14.07.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Pfarrstelle in Blankenfelde-Jühnsdorf ist neu besetzt

André Wiethölter ist der neue Pfarrer in der Kirchengemeinde Blankenfelde-Jühnsdorf. Nach dem Weggang von Steffen Wegener verwaltete er zunächst die Stelle. Im Juni wurde er vom Gemeindekirchenrat in sein Amt gewählt.

Die Kirchengemeinde Blankenfelde-Jühnsdorf hat einen neuen Pfarrer. André Wiethölter (57), hat am 1. Juni das Amt übernommen. Am 16. August um 10 Uhr will „der Neue“ sich im Gottesdienst seiner Gemeinde vorstellen.

André Wiethölter ist gewissermaßen in seine neue Aufgabe „hineingewachsen“. Seit dem 1. März war die Pfarrstelle der Evangelischen Kirchengemeinde Blankenfelde-Jühnsdorf unbesetzt – Vorgänger Steffen Wegener hatte die Kirchengemeinde im Februar verlassen. Mitte Mai wurde Wiedhölter mit der vorläufigen Verwaltung der Pfarrstelle beauftragt, mitten in einem laufenden Ausschreibungsverfahren für die Stelle. Dabei machte er wohl in den ersten Tagen schon einen so guten Eindruck, dass seine dauerhafte Bewerbung für die Pfarrstelle nur wenige Wochen später auf fruchtbaren Boden fiel. Am 16. Juni beschloss der Gemeindekirchenrat, die Stelle endgültig mit dem vierfachen Vater Wiethölter zu besetzen.

Ziemlich herumgekommen

Zuletzt arbeitete der Dresdener als Klinikseelsorger im Berliner Virchow Klinikum. Stationen zuvor waren Gottesdienstvertretungen in Zehlendorf und Schlachtensee, Pfarrer war er im uckermärkischen Angermünde und in Brandenburg/Havel. „Ich bin in dem, was man so als neue Bundesländer bezeichnet, schon ziemlich herumgekommen“, sagt André Wiethölter. Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und danach Brandenburg mit dem dort beheimateten berühmten Dom waren die Stationen. Damals in Brandenburg/Havel lief nicht alles ganz glatt. Nach über fünf Jahren Arbeit für den Dom verabschiedete sich der damalige Dompfarrer mit den Worten: „Ich habe es nicht vermocht, der Domgemeinde als geistliches Zentrum die aus meiner Sicht erforderliche Stimme im Gesamtchor des Domes zu verleihen.“

Ehrenamtliche Seelsorger

Im Anschluss wollte der Pfarrer in Angermünde wieder Basisarbeit machen, eine Krankheit verhinderte das, auf die eine Auszeit folgte. Ehrenamtlich tat Pfarrer Wiethölter nun das, was er zuvor im Hauptberuf tat. Er arbeitete als Seelsorger im Senioren- und Pflegebereich.

Aus der Schule brachte der junge André einst nur die besten Noten mit nach Hause. Doch da seine Eltern eher in der freien Künstlerszene der DDR zu Hause waren, denn im Parteiapparat, Wiethölter selbst sich auch nicht „ins sozialistische Kollektiv“ fügen wollte, kam die Oberschule für ihn nicht in Betracht. Er machte eine Lehre als Schäfer, war zwei Jahre lang mit großen Herden auf den Elb-Deichen bei Döhmitz unterwegs, nahe der damals noch existierenden innerdeutschen Grenze. „Da war ich viel mit mir allein und hatte viel Zeit zum Nachdenken“, sagt der Pfarrer heute.

Die schmucke Kirche in Blankenfelde. Quelle: Udo Böhlefeld

Dieses Nachdenken führte dazu, dass er das Evangelische Internatsgymnasium auf Hermannswerder in Potsdam besuchte. „Wie schon das Dasein als Schäfer, so war auch Hermannswerder für mich eine Nische, in der ich mich wohlfühlte.“ Es folgte das Studium an der Kirchlichen Hochschule in Naumburg an der Saale und in Berlin. „Es war eher der philosophische Moment, der mich an dem Studium interessierte, am Ende habe ich mir aber genau darüber die Theologie erschlossen.“

Teil der neuen Wirkungsstätte von André Wiedhölter – das Gemeindezentrum in Blankenfelde. Quelle: Udo Böhlefeld

In seinem künftigen Pfarrbezirk fühlt sich André Wiedhölter schon nach wenigen Wochen recht wohl. „Hier ist Bewegung drin, alle hier sind sehr offen, die Zusammenarbeit macht mir Spaß.“ Zum Spaß gehört für ihn auch, dass nur wenige Minuten von der Gemeindeverwaltung entfernt, in Jühnsdorf eine Orgel steht, von deren Art es nicht so ganz viele gibt. Das historische Instrument wird aufwendig restauriert, und Pfarrer Wiethölter freut sich schon darauf, auf dieser Orgel zu spielen. Immerhin begann er schon als 13-jähriger Junge in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Orgelspiel und begleitete bei kirchlichen Veranstaltungen. Mit fünfzehn Jahren ließ er sich dort taufen – und begleitete bei seiner eigenen Taufe den Gottesdienst.

Pfarrer André Wiethölter stellt sich im Gottesdienst am Sonntag, dem 16. August, um 10 Uhr der Gemeinde vor. Je nach Wetterlage soll der Gottesdienst entweder im Garten oder direkt im Gemeindezentrum in Blankenfelde stattfinden.

Von Udo Böhlefeld

Märkische Allgemeine Zeitung, 14.07.2020
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