31.03.2021  –  Märkische Oderzeitung

Schwedt beschenkt Verein im neuen Ortsteil Schöneberg kurz vor dessen 20. Geburtstag

Der „Verein Haus am Strom“ im Ortsteil Stützkow der gerade nach Schwedt gewechselten Gemeinde Schöneberg hat von der „großen Stadt“ ein schnelles Geschenk erhalten. Was es ist? Lesen Sie selbst.

31. März 2021, 16:00 Uhr•Schwedt, OT Schöneberg
Von Jörg Matthies

Das Dach der Stützkower Kirche konnte mit Mitteln aus dem Schwedter Haushalt repariert werden.
1 / 2Das Dach der Stützkower Kirche konnte mit Mitteln aus dem Schwedter Haushalt repariert werden.
© Foto: Oliver Voigt

Die Sonne strahlte an diesem Vormittag mit dem Vereinsvorsitzenden Günther Dittrich und seinen aktiven Mitstreiterinnen Marlies Stegmann, Doris Stückmann und Edda Regler sowie Schönebergs Ex-Bürgermeister Manfred Schroeder um die Wette. Ein freudiger Anlass hatte sie dazu bewogen, Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl in ihre Idylle, genauer ans „Haus am Strom“ einzuladen. Sie wollten sich bedanken.

Das neue Dach strahlt von weither

Schon bei der Anfahrt nach Stützkow in Richtung Oder fällt an dem kleinen Kirchengebäude das neu gedeckte Dach auf der Westseite ins Auge. Alles scheint nagelneu zu sein. Ist es auch.

Der „Verein Haus am Strom“ hatte sich im Februar – da gehörte man als Schöneberger Ortsteil gerade einmal gut einen Monat zur Stadt Schwedt – mit einem dringenden Anliegen an den Bürgermeister der Oderstadt gewandt. An der kleinen ehemaligen Fachwerkkirche, die seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten vorwiegend für Veranstaltungen der dörflichen Gemeinschaft genutzt wird, war eine dringende Dachreparatur nötig geworden. Die damals spendierten Ziegel hatten deutlich Mängel, mussten runter.

Staatliche Unterstützung kannten die Schöneberger nicht

Der kleine Verein, der sich seit 2001 sehr engagiert um den Erhalt des Hauses sowie das kulturelle Leben in Stützkow kümmert, konnte die Reparaturkosten (deutlich über 5000 Euro) aus eigener Kraft nicht stemmen. Schnell und unkompliziert wurde finanzielle Unterstützung zugesichert und die Dachreparatur durch die regionale Fachfirma Biegelmann realisiert.„Behördliche Unterstützung hatten wir bisher nie erhalten, alles passierte in Eigeninitiative“, erinnerte Günther Dittrich noch einmal an die vergangenen Jahre im Amtsbereich Oder-Welse. Man habe sich nach der gerade erfolgten Eingemeindung fast gar nicht getraut, im Schwedter Rathaus anzufragen. „Und dann bekamen wir sogar fix die Zusage für 4000 Euro.“ Man fühle sich angekommen „in der großen Stadt“.

Bürgermeister: Auch eine Wertschätzung der Vereinsarbeit

Jürgen Polzehl wusste eine entsprechende Erwiderung: „Eigentlich war dies als Werterhaltung für das Hausdach postuliert, ich verstehe es aber auch als Wertschätzung für die geleistete Vereinsarbeit, für das große bürgerschaftliche Engagement.“ Die Stützkower nahmen es als vorfristiges Geburtstagsgeschenk gern an, denn zu Pfingsten besteht das „Haus am Strom“ 20 Jahre.

Dort, wo einst die alte Fachwerkkirche stand (1749 erbaut und 1986 wegen Baufälligkeit abgerissen), hatten neun ABM-Kräfte 2000/2001 in nur einem Jahren einen Neubau geschaffen, der allen Einwohnern und Gästen zur Verfügung steht.

Erbbaupachtrecht läuft noch 55 Jahre

Für 75 Jahre habe man für das Grundstück, auf welchem das Haus steht, einen Erbbaupachtvertrag mit der Kirche. Stützkow hat derzeit 53 Einwohner, der Verein 55 Mitglieder – „bis in den Schwarzwald“, wusste Günther Dittrich zu ergänzen. Und: „Wenn es die Bedingungen wieder zulassen, wird es auch wieder Konzerte, Ausstellungen, Vorlesungen, Adventssingen und vieles mehr in unserem Haus der Begegnungen geben.“

Märkische Oderzeitung, 31.03.2021
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Haus am Strom (Kirche) Stützkow im Pressespiegel
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