12.01.2021  –  Märkische Oderzeitung

Gutskapelle in Tornow bei Wusterhausen wird Dorfkirche des Monats Januar

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg kürt die Kirche. Für Sanierungsarbeiten am Dach werden Spenden gesammelt.

12. Januar 2021, 07:30 Uhr•Wusterhausen
Von Ulrike Gawande

Die evangelische Kirche von Tornow bei Wusterhausen wurde zur Dorfkirche des Monats im Januar 2021 ernannt.
Die evangelische Kirche von Tornow bei Wusterhausen wurde zur Dorfkirche des Monats im Januar 2021 ernannt. © Foto: Ulrike Gawande

Fast ein wenig versteckt liegt die Kirche von Tornow am Rande des Gutsparks, der 1862 von Joseph Lenné gestaltet wurde. Schneeflocken fallen vom Himmel und lediglich ein Herrenhuther Stern beleuchtet den Eingang des kleinen Gotteshauses, das 1827/28 im italienischen Stil errichtet wurde.

Erbaut im italienischen Stil

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat die evangelische Kirche, die im Stil italienische Neugotik als Gutskapelle erbaut wurde, zur Dorfkirche des neuen Jahres im Monat Januar ernannt. Bereits Anfang 2020 wurde mit der Sanierung des Daches des Tornower Gotteshauses begonnen, heißt es vom evangelischen Pressedienst. Doch seien dabei größere Schäden aufgetreten als erwartet. Die Mehrkosten sollen nun durch Spenden gedeckt werden. Vor über 20 Jahren, genauer 1997 war die Kirche restauriert worden. Zur selben Zeit wurde auch der Kanzelaltar aus dem 17. Jahrhundert mit seiner barocken Sanduhr überholt. Die Dachreiter hingegen wurden bereits 1965 nach einem Absturz abgebaut und die Glocke wegen Baufälligkeit entfernt. Ein neues Geläut steht jetzt in einem Holzanbau neben der Kirche.

Zeugen eines Vorgängerbaus in Tornow

Das Gotteshaus, das einst als Teil des Gutes errichtet wurde, ist ein verputzter Saalbau, bei dem lediglich der Westgiebel als Sichtgiebel aus Backsteinen besteht. Verbaute Säulenkapitelle zeugen von einem sakralen Vorgängerbau. Zwei alte Grabsteine aus dem frühen 18. Jahrhundert sind in die Mauer eingelassen. Sie gehören Melchior Edelmann von Brunn und seiner Frau. Seine Familie war es, die seit dem 16. Jahrhundert und bis 1817 Besitzer des Gutes und des Dorfes waren. Sie erbauten ab 1805 auch das zweistöckige Gutshaus.

1877 übernahm dann nach mehreren Besitzerwechseln die Familie von Dallwitz – Johanna von Dallwitz war bis 1945 die letzte Patronin der Kirche. Die Familie bewirtschaftete bis 1945 die Ländereien, bevor sie im Zuge der Bodenreform enteignet wurde. Mit enteignet wurde in diesem Zusammenhang auch die Kirche, die bis 1990 im Staatsbesitz und seitdem im Eigentum der Gemeinde Wusterhausen ist. Diese verpachtet das Gebäude an die Kirchengemeinde. 1994 kaufte die Familie von Dallwitz die Ländereien und das Anwesen in dem 60-Seelen-Dorf Tornow zurück und begann es zu renovieren. Heute gibt es dort einen Ferienhof und ökologische Landwirtschaft.

Tornower hoffen auf Ende der Corona-Pandemie

Die Tornower hoffen, dass sie nach der Sanierung und nach Ende der Corona-Pandemie ihre Kirche wieder zu Gottesdiensten nutzen und für Touristen oder kulturell interessierte Besucher öffnen können.

Märkische Oderzeitung, 12.01.2021
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