29.05.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Rossower Kirche gehört zu den Kirchen des Jahres

Gerade frisch an Turm und Schiff saniert, ist der Rossower Dorfkirche auch noch eine große Ehre zuteilgeworden. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler führt sie für 2020 unter den drei Kirchen des Jahres. 

Nach etwa zwei Jahren Sanierungszeit erstrahlt die alte Rossower Dorfkirche nun im neuen Glanz. Der historische Holzturm sowie das Kirchenschiff sind erneuert worden. Und auch an vielen anderen Ecken und Enden des Gotteshauses finden sich Veränderungen. „Die Fenster sind jetzt aus Bleiglas gefertigt“, informiert Küsterin Nicole Rösler.

Besonders in der Kirche kommen die Farbelemente der Kirche gut zur Geltung. Die kostbaren Wandmalereien aus dem frühen 16. Jahrhundert sowie der Hochaltar aus dem Havelberger Domhaben die Sanierungszeit gut überstanden. „Im Innenraum wollen wir noch etwas renovieren“, sagt Nicole Rösler.

Bei der Sanierung wurde ein Epitaph einer 15-Jährigen von 1768 entdeckt. Quelle: Privat
Die Fenster bestehen aus Bleiglas und kommen farblich im Innenraum gut zur Geltung.
Quelle: Christian Bark

Für die Turmbasis hat die Küsterin schon eine ganz konkrete Idee. Hier soll ein kleines Museum mit Relikten aus der bewegten Vergangenheit der Kirche entstehen. Gezeigt werden sollen unter anderem alte Grabsteine, die bei den Sanierungsarbeiten gefunden worden sind. Dazu gehört auch ein Holzepitaph, das der 1768 verstorbenen Catharina Maria Franken gewidmet ist. Sie starb im Alter von 15 Jahren.

Dank ihres wiedererlangten äußeren Glanzes, aber wohl auch wegen der vielen Ideen für das Gotteshaus, ist die Dorfkirche bereits 2019 zur Kirche des Monats März der Stiftung Stiftung zur Bewahrungkirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) gewählt worden. Das gab die Voraussetzung zu noch größere Ehre.

1352 Stimmen für Rossow

„Wir sind auf Platz drei der Kirchen des Jahres 2020 gelandet“, sagt Nicole Rösler. Der ersten Platz hatte die St. Stephanuskirche im saarländischen Böckweiler belegt, Platz zwei ging an die St. Nicolaikirche in Stralsund. „Dass wir 1352 Stimmen erhalten haben, macht schon irgendwie stolz“, sagt die Küsterin. 

Auch die Informationstafel hält die freudige Botschaft fest. Quelle: Christian Bark

Stolz sei die Kirchgemeinde Rossow übrigens auch darüber, für die kommenden sechs Jahre eigenständig bleiben zu dürfen. „Im November ist ein neuer Gemeindekirchenrat gewählt worden“, berichtet Nicole Rösler.

Sanierung begann 2018

Die Dorfkirche ist im späten Mittelalter zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet worden. Einen frei stehenden Glockenturm gibt es seit 1684. Die Kirche verfügt über kostbare Wandmalereien und einen prachtvollen Flügelaltar aus dem Havelberger Dom. 

Bis Ende 2018 erfolgte zunächst die Sanierung des Glockenturms, der eine neue Holzverkleidung und partielle Erneuerungen im Fachwerk erhalten hat. Die Kosten beliefen sich auf rund 100 000 Euro. 

Im Frühjahr 2019 begann die Sanierung des Kirchenschiffes. Dort ist das Gebälk durch undichte Stellen im Dach in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Arbeiten wurden Ende 2019 weitgehend abgeschlossen. 

Über 400 000 Euro haben die Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich insgesamt gekostet. Landeskirche, Kirchenkreis, Kirchgemeinde, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler sowie das Land Brandenburg beteiligten sich daran.

Der Publikumspreis, der symbolischen Wert hat, ist nicht die einzige Unterstützung für die Rossower Kirche durch die KiBa. Die Stiftung war auch finanziell an der Sanierung beteiligt gewesen. 20 000 Euro Fördermittel hat sie 2019 nach eigenen Angaben für die Sanierung von Turm und Kirche bereit gestellt. Über 400 000 Euro hat die Sanierung insgesamt gekostet.

Der Hochaltar aus dem Havelberger Dom hat die Sanierungsarbeiten gut überstanden. Quelle: Christian Bark

„Der Zeitplan ist im Großen und Ganzen eingehalten worden“, blickt Nicole Rösler zurück. Ende 2019 seien die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen gewesen. Nun folgten noch kleinere Ausbesserungen.

Gottesdienste hatten in der Zeit auch stattgefunden. „Einmal gab es einen Baustellengottesdienst“, berichtet die Küsterin. Selbst in der Corona-Zeit kommen die Gläubigen weiterhin in die Kirche. „Abstände können wir gut einhalten, wir sind nur 50 Gemeindemitglieder“, sagt Nicole Rösler. Der nächste Gottesdienst sei zu Pfingsten geplant. Dann werden auch wieder die Glocken der Rossower Dorfkirche ertönen, die vor der Turmsanierung lange Zeit hatten schweigen müssen

 Der Pfingstgottesdienst findet am Pfingstmontag ab 14 Uhr statt. 

Von Christian Bark

Märkische Allgemeine Zeitung, 29.05.2020
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