06.09.2005  –  Märkische Allgemeine

Kirche in Königsberg ist fit für die Besichtigung

KIRCHE IST FIT FÜR DIE BESICHTIGUNG

Arbeitseinsatz am Königsberger Gotteshaus / Förderkreis aktiv

HAJO NITSCHKE

KÖNIGSBERG Der Förderkreis Dorfkirche Königsberg lädt am11.September – anlässlich des Tages des offenen Denkmals – zu Turmführungenein. Von 10 bis 18 Uhr werden Gäste bis zu den drei unterschiedlich großenGlocken begleitet. Der Auf- und Abstieg im 25 Meter hohen Turm erfolgt aufeigene Gefahr.

Förderkreismitglieder und andere Königsberger haben amvergangenen Sonnabend schon mal „geübt“. Im Turm war Großreinemachen angesagt.Die Reinigung, einschließlich des Glockenturms, war eine besonders staubigeAngelegenheit.

1926 wurden die drei Glocken aufgehängt, die in Bockenem imHarz angefertigt worden waren. Die Vorgängerglocken von 1697 und 1746 hatten imErsten Weltkrieg abgegeben werden müssen. Die kleinste Glocke von 1574 bekamdamals Christdorf.

Am 11.September wird noch mehr über die um 1500 gebauteKirche zu erfahren sein. Dann werden auch Kirchenführer und -kalender für 2006zum Kauf angeboten, ebenso Postkarten mit einem von Julia Lindemann aus Teetzgemalten Bild von der Königsberger Kirche. Die Verkaufseinnahmen sind für dieKirchensanierung bestimmt.

Es gibt Hoffnungen, dass das von der Bauaufsichtsbehörde imApril 2004 gesperrte Kirchenschiff noch dieses Jahr wieder benutzt werden kann.Die Kirchengemeinde Königsberg hat ein Notsicherungskonzept erstellt, das vomKonsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/SchlesischeOberlausitz bestätigt wurde.

In erster Linie geht es um das Abstützen des Dachstuhls undum das Erneuern von Verbindungen. Nach der Notsicherung müssen innerhalb vonfünf Jahren Dacherneuerung und die Problematik der Risse im Mauerwerk amOstgiebel der Kirche in Angriff genommen werden.

Die über 30 Mitglieder des Förderkreises freuen sich, dassjetzt Bewegung in die Kirchensanierung kommt. Förderkreisvorsitzende ElisabethLau: „Kara Huber, die Gattin von Bischof Wolfgang Huber, übernahm im vorigenJahr die Schirmherrschaft für die Sanierung unserer Kirche. Sie hat schon vielbewegt.“ Der Förderkreis bleibt rührig. Seine am besten besuchte Veranstaltungfand im Rahmen des Dorfkirchensommers im Mai statt. Damals kamen rund 100 Gäste.

Elisabeth Lau weist darauf hin, dass der Förderkreis sichüber weitere Mitstreiter freuen würde: „Hier sind alle willkommen. Helfen setztkeine Konfession voraus“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich komme oft aus RichtungHerzsprung. Als Erstes sehe ich unsere Kirche. Unvorstellbar, wenn sie nichtmehr da wäre.“ Am Kirchturm wachsen Zeichen der Hoffnung. Es sind zweiKletterrosen, gespendet von der Partnerkirchengemeinde Gaienhofen am Bodensee.Gepflanzt wurden sie beim jüngsten Partnertreffen.

 

Märkische Allgemeine, 06.09.2005