21.03.2020  –  Märkische Oderzeitung

Pausiner Bärbel Eitner setzt sich für Erhalt und Schaffung lebendiger Dörfer ein

Bärbel Eitner aus Pausin engagiert sich künftig in der Wettbewerbs-Jury „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene.© Foto: Simone Weber

Simone Weber / 21.03.2020, 07:30 UhrPausin  Zur diesjährigen Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Havelland im Lilienthal-Centrum Stölln kandidierte Bärbel Eitner aus Pausin nicht mehr für den elfköpfigen Vorstand. „Die 74-Jährige ist Gründungsmitglied der LAG und Vorsitzende der ersten Stunde. Mit sehr viel Herzblut und einem immensen Zeitaufwand hat sie sich für den ländlichen Raum engagiert, um dem demografischen Wandel mit attraktiven Dörfern etwas entgegenzusetzen“, lobte der Vorstand den über 13 Jahre langen ehrenamtlichen Einsatz Bärbel Eitners.

„Ich habe die Jahre über mit Freude mitgearbeitet. Es waren schöne Jahre“, dankte Bärbel Eitner ihren Vorstandsmitgliedern. „Der Erhalt und die Schaffung lebendiger Dörfer war mir immer das wichtigste Anliegen.  Seit 2007 konnten wir so viele Projekte mit EU-Fördergeldern im Havelland umsetzen. Darunter zur Dorfneugestaltung, zum Ausbau von Kitas oder zur Sanierung von historischen touristisch genutzten Gebäuden sowie von Dorfkirchen. So kann ich kaum ein Projekt besonders hervorheben.“

Die LAG unterstützte die Umgestaltung von Dorfangern wie 2009 in Hohennauen und Ribbeck sowie 2012 in Grütz und Göttlin. In der ersten Förderperiode 2007 bis 2013 hat die LAG Projekte zur Förderung des ländlichen Raumes mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 33 Millionen Euro unterstützt. In der zweiten Förderperiode bis 2020 sind es insgesamt 16,4 Millionen Euro. So konnte auch die Sanierung von Dorfkirchen gefördert werden, wie 2009 in Kleßen, 2010 in Perwenitz, 2012 in Pessin, Haage, Buckow, Premnitz und der Autobahnkirche in Zeestow, 2013 in Wansdorf, 2016 in Pessin, Wagenitz und Hohennauen oder zuletzt in dem kleinen Ort Landin mit 90 Einwohnern. 2008 gehörte der Ausbau der früheren Brennerei zum Lilienthal-Centrum in Stölln zu den LAG-Förderprojekten.

„Ich bin selbst auf dem Dorf geboren und gerade für die Entwicklung des ländlichen Raum konnte mit der LAG viel erreicht werden“, so Bärbel Eitner. In ihrem Heimatort Pausin, einem Ortsteil der Gemeinde Schönwalde/Glien, konnte durch die LAG der Ausbau des „Bruchweges“ (2008/2011), die Anschaffung von Rädern für den Fahrradverleih (2009), die Errichtung eines Bolzplatzes und eines touristischen Wegeleitsystems (2011) sowie der Um- und Ausbau der Kita (2012) unterstützt werden. 1991 bis 2019 gestaltet Bärbel Eitner die Entwicklung ihres Dorfes als Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin selbst aktiv mit. Seit 2003 nimmt sie ihr Mandat in der SPD-Fraktion im Kreistag, seit 2019 auch als Stellvertretende Kreistagsvorsitzende, wahr. „Wir können stolz auf unsere Dörfer sein. Und in ihnen steckt noch soviel Potential“, so Bärbel Eitner, die sich jetzt in der Kommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene weiterhin für die Entwicklung der Dörfer im Havelland einsetzt. Die LAG lobt für den 11. Landeswettbewerb 2020/2021 erstmals zwei Sonderprämien aus. Havelländer Dörfer können sich bis 30. Juni 2020 bewerben.

Märkische Oderzeitung, 21.03.2020