jetzt losgehen wird“, sagt Ina Schwarz. „Ich freue mich, dass das gemeinsame Bemühen um die Fördermittel erfolgreich ist“, sagt Superintendent Matthias Puppe.

Kirchturm trägt viele Wunden

Die Arbeiten am Turm sind notwendig. Vom Dach und Glockenstuhl über Holzschutzarbeiten bis hin zum Mauerwerk reichen die Arbeiten. Die großen Risse an allen Fassaden des Mauerwerks fallen besonders auf. „Es kann davon ausgegangen werden, dass das Mauerwerk über die gesamte Wandstärke gerissen ist, da sich die Risse mit identischem Verlauf auch auf der Innenseite zeigen“, geht aus dem Gutachten des Ingenieurbüros für Baustatik und Sanierungsplanung (IBS) in Dahlwitz-Hoppegarten hervor.

Schritt für Schritt wird saniert

Im Rahmen der konstruktiven Hüllensanierung müssen geschädigte Deckenbalken, Balkenköpfe, Sparren, Sparrenköpfe, und Mauerlatten erneuert werden. Kiefern- und Eichenkernholz wird dabei verwendet. Die Schwammbekämpfung erfolgt am Mauerwerk sowie an der Mauerkrone. Die Schallluken und Holzrahmenfenster werden erneuert, Holzwangentreppen im oberen Turmbereich aufgearbeitet.

Kirche mit langer Geschichte

Das neugotische Kirchenschiff wurde 1886/1887 neu errichtet. Der Westturm ist Bestandteil einer spätgotischen Feldsteinkirche. Dieser wurde damals in den Umbau einbezogen. In diesem Zuge wurden das Portal, die Schallöffnungen und der Abschluss einschließlich Dachkonstruktion erneuert. 1991 bis 1993 erfolgten die letzten Sanierungsarbeiten an der Kirche.

Die Ausschreibung läuft

„Die Ausschreibung läuft und die ersten Baubetriebe haben sich bereits vor Ort ein Bild gemacht“, sagt Berthold Schirge. Wann die Arbeiten beginnen, hängt von der Vergabe der Aufträge und den freien Kapazitäten der Baufirmen ab.

Von Christamaria Ruch

Märkische Allgemeine Zeitung, 22.04.2020
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