05.04.2020  –  Märkische Oderzeitung

Kirche in Groß Ziethen wechselt die Farbe von Preußischblau zu Eichenbraun

Ortsbildprägend trotz leicht versteckter Lage: Trauerfeiern finden seit Corona im Freien statt.© Foto: Marco Winkler
Ungewohnt: Die Decke hatte vor der Restauration einen Blauton.© Foto: Marco Winkler

Marco Winkler/ 05.04.2020, 08:29 UhrGroß-Ziethen (MOZ) Die Wirkung dürfte enorm sein, sollte im Herbst die Kirche in Groß-Ziethen wieder öffnen. „Es wirkt ganz anders, es ist nicht mehr die Kirche, die die Leute kennen“, sagt Katrin Heßler. Die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates bezieht sich dabei auf die Farbe im Innenraum. Gewohnt sind die Groß-­Ziethener ein Preußisches Blau, einen hellen Ton, der dem Innenraum und vor allem der Decke Charakter verlieh. „In einer Bauphase kratze ein Restaurator an der Farbe“, erinnert sich Pfarrer Thomas Triebler.

Zum Vorschein kam kein Blau. Die Schicht unter der Decke ähnelte eher Eichenimitat, und unter den Wänden legte er kein Weiß frei, sondern Grau, durchzogen von geometrisch akkuraten Linien, die in ihrer Anordnung an zahlreiche Quader erinnern. Auch die Fensterrahmen haben eine andere Farbe und sind künftig grün. „Bisher war noch kaum einer in der Kirche, um das zu sehen. Es wird eine Überraschung“, so Triebler.

Schwamm verursacht Kosten

Eine, die herbeigesehnt wird. Seit 2018 wird die Kirche saniert und ist damit für Gottesdienste und Veranstaltungen geschlossen. Etwas Zug verlor die Arbeit, als Schwamm in Balken und Decke zum Vorschein kam. Das ließ die Kosten für Schiff- und Dachstuhlsanierung von 184 000 auf 219 000 Euro ansteigen. Mehrkosten verursachte die zweite Bauphase im Turmbereich. Da der Turm komplett erneuert werden musste, stiegen die Kosten hier um 30 000 auf 165 000 Euro. In wenigen Wochen soll die Hülle der Kirche fertig sein. Der Plan, zu Pfingsten zu eröffnen, könne nicht gehalten werden. „Wir müssen klären, wie wir die Mehrkosten decken. Dann können wir mit dem dritten Bauabschnitt, der Innensanierung, beginnen“, sagt Thomas Triebler. Gab es für die Außenfassade noch Fördermittel, muss die Kirchengemeinde den Innenraum selbst tragen. „Wir wollen es über Kredite versuchen.“ Rund 30 000 Euro könnten die Arbeiten nach jetziger Schätzung kosten. Hinzu kämen 12 000 Euro für die Aufarbeitung und den Farbanstrich der 20 Kirchenbänken. Hier denken Thomas Triebler und Katrin Heßler an eine Spendenaktion. Geldgeber könnten für ihren Einsatz als Dankeschön mit einer Plakette an der Bank verewigt werden.

Märkische Oderzeitung, 05.04.2020
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