18.01.2021  –  Evangelischer Pressedienst

Mehr Aufmerksamkeit für die Königin der Instrumente


Sauerorgel im Berliner Dom
epd-bild/Gerold Meppelin (Im Gegensatz zu den meisten Instrumenten kann eine Orgel in der Regel nicht so leicht herumgetragen werden. Vielmehr müssen die Menschen zu ihr kommen. In diesem Jahr gibt es dazu besonders viele Gelegenheiten).

Berlin (epd). Mit zahlreichen Veranstaltungen sollen in diesem Jahr die unterschiedlichen Orgeln in Berlin und Brandenburg als „Instrument des Jahres 2021“ möglichst vielen Menschen vorgestellt werden. Neben einer neu entwickelten Orgel-App mit interaktiven Orgelrundgängen sind dazu unter anderem täglich Orgelkonzerte sowie zahlreiche fächerübergreifende Angebote für Schulklassen geplant, wie die Landesmusikräte Berlin und Brandenburg am 11. Januar auf einer Online-Auftaktpressekonferenz mitteilten.

Schirmherren des Orgeljahres in Berlin und Brandenburg sind der evangelische Bischof Christian Stäblein und der katholische Erzbischof Heiner Koch. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) würdigte die Orgel-Landschaft in der Hauptstadt als einzigartig. Mit mehr als 800 bespielbaren und 1.435 dokumentierten Orgeln sei Berlin die größte Orgelstadt Deutschlands. Dabei verwies Lederer darauf, dass im vergangenen Jahr drei Kirchenorgeln mit Mitteln der Lotto-Stiftung saniert wurden.

Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (SPD) nannte die Orgel ein faszinierendes, technisch komplexes und aufgrund seiner Standorte etwa in Kirchen „unglaublich öffentliches Instrument“, etwa im Gegensatz zur Geige, dem „Instrument des Jahres 2020“. Die Orgel stehe für eine einzigartige Verbindung der Kunstfertigkeit von Komponisten, Erbauern und Organisten, sagte Dünow. In Brandenburg gibt es nach Schätzung des Landesmusikrates rund 1.500 Orgeln. Eine genaue Bestandsaufnahme soll in diesem Jahr erfolgen.

Hinzu kommen mehrere Orgenbau-Werkstätten. In den vergangenen fünf Jahren flossen mehr als 700.000 Euro vom Land in Restaurierung oder Anschaffung von Instrumenten.

Das Eröffnungskonzert zum Orgeljahr 2021 erklang am 1. Januar aus Fürstenberg an der Oder und wurde live gestreamt. Die Landesmusikräte in Deutschland küren seit 2008 jedes Jahr ein Instrument des Jahres. Jedes Bundesland beruft dazu eigene Schirmherrinnen und Schirmherren.

In diesem Jahr trägt erstmals ein Tasteninstrument den Titel. Das größte Musikinstrument der Welt gilt gemeinhin als „Königin der Instrumente“. Dabei sind die meisten Orgeln einzigartig, weil sie speziell für einen architektonischen Raum erbaut wurden, in dem sie erklingen sollen. Der Klang wird dabei durch Pfeifen erzeugt, durch die ein Luftstrom geblasen wird. Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau durch die Unesco als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Bischof Stäblein würdigte zum Auftakt des Orgeljahres das Engagement der gut 190 Organisten und Organistinnen in der Landeskirche, der Orgelbauer sowie der Ehrenamtlichen, die dafür sorgten, dass die zahlreichen, zum Teil sehr alten Instrumente weiter klingen. Die Orgellandschaft sei „die vielleicht lebendigste Kultur überhaupt“, weil sie in vielen Orten gepflegt werde. Orgelmusik lade zum Träumen ein, in dem sie Raum für eine andere Welt schaffe, so Stäblein. Zugleich erinnerte er an die zahlreichen Drehorgeln als die „kleinen Geschwister“ der großen Orgeln und an deren Erbauer.

Auch Erzbischof Koch erinnerte daran, dass Orgeln nicht nur in Kirchen, sondern auch in Konzertsälen oder im Kino zum Einsatz kommen: „Viele Menschen lassen sich berühren durch die monumentalen, aber auch zarten Klänge dieses Instrumentes.“

Evangelischer Pressedienst, 18.01.2021
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