13.08.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Pfarrerinnen Nieder Neuendorf im Funkloch – Gemeindemitglieder erreichen sie kaum

Nieder Neuendorfs Pfarrerin Barbara Eger hat zwar einen guten Draht nach oben, aber schlechten Handyempfang – so wie viele andere Anwohner in der Region. Die Telekom will nun einen zusätzlichen Funkmast im Süden Hennigsdorfs bauen.

Pfarrerin Eger hat zwar einen guten Draht nach oben, aber fürs Handy reicht es wohl nicht. Quelle: Enrico Kugler

Schlimmer sei aber, dass sie für ihre Gemeindemitglieder manchmal den ganzen Tag nicht zu erreichen ist – weil auch das Festnetz oft spinnt. „Da sitze ich den ganzen Tag mit zwei Telefonen im Büro und die Leute sind trotzdem wütend, weil ich nie zu erreichen sei“, so Eger. Draußen, vor dem Pfarrhaus, sei der Empfang nur minimal besser. „Aber ich kann ja schlecht Seelsorgegespräche auf der Straße führen.“ 

Ein Anbieterwechsel brachte nichts

Der Vorwurf, dass sie nie erreichbar sei, ärgert die Pfarrerin mittlerweile gewaltig. Von ihrem bisherigen Anbieter O2 wechselten die Egers deshalb im Juli ins Telekom-Netz, die Umschaltung erfolgte im Urlaub. „Alles war super. Doch als wir nach Nieder Neuendorfreinfuhren, hatten wir wieder langsame Edge-Geschwindigkeit“, sagt Eger. Auch die Empfangsqualität sei weiterhin sehr bescheiden.

Tino Böhme, der direkt gegenüber der Nieder Neuendorfer Kirche das „Café Diadem“ betreibt, hat dort keine Verbindungsprobleme. Telefon und Internet würden auf seinem Smartphone meistens gut funktionieren, er sei bei der Telekom. „Nur, wenn ich in Richtung Spandau fahre, wird die Verbindung ganz dünn“, sagt der Nieder Neuendorfer.

Verbindungsprobleme haben viele Bewohner, wie eine Facebook-Umfrage zeigt. Ein Nieder Neuendorfer hat demnach gar kein Netz in der Wohnung. „Erst, wenn ich auf den Balkon gehe, geht’s. Aber mit Gekratze.“ „Wir haben in Nieder Neuendorf leider auch null Empfang. Weder Netz noch Internet. Leider hat selbst die Telekom bei uns keinen Empfang“, schreibt ein anderer. 

Insgesamt sechs Mobilfunkmasten hat die Telekom im Hennigsdorfer Stadtgebiet, teilt Sprecher Georg von Wagner mit. „Die bieten 2G, 3G und 4G für ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Mobilfunknetz“, erklärt er weiter. Kundenbeschwerden aus Nieder Neuendorf seien nicht bekannt.

Kirchenfläche könnte Abhilfe schaffen

Dennoch wolle die Telekom im Süden des Hennigsdorfer Wohnplatzes Richtung Spandau einen zusätzlichen, rund 30 Meter hohen Funkmastbauen. Zunächst müsse aber der Bauantrag gestellt werden. „Mit Sicherheit wird der Mast dieses Jahr nicht mehr in Betrieb gehen“, so von Wagner. 

Anfang des Jahres hatte die Telekom auch Barbara Eger angeboten, auf einer Fläche der Kirchengemeinde eine Funkantenne zu bauen. Allerdings baut auf dieser Fläche eine Biobäuerin ihr Gemüse an. „Wir müssen das im November diskutieren, wenn der neue Kirchenrat gewählt ist“, sagt die Pfarrerin dazu. 

Märkische Allgemeine Zeitung, 13.08.2019
Zur Kirche
Dorfkirche Nieder Neuendorf im Pressespiegel
Pfarrerinnen Nieder Neuendorf im Funkloch – Gemeindemitglieder erreichen sie kaum 13.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung
Neue Elemente für die Ausstellung im Pfarrhaus in Blüthen 23.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung
Begasung gegen Holzwürmer: Die Görner Kirche ist eingepackt 21.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung
Diskussionsrunde in Altlangsow – Die Kirche gehört ins Dorf 20.08.2019 · Märkische Oderzeitung
Der neue Pfarrer in Töpchin ist kein Unbekannter 19.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung
Geigen erklingen in der Lindenberger Kirche 19.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung