04.01.2019  –  moz.de

Neuer Förderverein will stark geschädigte Scheunenkirche von Wilmersdorf retten und nutzen

Einzigartige Deckenmalerei: Erich Kistenmacher hat sich hier verewigt. Zwischen Ornamenten sind Bibel- und Liedverse angebracht worden.
© Foto: Oliver Schwers

Wilmersdorf (MOZ) „Manpower ist das Wichtigste“, sagt Günter Simon. „Geld dagegen kann man immer noch aufbringen.“ Der Mitbegründer des neuen Fördervereins Scheunenkirche Wilmersdorf hat es geschafft, acht Mitstreiter zu begeistern. Sie wollen gemeinsam mit Leuten aus dem Ort und der Kirchgemeinde das einst gut genutzte Gotteshaus zu neuem Leben erwecken. „Erst hat keiner geglaubt, dass man was tun kann“, berichtet Simon, der erst vor sechs Jahren nach Wilmersdorf gezogen ist. Nun aber kommt Bewegung in die Rettung der einzigartigen Scheunenkirche, die tatsächlich in den 30er-Jahren aus einer Scheune heraus gebaut wurde.

Allerdings ist das Gebäude dringend sanierungsbedürftig und kostet mehr, als sich die Kirchgemeinde leisten kann. Und so mussten sogar bereits bewilligte Fördergelder wieder zurückgegeben werden, obwohl es Baupläne gab. Die Enttäuschung wuchs noch durch die Diskussion um eine mögliche Schließung des Friedhofs. „Wir mussten jetzt etwas machen“, so Günter Simon. „In allen Gesprächen im Ort hat man immer wieder gemerkt, dass eine Verbindung der Menschen zu ihrer Kirche besteht.“

Und es finden auch wieder Gottesdienste statt, die eine Lektorin hält. Simon selbst besucht derzeit eine Weiterbildung, um ebenfalls dieses Amt zu übernehmen. Ab Mai steht er dann vor dem Altar. „Die Leute kommen wieder, es gibt nach jedem Gottesdienst eine Kaffeetafel, die Kinder kommen angerannt, eine erfreuliche Entwicklung“, so der Vereinsgründer. Die Sanierung, Erhaltung und Nutzung des einst vom Kirchenmaler Erich Kistenmacher ausgemalten Gebäudes bleibt Grundanliegen. Um doch wieder Fördergelder zu erhalten, sollen nun die Instandsetzungsmaßnahmen in einzelne Schritte zerlegt werden. Wichtigstes Vorhaben ist die Schwammbeseitigung im Ostgiebel, die Rekonstruktion des Daches, des Fußbodens und die Vertreibung der Holz-schädlinge.

Dafür wollen die Vereinsmitglieder einen Spendenbestand aufbauen und Helfer für Eigenleistungen gewinnen. Geplant sind Veranstaltungen. Damit öffnet sich der Kirchenraum. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat die Scheunenkirche zur Dorfkirche des Monats Januar 2019 gekürt.

Kontakt und Informationen: www.scheunenkirche.de

moz.de, 04.01.2019
https://www.moz.de/landkreise/uckermark/schwedt-und-angermuende/artikel90/dg/0/1/1700989/
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