08.10.2020  –  Märkische Oderzeitung

Hunderte Stadtläufer und die Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde auf einem Bild

Auf den ersten Blick ist es die Maria-Magdalenen-Kirche. Auf den zweiten vereint das Bild Hunderte Teilnehmer des Stadtlaufs 2020 in Eberswalde. Der Originaldruck hängt demnächst im Rathaus.

08. Oktober 2020, 04:00 Uhr•Eberswalde
Von Ellen Werner

Ein Bild, viele Stadtläufer: Fotografien der Maria-Magdalenen-Kirche und der Teilnehmer des Stadtlaufs 2020 Eberswalde wurden für den Textildruck übereinandergelegt. Der Fotograf Thomas Matena hat in den sechs Stadtlauf-Wochen mehr als 10.000 Bilder gemacht.© Foto: Ellen Werner

Wer vor dem Bild steht, sieht zunächst einmal nur die Maria-Magdalenen-Kirche. Doch aus der Nähe betrachtet, könnte sich der eine oder andere Stadtläufer darauf wiederentdecken. Der großformatige Textildruck ist aus 800 kleinen Fotografien zusammengesetzt. Sie zeigen einen Teil der insgesamt 1455 Menschen, die in diesem Jahr beim Stadtlauf mitgemacht haben.

Insgesamt fast 8000 Stadtlauf-Bilder

Auf insgesamt 1846 Fotos – Stand nach der Bearbeitung – hat der Fotograf Thomas Matena die Veranstaltung festgehalten. Eine Riesenarbeit – schließlich hatte der Verein „Partner für Gesundheit“ die 14. Auflage des großen Eberswalder Spendenevents der Pandemie zum Trotz als individuellen Lauf über insgesamt sechs Wochen hinweg organisiert. Matena habe alle Läufe ehrenamtlich fotografiert, sagt Vereinschef René Hoffmann. Über alle Stadtlauf-Jahre kommt er auf genau 7660 Fotos. Die Kirche wiederum ist das Wahrzeichen des Stadtlaufs. Zum einen als Wendemarke der 6,5 Kilometer langen Hauptstrecke durch die Stadt. „Die Dachstuhlsanierung der Kirche war unser erstes Projekt“, berichtet Hoffmann zum anderen.

Original-Druck ist ein Geschenk ans Rathaus

Das Bild gehört nun der Stadt. Ein Team der Organisatoren hat es am Mittwochvormittag an Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) übergeben – als Dank an die Stadtlauf-Unterstützer aus dem Rathaus. Dabei hatten sie die Ehrenamtler eigentlich ihrerseits zur Dankeschön-Veranstaltung eingeladen. „Es freut mich unheimlich, dass die Partner für Gesundheit sich etwas einfallen gelassen haben, um den Stadtlauf auch in dieser schwierigen Zeit nicht aussetzen zu müssen“, sagte Boginski.

„Ich finde, das macht diese Stadt aus, dass es Menschen gibt, die sich einbringen, die sich etwas einfallen lassen. Und das wollen wir unterstützen“, bedankte er sich bei den Ausrichtern der Freizeitsport-Veranstaltung. In vielen anderen Städten seien ähnliche Events in diesem Jahr ausgefallen.

In vielen anderen Städten fielen große Lauf-Events wegen Corona aus

Selbstverständlich war es nicht, dass die Eberswalder eine Lösung fanden. Die Idee und der Anstoß, den Stadtlauf individuell auszurichten, sei von Vize-Bürgermeister und Sportdezernent Jan König gekommen, sagt René Hoffmann, der auch Geschäftsführer von Hoffmann & Brillen ist. Von den Organisatoren, unter denen es einige Selbstständige gibt, seien zu Beginn der Corona-Krise, als die Vorplanungen anliefen, viele noch mit sich selbst beschäftigt gewesen.

2021 voraussichtlich individuelle und gemeinsame Starts

Das Netzwerk des Vereins aber habe funktioniert. „Corona hat uns einen anderen Weg gegeben“, ist Hoffmanns Fazit für das in diesem Jahr ganz neue Format. Dem geben nicht nur die Teilnehmerzahlen recht, die weit über den Erwartungen lagen, sondern auch die Begeisterung ganz neuer Teilnehmergruppen. Zwischen 500 und 1000 Läuferinnen und Läufern habe gerade der individuelle Lauf Spaß gemacht, schätzt er. Im kommenden Jahr könnte es daher ein zweigleisiges Konzept geben – mit einem gemeinsamen und individuellen Starts.

Ehrenamtler brachten Medaillen persönlich nach Hause

Ermöglicht haben das individuelle Format viele Ehrenamtliche. „Was im Hintergrund gelaufen ist, war irre“, so Hoffmann. So seien die Teilnehmermedaillen persönlich überbracht worden. „Das war toll. Ich habe immer nur in strahlende Gesichter geguckt“, sagt Anja Jungnickel, Filialleiterin der Barmer in Eberswalde, die eine der ehrenamtlichen Überbringerinnen war.

50.000 Euro fallen an Kosten für das Event an

Die Unterstützung durch die Stadt sei notwendig und gut. „Denn dieser Lauf braucht leider Geld“, sagt René Hoffmann. Circa 50.000 Euro koste der Stadtlauf für gewöhnlich – finanziert über einen Zuschuss Eberswaldes von 6500 Euro, weiteren Geldern von Sponsoren, Vereinsbeiträgen sowie den Startgeldern. Was übrigbleibt, geht an gemeinnützige Projekte.

7000 Euro gehen an gemeinnützige Projekte

Obwohl weniger Menschen teilnahmen als sonst, dafür aber geringere Kosten anfielen, bleibt 2020 für das Gemeinnützige eine verhältnismäßig hohe Spendensumme übrig: 7000 Euro. Der größte Posten, 2500 Euro, geht an die Karl-Sellheim-Schule unter anderem für neue Sportgeräte. Auch die Kita „Villa Kunterbunt“, die evangelische Kirchengemeinde im Brandenburgischen Viertel, der Verein „Laufen gegen Leiden“, der Faschingsverein Lichterfelde sowie die Tanzabteilung vom SV Motor Eberswalde bekommen Zuschüsse aus den Stadtlauf-Geldern.

Stadtlauf-Bild ein halbes Jahr im Rathaus zu sehen

Das 90 Zentimeter mal 1,20 Meter große Stadtlauf-Bild soll in den nächsten sechs Monaten voraussichtlich einen Platz im Rathausfoyer finden. Als Druck auf Textil oder einer Aluminiumplatte kann es auch kostenpflichtig bei den Partnern für Gesundheit bestellt werden.

Märkische Oderzeitung, 08.10.2020
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