30.10.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Krone an der Nagelkreuzkapelle gestohlen

Die goldene Krone an der Nagelkreuzkapelle ist verschwunden. Die preußische Krone von 1907 wurde offenbar abgesägt. Dabei ist sie eines der wenigen Originalteile der Garnisonkirche.

Die Krone war zwischen den eisernen Blättern Quelle: Bernd Gartenschläger

An einem schmiedeeisernen Tor der ehemaligen Garnisonkirche fehlt ein entscheidendes Detail: die goldene Krone. Das Tor steht derzeit neben der Nagelkreuzkapelle. Normalerweise wird es von einer Krone geziert.

Doch momentan ist der Platz über den Initialen des Kaisers Wilhelms II. leer. Aufgefallen ist dies einem aufmerksamen Besucher, der den Vorfall vor wenigen Tagen meldete.

Krone offenbar schon länger verschwunden

Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, bestätigte auf Nachfrage der MAZ den Diebstahl. Am Samstag sei eine entsprechende Information bei ihm eingegangen. Nachforschungen hätten ergeben, dass die Krone wohl schon länger fehle.

Das schmiedeeiserne Tor neben der Nagelkreuzkapelle – momentan ohne Krone Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Krone gehört zu den wenigen Originalteilen, die von der zerstörten Garnisonkirche übrig geblieben sind, erklärt auf MAZ-Nachfrage der Potsdamer Kirchenexperte Andreas Kitschke. Die Krone sei mit den dazugehörigen Tor 1907 angefertigt worden.

Krone trägt Initialen von Wilhelm II.

Der damalige Patron der Kirche war Kaiser Wilhelm II. Deshalb sind unterhalb des ehemaligen Kronenstandorts seine Initialen zu sehen. Das „W“ symbolisiere Wilhelm, während das „R“ für „Roi“ – also das französische Wort für König – stehe, erklärt Andreas Kitschke. Zwar war Wilhelm II. der Kaiser, aber gleichzeitig eben auch der König von Preußen.

Das Tor befand sich zu Zeiten der Garnisonkirche in der Vorderfront der Kirche. Es sollte einen geschützten Vorbereich sicherstellen. Vor der Sprengung der Kirche wurde es 1968 abmontiert. Nachdem es zunächst im Hof des Gemeindehauses in der Kiezstraße gelagert wurde, platzierte man es 1980 neben dem Predigerwitwenhaus in der Breiten Straße. 2003 folgte der Umzug zum jetzigen Standort.

Von Johanna Apel

Märkische Allgemeine Zeitung, 30.10.2019
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