16.07.2019  –  Märkische Oderzeitung

Mehr als nur ein Landschaftsbild in Hohenwerbig

Kay Lengner aus Hohenwerbig (li.) und Walter Lauches Töchter Magdalena und Cosima (re.) bei der Ausstellungseröffnung in der Kunstkirche Hohenwerbig.© Foto: B. Kraemer

Bärbel Kraemer / 16.07.2019, 12:00 UhrHohenwerbig  Ein Bild mit einer Mühle ist nicht nur ein Landschaftsbild. Diesen Satz hat der 2010 verstorbene Maler Walter Lauche geprägt. Dem bis zu seinem Tod in Rietz bei Treuenbrietzen lebenden Künstler ist derzeit in der Dorfkirche von Hohenwerbig eine Ausstellung gewidmet.

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass Werke von Walter Lauche hier in unserer Kunst- und Kulturkirche gezeigt werden können“, so Kay Lengner vom Gemeindekirchenrat.

Am Freitagabend wurde die Ausstellung mit einer Lesung aus Lauches Buch „Man kann im Leben gar nicht genug verpassen“ (erschienen 2011) und dem Dokumentarfilm „Einfach Leben“, den der in Grabow lebende Regisseur Hand-Dieter Rutsch 1993 drehte, eröffnet. Mit dabei Lauches Töchter Cosima und Magdalena, die aus dem Buch Geschichten und Gedichte ihres Vaters vortrugen.

„Das ist das Beiwerk zu den Bildern“, so Lengner mit Blick auf die an den Kirchenwänden ausgestellten Malereien.

Walter Lauche, der in der Region als Landschaftsmaler einen Namen hatte und bekannt war, hinterließ viele Bilder die in Städten und Dörfern, an Feld- und Waldrändern des Flämings entstanden sind. Besucher der Ausstellung können sich über die Bilder an Orte entführen lassen, ohne tatsächlich dort zu sein. Die Mühle von Niedergörsdorf (2003), die Kirche von Rietz (2002), die Brücker Türme (1998) und die Seerosen auf dem Reichhelmteich in Treuenbrietzen (2003) sind einige der Werke, die für die Ausstellung in der Kunst- und Kulturkirche Hohenwerbig ausgewählt wurden.

Neben Kirchen malte Walter Lauche Zeit seines Lebens immer wieder Mühlen. Für ihn waren es „Tangospieler“ der Natur. Einige sind heute nur noch auf den Leinwänden existent. Der Flämingmaler Walter Lauche, der 1965 von West-Berlin in die damals junge DDR zog, hat sie mit kraftvollen Farben und dem ihm eigenen Blick auf die Dinge vor dem Vergessen bewahrt. Mühlen zu malen bezeichnete er zu Lebzeiten als ein Laster. Und so widmete er sich in späteren Jahren nicht mehr nur den alten, vom Sturm der Zeit so manches Mal gezeichneten Mühlen, sondern auch den Mühlen der Gegenwart – Windrädern.

Der Fläming bot ihm dabei ein Wirkungsfeld mit unendlich vielen Motiven. Und so entstanden in der Abgeschiedenheit und Stille des hiesigen Landstrichs Landschaften, Stillleben und Portraits, die Spiegelbilder des Lebens sind.

INFO

Die Ausstellung ist bis zum 11. August jeden Sonntag von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Gruppen, die sich außerhalb dieser Zeiten für eine Besichtigung anmelden möchten, wählen die 033843/50545 oder die 033843/51014 und vereinbaren einen Termin.

Märkische Oderzeitung, 16.07.2019
Zur Kirche
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