06.10.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Sanierung der Döberitzer Kirche ist abgeschlossen

Am nächsten Wochenende wird die Neueröffnung der Döberitzer Kirche gefeiert. Nach einer umfangreichen Sanierung und Umgestaltung ist sie jetzt fertig geworden. Die Kosten liegen bei 400.000 Euro.

Fast hätte man schon gar nicht mehr mit dieser Nachricht gerechnet, und doch ist es so: Die Döberitzer Kirche ist jetzt tatsächlich fertig. Ihre umfangreiche Sanierung und Umgestaltung ist in diesen Tagen abgeschlossen worden. Schon am Wochenende soll die Neueröffnung gefeiert werden.

„Das war ein Weg voller Erfahrungen“, blickt Pfarrer Hans-Dieter Kübler zurück. Schön sei gewesen, dass sich relativ schnell ein Förderverein im Ort bildete, nachdem 2015 die Kirchengemeinde das Vorhaben formuliert hatte, dass die Kirche saniert werden soll. Nicht gedacht hätte er aber, dass es so lange dauern würde, sagt der Pfarrer. Mehrfach seien Probleme unerwartet aufgetaucht, die aber mit Geduld alle gelöst werden konnten.

Zu den letzten Arbeiten gehörte das Malern der Kirche innen.

Zu den letzten Arbeiten gehörte das Malern der Kirche innen. Quelle: Bernd Geske

Im Januar 2015 war es, als die Spendensammlung für die Sanierung der Döberitzer Kirche offiziell begann. Deren Zustand hatte den Verantwortlichen keine große Wahl gelassen. Das Dach war sehr marode, so dass es reichlich durchregnete, und bei starkem Wind wurden immer wieder alte Dachziegel abgedeckt. Die erste Kostenschätzung hatte damals bei 160.000 Euro gelegen.

Jetzt, am Ende der Arbeiten, streben die Ausgaben der stattlichen Summe von 400.000 Euro entgegen. Das liegt einerseits daran, dass das Projekt auf Anregung des Fördermittelgebers deutlich erweitert wurde. Man wollte versuchen, öffentliche Gelder aus dem Leader-Programm zu bekommen. Nach dem ersten Ansatz der reinen Sanierung ging die Kirchengemeinde dazu über, das Gotteshaus zu einem Musik- und Kulturzentrum umzugestalten.

Bausumme stark gewachsen

Anfang 2018 war dadurch die geplante Bausumme auf 375.000 Euro gewachsen. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) für das Leader-Programm hatte an dem neuen Konzept aber so viel Gefallen gefunden, dass sie auch für die höhere Summe die 75-prozentige Förderung zusagte.

Andererseits traten während der laufenden Bauarbeiten weitere Aufgaben auf, die zusätzliche Kosten verursachten. So zeigte sich der Dachstuhl des Kirchenschiffs, nachdem man ihn freigelegt hatte, erheblich mehr sanierungsbedürftig. Auch der Turm war viel stärker verfallen als gedacht, so dass auch hier höhere Kosten auftraten. Restauratorische Untersuchungen mussten zusätzlich bezahlt werden, archäologische Grabungen kamen dazu und auch die denkmalschutzgerechten Heizkörper wurden teurer.

Pfarrer Hans-Dieter Kübler.

Pfarrer Hans-Dieter Kübler. Quelle: Bernd Geske

Kurz vor dem Bauabschluss fehlen der Kirchengemeinde nun noch rund 20.000 Euro. Pfarrer Hans-Dieter Kübler sagt: „Wir hoffen auf innerkirchliche Unterstützung.“

Die Kirche indes zeigt sich wie neu aus dem Ei gepellt. Fassade und Dächer sind sehr schön saniert. Die Fenster sind neu. Innen ist eine Wand herausgenommen worden, die vor Jahrzehnten eingebaut worden war. Eine behindertengerechte Toilette und eine kleine Küche sind eingebaut. Die Orgel von 1886 ist gereinigt worden und hat ihren alten Platz auf der Empore wieder bekommen.

Die Orgel von 1886 steht jetzt wieder auf der Empore.

Die Orgel von 1886 steht jetzt wieder auf der Empore. Quelle: Bernd Geske

Der alte Heißluftofen ist entfernt worden und die Kirche kann nun durch 20 neu gebaute große Heizkörper erwärmt werden. Nicht zuletzt ist hinter dem Gotteshaus eine ökologische Abwasserreinigung angelegt worden.

Die Wiedereröffnung wird an zwei Tagen gefeiert. Am Sonnabend, dem 10. Oktober, sind die am Bau beteiligten Gewerke, Fördermittelgeber, Vertreter von Institutionen, Partner und weitere Offizielle eingeladen. Um 15 Uhr wird, auch wegen Corona, draußen vor der Kirche die Feierstunde stattfinden. Danach beginnt um 17 Uhr in der Kirche ein Orgelkonzert.

Beruhigt in den Ruhestand

Am Sonntag soll mehr der kirchliche Aspekt zur Geltung kommen. Um 14 Uhr beginnt wiederum draußen der Gottesdienst. Danach spielt ein Ensemble aus Berlin „Musik für die Seele“.

Pfarrer Hans-Dieter Kübler sagt, dass er beruhigt in den Ruhestand gehen kann, da die Sanierung der Kirche nun abgeschlossen ist. Am 1. Mai 2021 werde es so weit sein. Gottesdienste und die Seelsorge würden aber weiterhin zu seinen Aufgaben gehören.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine Zeitung, 06.10.2020
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