25.03.2019  –  MOZ

Möbelpolitur für die Marienkirche Beeskow

Putzen im Südschiff: Manuela Heuer und Jan Radke gehörten zu den Freiwilligen, die am Sonnabend an der Aktion „Saubere Kirche“ teilgenommen haben.© Foto: Ruth Buder

Ruth Buder / 25.03.2019, 07:00 Uhr Beeskow  

Rund 20 Freiwillige haben am Sonnabendvormittag alle Ecken und Winkel der über 500 Jahre alten St. Marienkirche geputzt. Die Arbeiten im Mittelschiff gehen nächste Woche weiter.

Zehn Flaschen mit Möbelpolitur sind nach einer Stunde bereits „verputzt“ und liegen leer auf dem Boden. Emsig wischen Manuela Heuer, Marion Germann und die anderen Frauen im Südschiff der Marienkirche den Staub von den Holzbänken und tragen die Holzpflege auf. Der Unterschied zwischen den noch unbehandelten Bänken ist sofort zu sehen: Alles glänzt wieder frisch.

Dazwischen wirbelt Jan Radke mit dem Staubsauger und macht unter den Bänken den Boden sauber. Vom Staub befreit werden auch die Kerzenhalter, die Kanzel, der Altar und der Herzberger Marienaltar. Im oberen Bereich wirken noch mehr Putzfrauen und Putzmänner. Angela Prick ist gerade mit der Turmtreppe fertig. Mehr als 200 Stufen hat sie abgefegt und die Fenster geputzt. „Damit habe ich schon vorige Woche angefangen, das schafft man nicht an einem Tag.“ Zumindest hat sie als „Putzfrau“ das Privileg, auf den Turm empor steigen zu können.  „Denn Treppe und Turm sind aus versicherungsrechtlichen Gründen für die Öffentlichkeit gesperrt“, erklärt Gemeindesekretärin Anne-Kathrin Hartmann, die für die Organisation der Putzaktion verantwortlich ist. Die beiden Pfarrer Tobias Kampf und Elisabeth Preckel sind heute nicht dabei, da sie andere Verpflichtungen hätten, erklärt die Gemeindesekretärin.

Im großen Mittelschiff wird  nicht gearbeitet, dort gehen nächste Woche der Kirchenangestellte Winfried Kummer und Helfer Jan Radke ans Werk. „Das ist Männersache, da will auch Knut Krüger dabei sein“, berichtet Anne-Kathrin Hartmann und zeigt auf das Gerüst, das unter den großen Fenstern hinter dem Altar bereits aufgebaut ist. Hier müssen die Männer hinaufsteigen, um die neun schrägen Fensterbänke in fünf Metern Höhe und die Ziegelwände abzufegen beziehungsweise abzusaugen und anschließend mit Kalkwasser zu besprühen. Auch der Sockelbereich wird entstaubt. Das muss fertig sein, wenn ab 18. April Manfred G. Fedler seine Malereien zum Thema „30 Jahre Mauerfall – Blumen für Deutschland“ ausstellt. „Damit kein Staub sich auf die Gemälde legen kann“, erklärt die Gemeindesekretärin.

„Ab April beginnt für uns auch die Besucher-Saison. Dann steht unsere Kirche wieder täglich zur Besichtigung offen“, so Anne-Kathrin Hartmann. Am 12. April finde im Mittelschiff der Ökumenische Kreuzzug statt. Und dann komme ja schon Ostern, da müsse alles sauber sein.

Fast alle, die hier in ihrer Freizeit zum Arbeitseinsatz gekommen sind, um das markanteste Wahrzeichen Beeskows vom Keller bis zur Orgelempore und auch die Alte Schule vom Winterschmutz zu befreien, sind Mitglieder der Kirchengemeinde. Nur Jan Radke nicht, er ist kein Christ. „Ich habe hier bis 2017 bei der Gemeinde auf einer geförderten Stelle, also als MAE, gearbeitet. Da sind mir die Kirche und auch die Leute ans Herz gewachsen“, bekennt der 55-jährige Beeskower. Deshalb sei er auch heute zum Frühjahrsputz gekommen. „Durch den vergangenen heißen Sommer sei das Mauerwerk besonders trocken und staubig“, findet Radke und beendet die kleine Gesprächspause, um sich wieder seinem Staubsauger zu widmen. Und weil Arbeit und Vergnügen zusammengehört, gab es im Anschluss ein kleines Zusammentreffen mit Imbiss in der Alten Schule.

MOZ, 25.03.2019
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