05.08.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Klausdorf – Große Dankbarkeit für die Rettung des Dorfes

In Klausdorf, das im August 2018 nur knapp der Brandkatastrophe entgangen ist, erinnert jetzt eine Dankestafel an die Ereignisse. Spendiert haben sie Mirko Schima und Mario Wenzel (li.). Die Übergabe erfolgte am Sonntag beim Sommerfest des Kirchen-Fördervereins an dessen Chef, Lothar Schäfer (re). Quelle: Thomas Wachs

In Klausdorf erinnert eine Tafel jetzt daran, dass dieses Dorf fast vom riesigen Waldbrand zerstört wurde. Ein Jahr nach der Katastrophe zeigen die Bewohner so ihre große Dankbarkeit für alle Helfer.

Die Erinnerung sitzt tief bei den Bewohnern von Klausdorf. Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Waldbrand vom August 2018, der das Dorf fast vernichtet hätte, geben die Anlieger ihrer Erinnerung jetzt einen kleinen Gedenkort. 

Sie ließen eine Dankestafel schaffen, die im Dorf noch einen würdigen Platz erhalten soll. Diese mit Lasertechnik gestaltete Platte aus eloxiertem Aluminium zeigt Bilder aus den Brandtagen, als Klausdorfvon Feuerwehren, Hubschraubern und Wasserwagen belagert war.

Zahlreiche Helfer gewürdigt 

Ein Text würdigt die zahlreichen Helfer, die um das Dorf gekämpft haben, als das insgesamt fast 400 Hektar umfassende Großfeuer im Wald schon kurz vor dem Dorf stand. Auch jenen, „die materiell und finanziell spendeten sowie Obdach, Mut und Trost gaben“, wird gedankt.

In Klausdorf, das im August 2018 nur knapp der Brandkatastrophe entgangen war, erinnert jetzt eine Dankestafel an die Ereignisse. Quelle: Thomas Wachs

„Mehr kann man doch nicht machen, als allen zu danken, die unser Dorf gerettet haben“, sagt Mirko Schima. Er half dabei, die Idee von Kathrin Walter mit anderen Dorfbewohnern umzusetzen. 

Unrunde Summe mit tiefem Sinn 

„Gespendet hatten wir ja bereits für die Einsatzkräfte der Feuerwehr“, erzählt Anwohner Uwe Brüggemann. Exakt 2508 Euro wurden überwiesen aus den Spenden der 72 Klausdorfer Bürger. Diese unrunde Summe hat einen speziellen Hintergedanken und tieferen Sinn. Denn am 25. August konnten die Klausdorfer im vorigen Jahr wieder zurückkehren in ihre Häuser. Diese hatten sie am Abend des 23. August verlassen müssen, als auch Frohnsdorf und Tiefenbrunnen evakuiert wurden. 

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„Dieses bescheidene, mulmige Gefühl bleibt bis heute“, sagt Uwe Brüggemann. Sein 100 Meter langes Grundstück endet 80 Meter vor den Waldflächen, die vor einem Jahr im Vollbrand standen. 

„Wir retten Euer Haus, hatte ein Feuerwehrmann mir damals noch zugerufen, als wir Hals über Kopf raus mussten“, erzählt der Dorfbewohner. „Und sie haben es wirklich geschafft“, so Brüggemannnoch immer dankbar: „Die Dankestafel soll nun ewig an diese Leistung erinnern.“

In in der Klausdorfer Kirche erinnert ein Foto daran, wie bedroht das Dorf im August 2018 war von der Brandkatastrophe. Quelle: Thomas Wachs

Spendiert haben diese Tafel der Metallunternehmer Mirko Schima, der im Dorf wohnt, sowie sein Geschäftsfreund Mario Wenzel, der in Rangsdorf eine Firma für Lasergravurdienste betreibt. 

Dorf vor große Katastrophe gerettet

Die Übergabe erfolgte am Sonntag beim Sommerfest des Kirchen-Fördervereins an dessen Vorsitzenden, Lothar Schäfer. Er sicherte zu, dass im Dorf „noch ein würdiger Platz gefunden wird für die gelungene Tafel“. An der gerade frisch sanierten Kirche „dürfte es diesbezüglich aber wohl Probleme mit der Denkmalpflege geben“, sagt Schäfer. „In jedem Fall ziehe ich den Hut vor den vielen Leuten, die unser kleines Dorf vor der großen Katastrophe gerettet haben“.

Von Thomas Wachs

Märkische Allgemeine Zeitung, 05.08.2019
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