31.10.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Hubertusmesse in Brügge: Hilfe für die Heerwagen-Orgel

Am Sonntag, 3. November, wird in der Persiuskirche in Brügge wieder Hubertusmesse gefeiert. Der besondere Gottesdienst dient auch einem besonderen Zweck: Er soll auf die Sanierung der Heerwagen-Orgel aufmerksam machen.

In der Persiuskirche in Brügge findet am 3. November wieder eine Hubertusmesse statt. Quelle: Stephanie Fedders

Selbst der größte Wille wird am Sonntag nicht reichen, um der Heerwagen-Orgel in der Persiuskirche zu Brügge Töne zu entlocken. Sie ist vor Jahrzehnten in einen Dornröschenschlaf gefallen, soll nun aber zu neuem Leben erweckt werden. Aus diesem Grunde liegt sie in ihren Einzelteilen beim Orgelbauer. Für Musik sorgen andere.

Mit der Hubertusmesse wird auch eine Taufe gefeiert

Es ist Zeit für eine besondere Feier in einer besonderen Kirche. Einmal im Jahr lädt die Gemeinde zur Hubertusmesse ein. Um 12 Uhr beginnt die Veranstaltung mit Pfarrer Johannes Kölbel, dem Förderverein der Persiuskirche, der Jägerschaft, den Parforcehornbläsern aus Pritzwalk und hoffentlich vielen Besuchern. Gefeiert wird auch eine Taufe.

Die Messe gehört nämlich in den Reigen der diesjährigen Veranstaltungen, die der Restaurierung der Orgel zugutekommen sollen. Es ist die nächste große Aufgabe des Fördervereins nach dem jahrelangen Engagement zum Wohle des Gotteshauses, das im September 2018 rundum saniert wieder eröffnet wurde.

„Die Orgel stand in der Prioritätenliste nicht ganz oben, erst mal mussten andere Sachen gemacht werden“, sagt Georg Zander, Vorsitzender des Fördervereins. Jetzt aber sei es an der Zeit, das Instrument in den Fokus zu rücken: Die Orgel wird im kommenden Jahr 150 Jahre alt. „Und dann soll sie ihren Geburtstag feiern“, wünschen sich Zander und seine Mitstreiter.

Viele Fördermittel sind schon zugesagt worden

Noch während die Arbeiten an und in der Kirche in vollem Gange waren, stellte der Verein 2016 einen Antrag auf Fördermittel aus dem Bundesprogramm zur Sanierung national bedeutsamer Orgeln und erhielt eine Zusage.

Weitere Mittel für die Arbeiten, die eine fünfstellige Summe verschlingen werden, kommen vom Kirchenkreis Prignitz, dem Förderverein, aus dem Denkmalpflegefonds des Landkreises sowie vom Förderkreis alte Kirchen. Was bleibt, ist ein Eigenanteil, der am Sonntag durch Spenden bei der Hubertusmesse weiter aufgestockt werden soll.

Obwohl noch Geld fehlt, ist die Orgel bereits abgebaut worden und wird derzeit von Orgelbaumeister Andreas Arnold in dessen Werkstatt in Plau am See aufbereitet. Saniert wird sie in Etappen, sagt Georg Zander. Je nachdem, wie viel Geld am Ende zur Verfügung steht.

Dass es eine lohnenswerte Investition ist, unterstreicht Gordon Thalmann von der Denkmalschutzbehörde beim Landkreis. „Es ist eines der wenigen Instrumente in der Region, das erhalten geblieben ist.“ Und: Die Heerwagen-Orgel gehört zur Original-Ausstattung der Kirche.

Von Stephanie Fedders

Märkische Allgemeine Zeitung, 31.10.2019
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