24.11.2020  –  Märkische Oderzeitung

Neue Diakonin in Jacobsdorf ist für zehn Orte zuständig

Diakonin Kristin von Campenhausen hat pastorale Dienste in den zwei Kirchengemeinden Biegen-Jacobsdorf und Arensdorf Sieversdorf übernommen. 

24. November 2020, 18:03 Uhr•Jacobsdorf
Von Bettina Winkler

Diakonin Kristin von Campenhausen hat die Pfarrstelle Biegen-Jacobsdorf und Arensdorf-Sieversdorf übernommen; Foto: Bettina Winkler

Zehn Dörfer in zwei Kirchengemeinden mit knapp 900 Kirchenmitgliedern – vor Kristin von Campenhausen liegt eine Mammutaufgabe. Gottesdienste, Seelsorge, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, Konfirmandenunterricht sowie Senioren- und Trauerkreise gehören zu ihrer Arbeit als neue Diakonin in den evangelischen Kirchengemeinden Biegen-Jacobsdorf und Arensdorf-Sieversdorf. Auch regelmäßige Besuche im Pflegeheim Pillgram gehören dazu.Seit Anfang des Jahres war in der Region rund um Jacobsdorf die Pfarrstelle vakant, nachdem Dr. Joran Luthenberger nach nur zwei Jahren als Pfarrer wieder nach Berlin zurückkehrte. Die Stelle war zwei Mal ausgeschrieben, ohne Erfolg. Bis sich Kristin von Campenhausen bei Superintendent Frank Schürer-Behrmann vorstellte. „Es war eine glückliche Fügung“, sagt sie. 

Als Pfarrerstochter in Lietzen aufgewachsen

Für Kristin von Campenhausen ist ihre neue Aufgabe als Diakonin mit pastoralen Diensten eine Heimkehr. Nach Jahren in Kairo und Potsdam ist sie mit ihrem Mann wieder bei der Familie in Lietzen. Dort leben die 47-Jährige, ihr Mann und ihre vier Kinder im ehemaligen Pfarrhaus, in dem sie auch schon als Kind aufwuchs. Der Vater war dort Mitte der 1960er Jahre über 30 Jahre lang Pfarrer. Die Mutter arbeitete als Kantorin. Die beiden älteren Brüder waren ebenfalls Pfarrer. „Mein beruflicher Weg verlief nicht so gradlinig, wie man denken könnte“, erzählt Kristin von Campenhausen. 

Musiktherapie, Kinderchöre und Seniorenkreise

Nach dem Abitur 1992 wollte sie eigentlich Kirchenmusik studieren. Sie entschied sich um, studierte Musiktherapie. „Ich dachte mir, es muss auch Christen in anderen Berufen geben“, sagt sie. In Potsdam hat sie Musik unterrichtet und bei der Evangelischen Pfingstgemeinde Kinderchöre und Seniorenkreise geleitet. Ihr Lieblingsinstrument ist Klavier – auch Flöte, Gitarre und Orgel kann sie spielen. Später machte sie noch eine berufsbegleitende Ausbildung zur Diakonin und kehrte damit zu ihren Wurzeln zurück. 

Ehrenamtliche Lektoren unterstützen bei Gottesdiensten 

In Jacobsdorfer Pfarrhaus ist Kristin von Campenhausen angekommen und ist dabei sich einzuleben. Jeden Donnerstag von 10 bis 13 Uhr ist Sprechtag. Die Corona-Bestimmungen machen es der Diakonin beim Kennenlernen der Gemeindemitglieder nicht leicht. Zwar dürfen Gottesdienste unter Hygienekonzept stattfinden, aber Seniorenkreise und Konfirmandenunterricht mit direktem Kontakt zu den Menschen, sind vorerst auf Eis gelegt. „Ziel ist es, möglichst regelmäßig Gottesdienste in jedem Ort abzuhalten“, erklärt sie. Nicht einfach bei zehn Dörfern. Zum Glück hat die Diakonin Unterstützung durch die drei Lektoren Frank Schütte aus Sieversdorf, Stefan Hoffmann aus Pillgram und Dietrich Techel aus Fürstenwalde, die ehrenamtlich Gottesdienste übernehmen. Als großen Schatz sieht Kristin von Campenhausen die vielen Menschen, die in ihren Kirchengemeinden ehrenamtlich tätig sind, Verantwortung übernommen haben und immer ansprechbar sind. Auch die Kantorin hat immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte. „Ich möchte das Gemeindeleben mit den Leuten gemeinsam gestalten“, sagt sie. 

Weihnachten Gottesdienst unter freiem Himmel

Heiligabend rückt immer näher und damit auch Überlegungen, wie dieser in Corona-Zeiten gestaltet werden kann. Gerade zu Weihnachten sind die Kirchen in allen Orten rappelvoll, so dass es schwierig ist, die geforderten Abstandsregeln einzuhalten. Deshalb wird überlegt, ob man Gottesdienste unter freiem Himmel organisieren kann, damit alle Gläubigen, die wollen, auch kommen können.

Märkische Oderzeitung, 24.11.2020
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