30.04.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Spendenaufruf für schiefen Kirchturm von Liepe

Durch Sturm Kyrill geriet der Kirchturm von Liepe in Schieflage. So schief, dass die dortigen Glocken nicht mehr geläutet werden können. Doch nun soll das Problem gelöst werden.

Kyrill ist schuld: Der Kirchturm in Liepe ist schief.

„Hilfe! Unser Kirchturm ist schief.“ Mit diesem Aufruf hoffen die Lieper auf finanzielle Unterstützung. Seit der Sturm Kyrill im Januar 2007 wütete, ist der Kirchturm schief. Die Stützpfeiler der Empore tragen die Last nur noch bedingt. Um die Statik der Konstruktion nicht weiter zu gefährden, kann die Empore nicht mehr betreten und die Glocke nur noch sehr selten geläutet werden. Spendengeld soll helfen, das Bauwerk zu erhalten und es allen zugänglich zu machen.

Förderantrag gestellt

Ein Förderantrag in Höhe von 120.000 Euro wurde an das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gerichtet. „Wir haben bisher noch keine Zusage, hoffen aber, dass wir das Geld bekommen“, sagt Birgit Wohlauf vom Wahlsdorfer Heimatverein. Das Evangelische Pfarramt Petkus muss zudem einen Eigenanteil leisten. Es gibt zwar Rücklagen, doch die reichen nicht aus. Deshalb werden Spenden gesammelt.

Rings um die Kirche befindet ich auch der kleine Friedhof.
Rings um die Kirche befindet ich auch der kleine Friedhof. Quelle: Margrit Hahn

„Unsere Kirche ist die älteste in der Umgebung, deren Grundriss nie verändert wurde“, sagt Roland Buk. Er ist seit mehr als 40 Jahren Kirchenältester und hofft, dass der Turm noch in diesem Jahr wieder geradegerückt wird. „Allerdings fehlen uns die finanziellen Mittel, sie wieder so herzurichten, dass sie sicher begehbar und auch läutbar ist. Deshalb bitten wir um Unterstützung für die baulich notwendigen Arbeiten an unserer Dorfkirche“, fügt Buk hinzu.

Viele Unterstützer

Roland Buk kümmert sich seit Jahren um das Gotteshaus und sorgte auch dafür, dass die alten Kirchenbänke erhalten geblieben sind. In seiner Scheune rettete er sie vor dem Verfall. Auch der Altar bedarf seiner Ansicht nach einer dringenden Verschönerungskur. Doch jetzt gilt alle Aufmerksamkeit erst einmal dem Kirchturm und der Empore. Um das Vorhaben zu realisieren, haben Einwohner und Unterstützer bereits allerlei Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Unter anderem wurden in Wahlsdorf ein Konzert sowie ein Kuchenbasar organisiert. Der Großteil des Erlöses ist für die Sanierung der Lieper Dorfkirche bestimmt. Der Wahlsdorfer Heimatverein koordiniert die Aktivitäten in dem kleinen Ortsteil.

In der kleinen Kirche sollen künftig wieder viele Veranstaltungen stattfinden.
In der kleinen Kirche sollen künftig wieder viele Veranstaltungen stattfinden. Quelle: Margrit Hahn

Vor allem kulturelle Veranstaltungen sollen die Kirche beleben und die Gemeinschaft fördern. Ideen gibt es viele. „Wir wollen alle Bürger mit einbeziehen, auch die nichts mit Kirche am Hut haben“, sagt Birgit Wohlauf. So wird daran gedacht, neben Lesungen, Konzerten und Klangmeditationen künftig die kleine Lieper Dorfkirche, die direkt an der Fläming-Skate liegt, am Wochenende für Besucher zu öffnen. Man könnte Limonade verkaufen und gleichzeitig um eine Spende für die Kirche bitten. Per QR-Code könnten Besucher mehr über die Kirche erfahren. Der kleine Ort ist durch das Reiten in ganz Deutschland bekannt.

Die Feldsteinkirche ist eine Art Wahrzeichen für Bewohner und Besucher. „Es ist aber auch ein Ort der Besinnung“, sagt Pfarrer Joachim Bökels. Er verweist darauf, dass die Architektenausschreibungen für die Sanierung am Turm inzwischen raus sind. letzte Unterlagen wurden nachgereicht. „Wir warten nur noch auf die Leader-Förderzusage“, fügt er hinzu. Mit den Arbeiten sollen vor allem Gewerke der Region unterstützt werden. Die Handwerker bräuchten jetzt in Zeiten von Corona ordentliche Aufträge.

Pfarrer Joachim Bökels, Katrin Zeitschel, Birgit Wohlauf und Roland Buk (v .r.) hoffen auf viele Spenden, um die Sanierung starten zu können.
Pfarrer Joachim Bökels, Katrin Zeitschel, Birgit Wohlauf und Roland Buk (v .r.) hoffen auf viele Spenden, um die Sanierung starten zu können. Quelle: Margrit Hahn

Die Bewohner wünschen sich, bald wieder die eigene Glocke läuten zu hören. „Wir hören immer nur die in Wahlsdorf und bedauern, abends kein Glockengeläut mehr in Liepe zu haben“, berichtet Birgit Wohlauf.

Liepe ist ein Gemeindeteil des Ortsteils Wahlsdorf und gehört zur Stadt Dahme/Mark im Landkreis Teltow-Fläming. Die Kirchengemeinde ist dem Kirchenkreis Zossen-Fläming angegliedert, der wiederum zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zählt.

Den Spendenaufruf für die Kirche in Liepe findet man unter www.betterplace.org

Von Margrit Hahn

Märkische Allgemeine Zeitung, 30.04.2020
Zur Kirche
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