30.08.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Innenraum der Kirche Breddin wird saniert

Für die Innenraumsanierung der Breddiner Kirche und eine Dauerausstellung über die Orts- und Kirchengeschichte investiert die Kirchengemeinde 230 000 Euro. Ein Teil davon ist Fördergeld aus dem Leader-Programm.

Die Arbeiten im Innenraum der Kirche von Breddin sollen noch in diesem Jahr beginnen. Quelle: André Reichel

In der Breddiner Kirche sollen demnächst Bauarbeiten beginnen. Pfarrer Henning Utpatel rechnet noch fest in diesem Jahr damit. Die Kirchengemeinde hat eine Leader-Förderung für die Arbeiten bewilligt bekommen. Der Innenraum soll saniert und eine Dauerausstellung installiert werden. Das Fördergeld wurde eigentlich schon im vergangenen Jahr erwartet.

Fußboden wird begradigt

„Der Fußboden muss begradigt werden“, sagt Utpatel. Die Kirchenfenster sollen überarbeitet werden. Gleiches gilt für die Bänke. Geplant ist ebenfalls die Wände neu zu verputzen und die Ausmalungen zu erneuern. Der Putz war vor einigen Jahren wegen Feuchtigkeitsschäden entfernt worden. „Das hört sich zunächst nicht so umfangreich an“, so Utpatel. Dennoch werden insgesamt 230 000 Euro investiert. Die Ausschreibungen sind veröffentlicht.

Weiheurkunde im Landesarchiv

Zu der Summe zählt auch das Erstellen der Ausstellung über die Kirchengeschichte zusammen mit der Geschichte des Dorfes. Besonderheit daran ist, dass es im Landesarchiv die Weiheurkunde von 1273 der Kirche gibt. Das ist sehr selten, denn über den Bau und die Entstehungszeit der zahlreichen mittelalterlichen Feldsteinkirchen in der Mark Brandenburg gibt es so gut wie keine oder nur wenige gesicherten Überlieferungen.

Die Kirche von Breddin wurde laut Urkunde im Jahr 1273 geweiht. Quelle: André Reichel

„In Breddin aber ist der Zeitpunkt der Kirchenweihe genau bekannt. Beim Umbau der Kirche im Jahr 1846 fand sich in einem so genannten Sepulcrum (Reliquiengrab) im Altaraufbau die originale Weiheurkunde des Havelberger Bischofs aus dem Jahr 1273. Es ist die einzige derartige Urkunde in der Prignitz und befindet sich jetzt im Landesarchiv.

Utpatel erinnert sich noch an den Tag, als er nicht nur die Urkunde, sondern auch das Siegel im Original gesehen hatte. „Da steht man schon ehrfürchtig davor“, sagte er.

Forschungsergebnisse sollen gezeigt werden

Mit der vorgesehenen Dauerausstellung, für die etwa 30 000 Euro geplant sind, wollen die Breddiner die Zeitzeugnisse populärer machen. Sowohl innen, als auch außen sollen die Forschungsergebnisse zu sehen sein. Ein Konzept wurde bereits erarbeitet. Für Utpatel ist es ein spannendes Projekt, weil bei den Recherchen im Landesarchiv auch ein Buch mit einer Art Dorfchronik zum Vorschein kam. Von 1646 bis ins 18. Jahrhundert hinein hatten Pfarrer darin lokale Ereignisse festgehalten.

Von Sandra Bels

Märkische Allgemeine Zeitung, 30.08.2019
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Dorfkirche Breddin im Pressespiegel
Innenraum der Kirche Breddin wird saniert 30.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung