21.02.2020  –  Märkische Oderzeitung

Report der Denkmalpflege – Sanierungen am Parduin und Buckauer Kirche erfolgreich

Das neue Oberlicht des Mittelportals in der Bucker Kirche.© Foto: Spatzier

Die Bau- und Kunstdenkmalpflege des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums  stellte in der vergangen Woche bei, alljährlichen Pressegespräch in der Brandenburgische Landesvertretung die Erfolge, Verluste, Entdeckungen und Projekte des Jahres 2019 vor. Prof. Dr. Thomas Drachenberg, Landeskonservator und stellvertretender Direktor des BLDAM, gab gemeinsam mit Dr. Christine Onnen, Dezernatsleiterin Inventarisation und Dokumentation, und Dr. Georg Frank, Dezernatsleiter Praktische Denkmalpflege, zudem eine Vorschau auf 2020. „Das Jahr 2019 war für die Denkmale des Landes ein insgesamt durchwachsenes, aber hoffnungsvolles. Themen, die uns auch 2020 auf Trab halten werden, sind beispielsweise die ungewisse Zukunft der Schlösser der Brandenburgischen Schlössergesellschaft, die Förderung von Maßnahmen an Kunstwerken und Ausstattungsstücken, die Situation der Praktischen und Gartendenkmalpflege im Land … um nur einige wenige zu nennen“, so Drachenberg.

Als ein wesentlicher Erfolg des BLDAM für das Jahr 2019 wurde das Gebäude am Pardiun 11 genannt, das nach jahrelanger Sanierung fertiggestellt ist. Das im Kern mittelalterliche Gebäude hat nach der Sanierung wieder sein gründerzeitliches Aussehen, gab jedoch während der Vorbereitung und Umsetzung erstaunliche Einsichten in seine Baugeschichte. Die beiden gewölbten Räume im Erdgeschoss waren seit Langem erkennbar und wurden ins 15. Jahrhundert datiert. Die Fassade und das gesamte Bauwerk waren im Lauf der Jahrhunderte mehrfachen Überarbeitungen ausgesetzt. Dass auch große Teile der Außenfassade noch Mauerwerk des 15. Jahrunderts aufwiesen, kam jedoch erst im Zuge der Baumaßnahme zum Vorschein. Diese lassen Vergleiche mit anderen Bauten in Brandenburg wie dem direkt daneben stehenden Rathaus zu. Es zeigte sich aber auch, dass das Gebäude enorme bauliche Schäden und statische Probleme hatte, die eine Erhaltung und Präsentation vieler Befunde schwierig bis unmöglich machten. Deshalb wurde beschlossen, die am Außenbau entdeckten Rundblenden zu Gunsten ihrer Erhaltung nicht zu zeigen. Außerdem wurde dem Gebäudeäußeren aus diesem Grund die Ansicht der Gründerzeit wiedergegeben. „Eine sehr ausführliche bauhistorische Dokumentation aller historisch relevanten Befunde und deren Interpretation wurden angefertigt. Der Eigentümer und sein Architekt bewiesen im Rahmen der Sanierung große Geduld und Umsicht“, heißt es dazu im erschienen Denkmalreport.

Eine wahre Erfolgsgeschichte ist zudem bei der spätromanischen Saalkirche in Buckau gelungen: Seit den 1990er Jahren waren die Oberlichter der drei Portale des neuromanischen Westturms verschlossen. Nachdem die Kirchengemeinde Reste der zerstörten Bleiglasfenster im Gebäude gefunden hatte, fand im Oktober 2018 ein Ortstermin mit den Denkmalbehörden statt. Schnell war die Entscheidung getroffen, dass die erhaltene Originalverglasung wiederverwendet wird. Es gab nur einen kleinen Haken: Das ursprüngliche Erscheinungsbild der Oberlichter war nicht bekannt.

Eine Umfrage in der Dorfgemeinde lieferte eine historische Aufnahme des mittleren Portals und die Neugierde der Buckauer war geweckt: Mit einem neuen Blick auf ihre Kirche entdeckten die Dorfbewohner weitere Sanierungsrückstände. Durch den engagierten Dorfkirchenverein wurden mit Flyern und Benefizkonzerten Spendengelder gesammelt und so die Wiederherstellung und Sanierung aller Oberlichter als auch aller Portaltüren finanziert. Ein erneuter Spendenaufruf des Vereins verhalf außerdem zur Finanzierung eines neuen Formsteines am Westturm, welcher die Fehlstelle in der Fassade füllen wird.

Märkische Oderzeitung, 21.02.2020
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