07.11.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Neuendorfer wollen bei Kirchen-Sanierung helfen

Vor dem großen Umbau ist noch viel zu tun: Die Deckenverkleidung, Bänke und Bauschutt müssen weg. Bei einer Dorfversammlung haben sich viele freiwillige Helfer gefunden und sich für ihren ersten Arbeitseinsatz verabredet.

Die Arbeiten an der zukünftigen „Eselpilgerlichtkirche“ in Neuendorf bei Brück schreiten voran. Bei der Renovierung sollen auch die Bürger helfen. Quelle: privat

Mehr als 20 Neuendorfer haben sich freiwillig gemeldet, um in ihrer Dorfkirche mit anzupacken. Pfarrer Helmut Kautz hatte zu einer Dorfversammlung eingeladen, um die anstehenden Bauarbeiten in der Kirche zu besprechen. Mit der Resonanz ist er sehr zufrieden: „Die Neuendorfer haben keine Angst vor Arbeit“, sagt er. „Das hat mich sehr optimistisch gestimmt.“

Der erste Arbeitseinsatz ist für den 23. November angesetzt. Ausgerüstet mit Schaufel, Hammer und Brechstange wollen die Helfer einen Teil der Bänke abbauen, den Traufbereich zwischen Gemäuer und Dach von Bauschutt befreien und die alte Deckenverschalung aus den 60er Jahren entfernen. Das Kirchendach soll erst nach dem Winter abgerissen und neu gedeckt werden.

Gemeinsame Geschichte aller Neuendorfer

Pfarrer Kautz freut sich vor allem darüber, dass unter den Freiwilligen sowohl Christen als auch Nichtchristen sind. „Früher gab es auch keinen Unterschied zwischen Christen und der Bürgergemeinschaft“, sagt er. Die Kirche sei die gemeinsame Geschichte aller Neuendorfer. Sie alle müssten sich darum kümmern, dass ihre Geschichte erhalten bleibt.

Sollten beim ersten Arbeitseinsatz wirklich so viele Helfer auftauchen, könnten die kleineren Renovierungsarbeiten vielleicht schon an drei Tagen erledigt werden, schätzt der Pfarrer: „Viele Hände machen der Arbeit ein schnelles Ende.“ Sollten sich zwischendurch Kleingruppen zusammenfinden, die ein bisschen weiter arbeiten, ginge es vielleicht noch schneller voran.

Die alte Deckenverschalung der Neuendorfer Kirche muss weg. Bei der Renovierung sollen auch die Bürger helfen.Quelle: privat

Hightech-Kirche mit smarter Beleuchtung und Orgelspiel

Die marode Neuendorfer Kirche soll zu einer sogenannten „Eselpilgerlichtkirche“ umgebaut werden. Geplant ist eine Hightech-Kirche, deren Tür sich mit einer App öffnen lässt. Auch das Orgelspiel und die Beleuchtung sollen sich künftig individuell steuern lassen.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auf dem die Kirchengemeinde viele Schwierigkeiten überwinden muss. Als die Orgel demontiert wurde, fiel auf, dass ihre Holzflöten vergiftet sind. Die Orgelbauer mussten deswegen in Schutzkleidung anrücken.

Vorbereitungen für die Bauarbeiten an der Neuendorfer Kirche laufen auf Hochtouren: Das Gerüst steht schon.Quelle: Johanna Uminski

Kosten für Umbau: 380.000 Euro

Auch der Tierschutz spielt eine Rolle: In dem alten Gemäuer nisten Turmfalken, zudem fliegen die Mopsfledermäuse ein und aus. „Wenn die da sind, dürfen wir gar nichts machen“, so Kautz. Und für die Falken müsse ein Ausweichsnistkasten her.

Die Kosten für die Renovierung belaufen sich auf schätzungsweise 380.000 Euro, von denen die Kirchengemeinde 90.000 Euro selbst tragen muss. Die Umbauarbeiten in der Neuendorfer Kirche sollen nach etwa zwei Jahren abgeschlossen sein.

Von Hannah Rüdiger

Märkische Allgemeine Zeitung, 07.11.2019
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