20.12.2019  –  Märkische Oderzeitung

Rauchmelder in Kirchen

WIE KÖNNEN KATASTROPHEN WIE DER BRAND IN DER MARIA-MAGDALENEN-KIRCHESCHNELLER ENTDECKT WERDEN? RAUCHMELDER SIND AUCH IN GOTTESHÄUSERN EINE OPTION.

Rauchschwaden im Gotteshaus: Am 2. Dezember agieren die Einsatzkräfte der Eberswalder Feuerwehren unter Atemschutz in der Maria-Magdalenen-Kirche, die für längere Zeit ausfällt.© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt

Am Montag ist es drei Wochen her, dass in Eberswaldes größter und ältester Kirche ein beträchtlicher Teil der südlichen Empore durch Flammen zerstört wurde. Seither liegt eine fette Rußschicht auf Altar, Bänken und Boden. Und feine Nasen nehmen den Gestank nach Rauch sogar schon vor dem Gotteshaus wahr. Die Schäden bewegen sich nach den bisherigen Kenntnissen deutlich im sechsstelligen Bereich. Nach wie vor lässt der Abschlussbericht der Kriminalpolizei zur Brandursache auf sich warten.

„Wir können noch froh darüber sein, dass das Feuer offenbar ziemlich früh bemerkt wurde. Und über die umsichtige Löschaktion“, sagt Pfarrer Hanns-Peter Giering von der evangelischen Stadtkirchengemeinde, der sich längst bei den Eberswalder Feuerwehren für deren Einsatz bedankt hat. Überdies bei der umsichtigen Passantin, die den Alarm ausgelöst und auch ihn informiert hatte. „Die Frau wünscht nicht, dass ihr Name öffentlich genannt wird“, sagt er.

Zu den Konsequenzen nach dem Brand gehört für die Kirchengemeinde, die Installation von Rauchmeldern zu erwägen. „Natürlich denken wir über einen solchen Schritt nach“, betont Hanns-Peter Giering. Es müsste sich aber über eine Anlage handeln, die ihre Signale an noch zu definierende Empfänger sendet. „Eine Übertragung in die Pfarrwohnung oder zur Feuerwehr wäre vorstellbar“, erklärt er. Pieptöne, die allein in der Kirche zu hören seien, würden zu nachtschlafender Zeit nichts bringen.

Wie sieht es anderswo aus? „Wir haben einen Rauchmelder im Turmbereich“, sagt Pfarrer Bernhard Kohnke von der katholischen Kirche St. Peter und Paul. Alles andere wäre ein Aufwand, der sich nicht rechtfertigen ließe. „Zumal wir auch keine höherwertigen Kunstgegenstände besitzen“, fügt er hinzu. Die komplette Elektrik stamme aus den neunziger Jahren und werde wie die Blitzschutzanlage regelmäßig überprüft. „Kerzen zünden wir nur unter Aufsicht an – mit Ausnahme von Teelichtern, die wir ausbrennen lassen können, da sie über Metallhalter verfügen und auf einem gemauerten Sockel stehen“, ergänzt der Pfarrer.

Für die Eberswalder Stadtverwaltung gibt es zwei manuell zu betätigende Hausalarmanlagen – eine für das neue Rathaus und eine für die ehemalige Sparkasse. Im alten Rathaus werden die Mitarbeiter per Handsirene gewarnt. „Im gesamten Komplex wird regelmäßig das Verhalten im Brandfall geprobt“, sagt Pressesprecher Johan Bodnar.  Im Zuge der geplanten Modernisierung des Standortes bekämen alle drei Gebäude eine einheitliche Brandmelderanlage. Die Feuerwehr würde dann, wie jetzt es schon im Museum geregelt sei, automatisch benachrichtigt.

Rauchmelder in allen Fluren

Im Paul-Wunderlich-Haus, dem Sitz der Kreisverwaltung Barnim, sind alle fünf Gebäude und das Parkhaus durch eine Brandmeldeanlage geschützt, die eine Direktverbindung zur regionalen Leitstelle herstellt. „Zudem sind Rauchmelder in allen Fluren und in besonderen Räumen, so in den Technikzentralen und im Plenarsaal, angebracht“, teilt Oliver Köhler, Pressesprecher der Kreisverwaltung, mit. Die Leitstelle könne aber auch manuell benachrichtigt werden. So seien in allen Treppenhäusern Druckknopfmelder zu finden. Auch im Paul-Wunderlich-Haus seien jährliche Evakuierungsübungen vereinbart.

Außerhalb der Dienstzeiten schaue regelmäßig der Wachschutz nach dem Rechten.

Märkische Oderzeitung, 20.12.2019
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