23.10.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Kirchensanierung in Hohennauen noch bis 2020

Die Dorfkirche Hohennauen ist schon über zwei Jahre eine Baustelle. Das Gotteshaus wird grundlegend saniert. Voraussichtlich 2020 im Frühjahr werden alle Arbeiten erledigt sein. Die Hoffnung auf einen Weihnachts-Eröffnungsgottesdienst erfüllt sich nicht.

Das Foto zeigt die Kirche, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts gestaltet war. So soll sie nun auch wieder saniert werden.         Quelle: Archiv Pickenhahn

Als die Arbeiten zur Sanierung der Hohennauener Dorfkirchevor über zwei Jahren begannen, da hatten die Mitglieder im FördervereinDorfkirche die berechtigte Hoffnung, dass der Weihnachtsgottesdienst 2019 in der frisch renovierten Kirche stattfindet. Daraus wird nichts. Voraussichtlich 2020 im Frühjahr werden alle Arbeiten erledigt sein. Und bis dahin haben die Handwerker noch gut zu tun.

Seit zehn Jahren engagiert

Vieles ist schon erledigt oder auf der Zielgeraden. Die Neueindeckung des Kirchendaches ist nach mehreren Nachbesserungen auch endlich geschafft.„Vor einigen Tagen war die Bauabnahme für das Kirchendach“, sagt Monika Pickenhahn erleichtert. Sie ist die Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Hohennauen, der sich seit seiner Gründung vor zehn Jahren für das Vorhaben engagiert und bis zu Beginn der Arbeiten regelmäßig Kulturveranstaltungen in der Kirche organisierte.

Erste Schritte

Das Mauerwerk wurde trocken gelegt und eine Sammelleitung zur Abführung des Regenwassers verlegt. Die Fenster wurden überarbeitet und die gebrochenen Bleiglasverbindungen erneuert. Monika Pickenhahn zeigt ein altes Foto. „So sah die Kirche Ende des 19. Jahrhunderts aus und so soll sie auch wieder werden“, erklärt sie das Ziel, welches der Förderverein ansteuert.

Matthias Beckmann restauriert in der Kirche Hohennauen  das Gestühl und weitere Inneneinrichtungen.gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Benjamin Mix.           Quelle: Norbert Stein

Dafür wirken Restauratoren, Archäologen und Handwerker im Inneren der Kirche. Matthias Beckmann, Kirchenrestaurator aus Friesack-Damm, restauriert derzeit Bänke, Gestühl und Empore. Eine weitere Fachfirma erneuert und erweitert die elektrische Anlagen in der Kirche.

Blick in die Gruft

Die Archäologen haben ihre Arbeit bereits erledigt. Ihr Interesse galt, nachdem die Bodenfliesen abgenommen waren, den Gruften. Hier sind Angehörige des früher und teilweise schon vor dem Bau der heutigen Kirche in Hohennauen ansässigen Adelsgeschlechts der Familie von der Hagen beigesetzt.

Drei kommen unter Glas

Die Archäologen haben die mit Wappen und Inschriften verzierten Gruftplatten vermessen, fotografiert, kartiert und wieder verschlossen. Insgesamt 15 Gruften sollen es sein. Über drei Gruften wird der Förderverein in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde Glasplatten legen lassen, damit sie für Besucher sichtbar sind und auf diese Weise die Dorfgeschichte vermitteln.

Die Gruft von Arndt von der Hagen.         Quelle: Norbert Stein

Zu den ersten Arbeiten, die in der Kirche erledigt wurden, gehört die Deckengestaltung nach einem historisch überlieferten Vorbild in sanfter himmelblauer Farbe und 500 Sternen. Die Sanierung der Kirche kommt voran. „Einiges könnte aber auch schneller gehen“, sagt Monika Pickenhahn. Damit meint sie die aus Sicht des Fördervereins„unnötigen, zähen und zeitaufwendigen Absprachen und Verhandlungen mit den Denkmalschutzbehörden“.

Dielen oder Fliesen?

Die Vereinsvorsitzende nennt die Erneuerung des Fußbodens im Bereich der Besucherreihen als Beispiel. Dort lagen bisher Dielen. Die sind verschlissen und einem Gutachten zufolge auch mit Schadstoffen belastet. Der Denkmalsschutz bestehe auf neuen Barockedielen, erklärt die Vorsitzende. Der Förderverein wiederum möchte Fliesen legen – so wie vor dem Altar.

Suche nach Kompromissen

Fußbodenfliesen seien pflegeleichter und würden auch einen behindertengerechten Zugang ermöglichen,erklärt Monika Pickenhahn. Das Problem ist noch nicht abschließend geklärt. Zudem sind noch weitere Detailabsprachen notwendig. Immerhin: Kompromisse werden in der Regel erzielt

Die Dorfkirche in Hohennauen Quelle: Norbert Stein


Auch wenn die Arbeiten in diesem Jahr noch nicht abgeschlossen werden möchte der Förderverein soweit vorankommen, dass man Weihnachten in der Kirche einen Baustellengottesdienst feiern kann. Und im Frühjahr 2020 soll es dann endlich soweit sein, dass die Kirche mit einem Festgottesdienst übergeben wird.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine Zeitung, 23.10.2019
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