20.11.2020  –  Märkische Oderzeitung

Kirche in Göttlin soll bis Frühjahr 2021 in neuem Glanz erstrahlen

Die Sanierung der Göttliner Kirche schreitet voran. Bis jetzt liegen die Bauarbeiten im Zeitplan. Falls das so bleibt könnte schon im Frühjahr die Fertigstellung gefeiert werden.

20. November 2020, 04:00 Uhr•Göttlin
Von Simone Weber

Pfarrerin Katrin Brandt (l.) und der GKR-Vorsitzender Reiner Schirrmacher (r.) freuen sich zusammen mit weiteren GKR-Mitgliedern, dass die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt zur Sanierung der Dorfkirche Göttlin gut voran schreiten.© Foto: Weber

In den Lehnbüchern des Erzbischofs von Magdeburg wird Göttlin 1381 erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings reicht die Siedlungsgeschichte des Haveldorfs, aufgrund archäologischer Bodendenkmalfunde wie unbefestigter Siedlungsreste sowie Keramiken und Steinbeile, bis in die Jungsteinzeit zurück.Göttlin ist Sitz der evangelischen Hoffnungskirchengemeinde im Elb-Havel-Winkel mit den Orten Großwudicke, Buckow, Grütz, Steckelsdorf und Neue Schleuse (Rathenow-West). Im vergangenen Jahr begann, mit Mitteln des Landes, der Landeskirche, des Kirchenkreises und der Gemeinde, eine grundlegende Sanierung der Kirche auf dem Dorfanger.

Einschusslöcher im Chor-Raum

„Während der Kämpfe der letzten Kriegstage 1945 wurde die Kirche beschädigt und dabei auch der Dachstuhl sehr in Mitleidenschaft gezogen. Diese Schäden wurden nach 1945 behoben. Noch heute sieht man im Chorraum etliche Einschusslöcher“, erzählt Reiner Schirrmacher, vor einem Jahr als Vorsitzender des Gemeindekirchenrats wiedergewählt.„Ein großer Sturm 1972 richtete starke Schäden am Turm und dessen Dach an. Auch die Wetterfahne brach ab. Nach grober Notreparatur wurde der Turm Anfang der 80er Jahre umfangreich saniert.

Erste Sanierung nur „Flickwerk“

Im ersten Bauabschnitt der aktuellen Sanierung, Ende Juli 2019 bis April 2020, wurde der Turm, für zirka 196.000 Euro, saniert. Dabei wurde festgestellt, dass die Sanierung der 80er Jahre auch nur ‚Flickwerk‘ war.“ Die zweite – positive – Überraschung bei den aktuellen Sanierungsarbeiten: der Dachbodenfund einiger originaler hölzerner Pfeifen der 1860 fertiggestellten Kirchen-Orgel.Sechs von ihnen wurden zum Kirchenfest Anfang September zu Gunsten der Sanierung versteigert. Im zweiten Bauabschnitt, seit Juli, wird für rund 353.000 Euro das Kirchenschiff saniert. Dabei werden das Dach neu eingedeckt, die Fassade saniert und neue Fenster eingesetzt.

Abschluss im Frühjahr 2021

„Mit nur geringen Verzögerungen liegen wir derzeit gut im Plan. Vielleicht können die äußerlichen Arbeiten noch bis Ende November abgeschlossen werden“, so Reiner Schirrmacher nach der Baubesprechung am vergangenen Donnerstag. „Danach folgen noch Innenarbeiten, wie Verputzen, Malern und die Installation der elektrischen Anlagen. Je nach Wetterlage kann die Sanierung im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden.“„Für unsere Kirchgemeinde mit insgesamt rund 500 Mitgliedern und sechs Gotteshäusern ist diese grundlegende Sanierung eine große Herausforderung. Für unseren Eigenanteil kamen schon viele Spenden zusammen, aber die Summe von etwa 100.000 Euro haben wir noch nicht zusammen“, so Pfarrerin Katrin Brandt.

Viele Unterstützer für die Sanierung

So wurden auch Einnahmen aus dem Imbiss-Verkauf zu den Kürbisfesten 2019/2020 im Dorf zu Gunsten der Sanierung gespendet. Zum Kirchenfest „mit Hoffnung unterwegs“ in der Hoffnungskirchgemeinde Anfang September kam der Sanierung auch der Erlös der Versteigerung von Bildern der Rathenower Malerin Annelise Ibe (1921 bis 2012) durch ihren Neue Schleuser Sohn Wolfgang zu Gute. Auch der in Potsdam lebende Schauspieler Steffen Schroeder, der seit vielen Jahren in Göttlin seinen Zweitwohnsitz hat, unterstützte die Versteigerung.

Märkische Oderzeitung, 20.11.2020
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