24.02.2021  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Pritzwalker Kirche: Sanierung geht weiter

Bereits im März sollen die Arbeiten an der Pritzwalker Kirche fortgesetzt werden. Für eine bessere Einschätzung und Dokumentation der Schäden erhalten die Experten nun Hilfe aus der Luft.

Zahlreiche Experten machten sich vor Ort ein genaues Bild von der aktuellen Lage und besprechen weitere Vorgehen.

Zahlreiche Experten machten sich vor Ort ein genaues Bild von der aktuellen Lage und besprechen weitere Vorgehen. Quelle: Julia Redepenning

Das musste der ein oder andere Passant gleich ein zweites Mal hinsehen, als am Vormittag plötzlich ein kleines Fluggerät in luftiger Höhe entlang der Fassade der Pritzwalker Nikolaikirche flog:

Die kleine Drohne brachten die Mitarbeiter der Ingenieurgesellschaft für Fernerkundung, Photogrammetrie, Kartographie und Vermessung aus Potsdam mit in die Prignitz. Mit ihrer Hilfe sollen die Risse der Fassade noch einmal genausten dokumentiert werden, damit die Sanierung der Pritzwalker Kirche bestmöglich geplant werden kann.

Sanierung der Pritzwalker Kirche geht im März weiter

Die beiden Vermesser waren an diesem Tag nicht alleine: Alle Entscheidungsträger im Denkmalschutz und in der Landeskirche waren nach Pritzwalk gekommen, um sich an Ort und Stelle zu informieren und die weitere Baubegleitung der nächsten Bauabschnitte der Kirchen zu besprechen. „Am 15. März soll es endlich weitergehen“, teilte Christine Flassig vom Gemeindekirchenrat mit. „Das Gerüst wird bereits vorher aufgebaut.“

Der Kopf ging auch bei vielen Passanten in die Luft.

Der Kopf ging auch bei vielen Passanten in die Luft. Quelle: Julia Redepenning

Damit das Sanieren bestmöglich über die Bühne geht, muss im Vorfeld viel passieren. „Wir möchten die Arbeiten optimal durchführen“ erklärte Gordon Thalmann von der unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Prignitz, „und dabei ist es uns sehr wichtig, dass wir am Ende nichts falsch machen und vorher alle Einzelheiten dokumentieren und richtig auswerten.“ Der Eingriff soll laut dem Fachmann „maximal gering“ sein.

Eine Drohne dokumentiert Risse an der Nordkapelle

Aus diesem Grund kam diesmal eine Drohne zum Einsatz. „Die Drohne kann die Nordkapelle viel besser untersuchen“, erklärte Christine Flassig, „und gerade dieser Abschnitt der Kirche soll sehr intensiv angesehen werden.“ Die Nordkapelle weist viele Risse und andere Schäden auf, die im Zuge der Sanierung behoben werden sollen.

Dank der Luftaufnahmen können Fachleute die Risse so genau wie möglich diagnostizieren. Zudem kommt die Drohne an Stellen, die sonst nur schwierig erreicht werden können. Das treffe vor allem für den Südgiebel der Taufkapelle zu.

Stück für Stück wurde die Fassade aus der Luft fotografiert.

Stück für Stück wurde die Fassade aus der Luft fotografiert. Quelle: Julia Redepenning

Ohne dieses Gutachten gibt es auch keine weiteren Maßnahmen. „Schon alleine die Denkmalschutzbehörde verlangt so ein Gutachten“, erklärte Christine Flassig. Ebenso könnten solche Dokumentationen Aufschluss über die Mögliche Ursache der Schäden geben. Die ist bislang nicht bekannt.

Es gibt Überlegungen, ob etwa die vielen Brände, die einst in Pritzwalk wüteten und die verheerende Explosion am Bahnhof im April 1945 ihren Teil dazu beigetragen haben und für einige der Schäden verantwortlich sind.

Seit 2014 wird die Pritzwalker Kirche bereits saniert

Seit 2014 wird die Kirche bereits saniert. Im April 2020 hatte die Kirchengemeinde dann mitgeteilt, dass Fördermittel aus dem Leader-Topf für die weitere Sanierung eingegangen sind. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Storchenland Prignitz habe den Verantwortlichen beim Beantragen der nötigen Fördermittel sehr geholfen, betonte Christine Flassig.

Ebenfalls erhält die Kirchengemeinde Unterstützung durch die Stiftung Kiba, der Stadt Pritzwalk, vom Denkmalschutz, vom Kirchenkreis Prignitz und zahlreichen privaten Spendern. Mit 619 000 Euro unterstützt das Brandenburger Agrarministerium die Arbeiten.

Antrag für weitere Maßnahmen soll gestellt werden

Während eines Rundgangs beschlossen die Experten, kurzfristig einen weiteren Antrag für eine andere Stelle einzureichen. Es handelt sich im ein Stück, dass sich auf der Seiten der Pritzwalker Grünstraße befindet. An dieser soll geschürft werden, sprich: Archäologen werden das Areal intensiv unter die Lupe nehmen und so vielleicht einen weiten Teil der Geschichte der Pritzwalker Nikolaikirche lüften.

Von Julia Redepenning

Märkische Allgemeine Zeitung, 24.02.2021
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